Hans Wüthrich (* 3. August 1937 in Aeschi; † 20. März 2019 in Arlesheim) war ein Schweizer Komponist und Sprachwissenschaftler.

Leben Wüthrich entstammte einer Bauernfamilie. Er besuchte von 1952 bis 1956 das Evangelische Lehrerseminar Muristalden (Campus Muristalden) in Bern. Danach studierte er Klavier bei Sava Savoff und Musiktheorie bei Sándor Veress am Berner Konservatorium. Von 1968 bis 1972 nahm er Kompositionsunterricht bei Klaus Huber in Basel und Freiburg. Daneben studierte er Musik-, Literatur- und Sprachwissenschaft an der Universität Zürich. Im Jahr 1973 promovierte er mit der Dissertation Das Konsonantensystem der deutschen Hochsprache.

Von 1971 bis 1985 unterrichtete er Phonetik an den Universitäten Zürich und Basel. Von 1985 bis 2002 war er Dozent für Musiktheorie, Musikanalyse und Gehörbildung an der Zürcher Musikhochschule. Zu seinen Schülern zählen Nils Günther, Marianne Schroeder und Alfred Zimmerlin.

Die erste Komposition in seinem Werkkatalog stammt von 1968, bis zu seinem Tod schuf er insgesamt 26 Werke.

Er war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Werke (Auswahl) Der heimliche Weg (1968), für Sopran, Klarinette, Trompete, Bratsche, Violoncello Requiem für Gulliver (1972–73), für Orchester, vier Singstimmen und Tonband, UA: 1973, Basel Kommunikationsspiele (1973) Zum Selbstbildnis von Leonardo da Vinci (1978), Arie für Singstimme und Melodieinstrument, UA: 1978, Donaueschingen Annäherungen an Gegenwart (1986–87), für Streichquartett, UA: 1987, Basel Chopin im TGV Basel – Paris, die Sonne betrachtend (1989), für Flöte, Violine und Klavier, UA: 1990, Basel Das Glashaus (1974–75), für sechs Sprecher, Sopran, Schlagzeug und Tonband, UA: 1977, Basel Die singende Schnecke (1979), UA: 1979 Zürich Netzwerk I (1983–84), für grosses Orchester ohne Dirigenten, UA: 1988, Zürich Netzwerk II (1984–85), für grosses Orchester ohne Dirigenten, UA: 1988, Zürich Netzwerk III (1987–89), für grosses Orchester ohne Dirigenten, UA: 1989, Basel Wörter – Bilder – Dinge (1991), für Altstimme und Streichquartett, UA: 1991, Zürich Leve (1992), 16 Szenen mit drei Frauen, drei Männern und Objekten, UA: 1993, Basel Landschaft mit Streichquartetten (1994) Happy Hour. Zyklus. Acht Spots (1994–97), für 12 Sänger/Schauspieler, 1 Schlagzeuger, 3 Hühner und Objekte Glühende Übergänge in Rot, Orange und leuchtendem Blau (1998–99), für Vokalensemble und zwei Keyboards (oder Zuspiel-CD), UA: 2000, Basel Drei psychophysikalische Symbole (2002–03), für zwei Gitarren, UA: 2004, Baden (CH) Zwölf Phasen eines Cocons und fünf dynamische Kreuze (2004–06), für zehn Instrumentalisten, UA: 2006, Rümlingen

Preise Kompositionspreis der Stadt Zürich (1972) Kompositionspreise bei den Internationalen Kompositionswettbewerben im Künstlerhaus Boswil (1974, 1976 und 1978) Grand Prix Paul Gilson de la Communauté radiophonique des programmes de la langue française (1984) Spartenpreis für Musik des Kantons Basel-Landschaft (1991) Kompositionspreis Marguerite Staehelin (2011)

Literatur Thomas Meyer: Hans Wüthrich. In: Komponisten der Gegenwart (KDG). Edition Text & Kritik, München 1996, Loseblattsammlung. Alfred Zimmerlin: Zutiefst human, politisch engagiert und existentiell – Ein Nachruf auf Hans Wüthrich. In: MusikTexte. 161, Köln 2019. Daniel Ott: Gesellschaftliche und linguistische Fragestellungen – Notizen zum Musiktheater und zur Musik von Hans Wüthrich. In: MusikTexte. 161, Köln 2019. Hermann-Christoph Müller: O Gott, a dog! – Der Schweizer Komponist Hans Wüthrich. In: MusikTexte. 161, Köln 2019. Thomas Meyer: Idealerweise ist bereits der erste Einfall multimedial. In: MusikTexte. 161, Köln 2019. Mathias Spahlinger: Veruneinheitlichte Ideen – über Hans Wüthrich. In: MusikTexte. 161, Köln 2019.

Weblinks

Hans Wüthrich bei Musinfo

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Schweiz) Kategorie:Sprachwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Universität Zürich) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Basel) Kategorie:Hochschullehrer (ZHdK Zürich) Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann