Der Große Preis von Deutschland 1974 (offiziell XXXVI Großer Preis von Deutschland) fand am 4. August auf dem Nürburgring in Nürburg statt und war das elfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974. Das Rennen hatte auch den FIA-Ehrentitel Großer Preis von Europa.

Berichte Hintergrund Der Trend der hohen Teilnehmerzahlen in der Saison 1974 hielt auch beim Deutschland-GP auf dem Nürburgring an. 31 Fahrer versuchten während der Trainingseinheiten, einen der 26 Startplätze für das Rennen zu erreichen. Einzelne Meldungen wiesen die Organisatoren bereits im Vorfeld zurück. Dies betraf u. a. die Scuderia Finotto, die einen Brabham BT42 für den deutschen Rennfahrer Manfred Mohr gemeldet hatte.

Bis auf wenige Ausnahmen erschienen die Teams mit der gleichen Fahrerbesetzung wie beim Großen Preis von Großbritannien zwei Wochen zuvor. Das zweite Cockpit des Teams Frank Williams Racing Cars, das wie üblich an zahlende Gaststarter vergeben wurde, erhielt an diesem Wochenende der Debütant Jacques Laffite. Bei Token Racing wurde David Purley durch Ian Ashley ersetzt, der ebenfalls erstmals auf der Meldeliste für einen Grand Prix stand.

Das Amon-Team war zum ersten Mal seit dem Großen Preis von Monaco wieder anwesend. Da Chris Amon gesundheitlich angeschlagen war, übernahm der dritte Debütant des Wochenendes, Larry Perkins, dessen Wagen während des Trainings.

Mike Hailwood bestritt seinen 50. Grand Prix.

In der Fahrerwertung führte Niki Lauda mit einem Punkte Emerson Fittipaldi und mit drei Punkten vor Clay Regazzoni. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit einem Punkt vor Ferrari und mit 20 Punkten vor Tyrrell.

Mit Jacky Ickx (zweimal), Graham Hill und Denis Hulme (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Das Training begann mit einem schweren Unfall des Maki-Piloten Howden Ganley im Streckenabschnitt Hatzenbach. Aufgrund der dabei erlittenen Verletzungen konnte er am weiteren Verlauf des Rennwochenendes nicht teilnehmen.

Die beiden Ferrari 312B3 erzielten die besten Rundenzeiten, wobei sowohl Lauda, der die vierte Pole-Position in Folge erreichte, als auch Regazzoni die Sieben-Minuten-Grenze um nur wenige Zehntelsekunden verpassten. Es folgten Fittipaldi und Jody Scheckter in der zweiten Startreihe. Somit belegten die vier aussichtsreichsten Piloten im Kampf um die Weltmeisterschaft die ersten vier Startplätze.

Patrick Depailler und Carlos Reutemann bildeten die dritte Reihe vor Hulme und Ronnie Peterson. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 18. November 2011)

Rennen Da Lauda schlecht startete, übernahm Regazzoni sofort die Führung, die er für den Rest des Nachmittags nicht mehr abgab. Beim Versuch, verlorenen Boden gutzumachen, kollidierte Lauda nach wenigen Metern mit Scheckter und schied aus. Scheckter konnte das Rennen hingegen unbeeinflusst fortsetzen. Er hielt seine zweite Position bis ins Ziel, ebenso wie Reutemann, der auf dem dritten Rang lag.

Fittipaldi war ebenfalls kein guter Start gelungen, was von Hulme, der vom siebten Platz aus deutlich besser gestartet war, übersehen wurde. Die beiden Teamkollegen kollidierten, woraufhin Fittipaldi das Rennen zunächst fortsetzen konnte. Hulme hingegen stieg aus und wechselte ins T-Car. Wegen dieses Regelverstoßes wurde er nach zwei Runden disqualifiziert. Ebenfalls in der zweiten Runde schied Fittipaldi wegen eines Aufhängungsschadens als Folge der Kollision aus. Zuvor hatte er bereits über weite Teile der extrem langen Strecke mit einem Reifenschaden zurück zur Box fahren müssen.

Bis zur sechsten Runde lag Jochen Mass auf dem vierten Rang. Dann wurde er von den beiden Lotus-Piloten Ickx und Peterson überholt. Er schaffte es noch, den Schweden erneut zu überholen, bevor sein Motor in der elften Runde versagte. Dadurch gelangte Hailwood auf den sechsten Rang, den er bis zur vorletzten Runde hielt. Dann verlor er nach einer Sprungkuppe im Streckenabschnitt Pflanzgarten die Kontrolle über seinen Wagen und verunglückte schwer. Die daraus resultierenden Verletzungen beendeten seine Formel-1-Karriere.

Regazzoni übernahm mit seinem insgesamt zweiten Sieg nach dem Großen Preis von Italien 1970 wieder die Führung in der Weltmeisterschaft. Tom Pryce errang als Sechster seinen ersten WM-Punkt.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 76 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 Lotus 72E 3 Tyrrell 007 4 5 McLaren M23 6 33 7 Brabham BT44 8 9 March 741 10 11 Ferrari 312B3 Ferrari 001/11 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 15 37 BRM P160E BRM P142 3.0 V12 16 Shadow DN3 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 19 20 Iso-Marlboro FW03 21 Iso-Marlboro FW02 22 Ensign N174 23 Trojan T103 24 Hesketh 308 25 Maki F101 26 Lola T370 27 John Goldie Racing with Hexagon 28 Brabham BT42 30 Amon AF101Amon trat seinen Wagen mit der Startnummer 30 während des Trainings wegen Übelkeit an Perkins ab. 32 Token RJ02 Anmerkungen

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 7:00,8 195,356 km/h 1 2 7:01,1 195,217 km/h 2 3 7:02,3 194,663 km/h 3 4 7:03,4 194,157 km/h 4 5 7:06,2 192,881 km/h 5 6 7:07,2 192,430 km/h 6 7 7:08,8 191,712 km/h 7 8 7:09,0 191,622 km/h 8 9 7:09,1 191,578 km/h 9 10 7:09,8 191,266 km/h 10 11 7:09,9 191,221 km/h 11 12 7:10,1 191,132 km/h 12 13 7:10,4 190,999 km/h 13 14 7:10,51 190,950 km/h 14 15 7:10,53 190,941 km/h 15 16 7:11,2 190,645 km/h 16 17 7:12,7 189,984 km/h 17 18 7:14,9 189,023 km/h 18 19 7:15,5 188,762 km/h 19 20 7:16,0 188,546 km/h 20 21 7:17,6 187,856 km/h 21 22 7:20,81 186,489 km/h 22 23 7:20,88 186,459 km/h 23 24 7:20,9 186,450 km/h 24 25 7:22,0 185,986 km/h 25 26 7:25,6 184,484 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten alle Fahrer ab Platz 27 an der Qualifikation. 7:26,5 184,112 km/h – DNQ 7:29,1 183,046 km/h – DNQ 7:31,5 182,073 km/h – DNQ 7:46,2 176,332 km/h – DNQ 8:26,2 162,398 km/h – DNQ – – – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 14 0 1:41:35,0 2 7:11,2 2 14 0 + 50,7 4 7:11,1 (11.) 3 14 0 + 1:23,3 6 7:12,0 4 14 0 + 1:24,2 87:12,4 5 14 0 + 1:25,0 9 7:12,8 6 14 0 + 2:18,1 11 7:14,5 7 14 0 + 2:58,7 20 7:19,1 8 14 0 + 3:25,9 18 7:15,3 9 14 0 + 3:26,4 19 7:18,4 10 14 0 + 4:17,7 247:23,1 11 14 0 + 5:17,7 25 7:24,8 12 14 0 + 6:26,3 17 7:24,7 13 14 0 + 8:43,1 23 7:30,0 14 13 0 + 1 Runde 26 7:28,2 15 12 0 DNF 12 7:13,5 – 10 0 DNF 13 7:14,0 – 10 0 DNF 10 7:16,9 – 5 0 DNF 5 7:18,3 – 5 0 DNF 16 7:17,5 – 4 0 DNF 15 7:24,2 – 4 0 DNF 227:36,9 – 2 1 DNF 37:39,7 – 2 0 DNF 217:49,5 – 1 0 DNF 149:54,5 – 0 0 DNF 1– DSQ Hulme wurde während des Rennens disqualifiziert, da er unerlaubter Weise ins Ersatzauto wechselte. 2 – – 7– Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 442Tyrrell-Ford 413Ferrari 38 4 McLaren-Ford 375Lotus-Ford 22 6 Brabham-Ford 14 7 McLaren-Ford 12 8 McLaren-Ford 12 9 Lotus-Ford 1210Tyrrell-Ford 11 11 B.R.M. 10 12 Shadow-Ford 6 13 March-Ford 514March-Ford / Hesketh-Ford 4 15 Surtees-Ford / Brabham-Ford 316Lola-Ford 117Iso-Ford 118Brabham-Ford 119Token-Ford / Shadow-Ford 120Shadow-Ford 021March-Ford 022Lola-Ford 023Iso-Ford 024B.R.M. 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte25March-Ford 026Brabham-Ford 027Trojan-Ford 0 28 Surtees-Ford 0 29 Lotus-Ford 030Surtees-Ford 031Tyrrell-Ford 032Iso-Ford 033B.R.M. 0 34 Brabham-Ford 0 35 Token-Ford 036Ensign-Ford 037Brabham-Ford 038McLaren-Ford 039 †Shadow-Ford 040Lotus-Ford 0 – Amon-Ford 0 – Brabham-Ford 0–March-Ford 0–Surtees-Ford 0–Shadow-Ford 0–Lola-Ford 0–Iso-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 57 2 49 (51)3 454 295 15 6 107 7 8 5 Pos. Konstrukteur Punkte 9 4 10 3 11 112 113 014 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

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