mini|hochkant|Stammwappen derer von Katte. Katte, auch Katt, ist der Name eines alten brandenburgischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Katte gehören zum altmärkischen Uradel. Zweige der Familie bestehen bis heute.
Geschichte Herkunft In älterer Literatur werden niederrheinische Ursprünge der Familie vermutet. So sollen Angehörige unter König Heinrich I. aus den Niederlanden gekommen sein und sich dann zeitig in den Erzstiften Magdeburg und Bremen niedergelassen haben.Siehe Literatur: Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 33–34. ()Siehe Literatur: Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten…. Band 3, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 78–82.
Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht am 25. September (7. Oktober ?) 1221 mit Balduwinus Catus als scabinus (lat. Schöffe) in Pennigsdorf bei Güsen.Urkundenbuch des Klosters Berge bei Magdeburg, In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, Neunter Band, Druck und Verlag Otto Hendel, Halle 1879, S. 51, 72 Pfennigsdorf, digital.slub-dresden.de, 1221, September 25. Schiedsrichterlicher Vertrag zwischen dem Abt Bertram des Klosters Berge und den Brüdern Johann und Gebhard von Plotho… und S. 52. mit Balduwinus Catus (Digitalisat) Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Heinrich Katt auf Wust, Zollchow und Redekin, der von 1380 bis 1392 in Urkunden erscheint.Vgl. Literatur: Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1987.
Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Familie lag im Elb-Havel-Winkel im Jerichower Land. Das Gebiet wird auch der Kattewinkel genannt. Wahrscheinlich sind die Kattes eines Stammes mit denen von Lossow, die zu Gesamtlehen saßen.
Ausbreitung und Persönlichkeiten Die frühen Angehörigen des Geschlechts nahmen nur selten das Prädikat von vor ihren Namen. Aus dem Hause Vieritz-Zollchow stammte Balthasar Katte. Sein Sohn aus der Ehe mit Ursula von Tresckow, Melchior Katte, wurde Landrat im Kreis Jerichow und Besitzer der vom Vater ererbten Güter Vieritz, Zollchow, Alten- und Neuenklitsche. Er heiratete Ursula von Thümen aus dem Hause Blankensee. Dessen Enkel Melchior Katte war Domherr und Senior des Hochstifts zu Havelberg und Erbherr auf Altenklitsche, Bellin, Buschow und Bagow. Der Magdeburger Landrat Hans Christoph Katte dagegen erwarb Roskow.Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 2, Selbstverlag, Berlin 1857/1859, Blatt 86.
mini|hochkant|Hans Heinrich von Katte(* 1681; † 1741). mini|hochkant|Hans Hermann von Katte(* 1704; † 1730).
Aus dem Hause Wust stammte Hans Katte, herzoglich sachsen-coburgischer Hofmarschall und Herr auf Wust, Scharlibbe und Kamern. Aus seiner Ehe mit Auguste von Tschammern stammte der Sohn Hans Heinrich von Katte (1681–1741). Er war einer der bedeutendsten Vertreter der Familie und diente drei preußischen Königen. Zunächst Generaladjutant des preußischen Königs Friedrich I. und Ritter des Schwarzen-Adler-Ordens, wurde er später Gouverneur von Kolberg. Unter Friedrich Wilhelm I. 1731 zum Generalleutnant und fünf Jahre später zum General der Kavallerie befördert, starb er 1741 als königlich preußischer Generalfeldmarschall. Er war der Vater des Jugendfreundes von Friedrich dem Großen, des Leutnants Hans Hermann von Katte (1704–1730), der im Alter von sechsundzwanzig Jahren am 6. November 1730 in Küstrin enthauptet wurde. Als Friedrich II. 1740 den Königsthron bestieg, ernannte er den Vater Hans Heinrich zum Generalfeldmarschall und erhob ihn und dessen Nachkommen beiderlei Geschlechts in den preußischen Grafenstand. Er war in zweiter Ehe mit Elisabeth von Bredow († 1736) verheiratet, doch erlosch die gräfliche Linie mit dem Tod seines letzten Sohnes 1748 im Mannesstamm. Schon vor dieser Phase begann aber die Tradition der MitgliedschaftJohann Gottfried Dienemann: Nachrichten vom Johanniterorden, insbesondere von dessen Herrenmeisterthum in der Mark, Sachsen, Pommern und Wendland, wie auch von der Wahl und Investitur des jetzigen Herrenmeisters, Prinzen August Ferdinands in Preussen Königl. Hoheit, nebst einer Beschreibung der in den Jahren 1736., 1737., 1762. und 1764. gehaltenen Ritterschläge, Hrsg. Johann Erdmann Hasse, Band No. 111, Ahnen-Tafel Herrn Friedrich Wilhelm Ludewig von Katte, Verlag George Ludewig Winter, Berlin 1767, S. 171–274. () in der alten Kongregation des Johanniterordens, die bis heute wahrgenommen wird.
Heinrich Christoph von Katte, ein älterer Bruder des Feldmarschalls und Ehrenritter des Deutschen Ordens, wurde Kammerpräsident zu Magdeburg und am 11. März 1746 Wirklicher Geheimer Staats- und Kriegsrat, Vizepräsident und dirigierender Minister im Generaldirektorium. Er starb am 23. November 1760. Aus seiner Ehe mit Ursula Dorothea von Möllendorff stammen die drei Brüder Johann Friedrich, Bernd Christian und Carl Aemilius. Johann Friedrich von Katte nahm mit Auszeichnung unter anderem an den Schlachten bei Hohenfriedberg, Soor, Kesselsdorf, vor Prag, Schlacht bei Kolin und Breslau während der Schlesischen Kriege teil. Er wurde am 22. Mai 1756 zum Generalleutnant befördert und starb am 29. März 1764 im 50. Dienstjahr. Aus seiner Ehe mit einer Gräfin Truchsess-Waldburg-Capustigall kamen ein Sohn und eine Tochter. Bernd Christian von Katte († 1778), Herr auf Wust und Lütchen-Mangelsdorf, wurde königlich preußischer Generalmajor und Chef des nach im benannten Dragonerregiments. Er war verheiratet mit einer Tochter aus dem Adelsgeschlecht derer von Kröcher. Ein Sohn aus dieser Ehe überlebte ihn. Carl Aemilius von Katte starb 1757 als königlich preußischer Oberst.
Auch später zeichneten sich Angehörige der Familie vor allem als Offiziere in der preußischen Armee aus. Gottfried Friedrich Bodo von Katte starb 1833 als preußischer Oberst a. D., und Friedrich Carl von Katte (1770–1836) aus dem Hause Zollchow, ein treuer Waffengefährte des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig, starb 1836 als preußischer Oberstleutnant a. D. auf seinem Gut Neuenklitsche bei Genthin. Gottfried von Katte stieg bis zum preußischen Generalleutnant auf. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts starb mit den Brüdern Wilhelm von Katte und Alfred von Katte, beide in ihrer Jugendzeit Zöglinge an der Ritterakademie Brandenburg, die direkte Linie Wust aus.Ernst Siegfried Köpke: Ritter-Akademie zu Brandenburg a. H. XXVII. Zu der am 21. März 1883 vormittags um 9 Uhr in der Aula der Ritter-Akademie stattfindenden Vorfeier des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs ladet mit dem Bericht über das Schuljahr von Ostern 1882 bis Ostern 1883 ehrerbietigst und ergebenst ein der Direktor, Band B, Chronik, Nr. 1883. Progr. No. 67, Gustav Matthes, Brandenburg a. d. Havel 1883, S. 14. (Digitalisat) Das Gut blieb aber in Familienhand.
Es besteht ein Familienverband.
Besitzungen mini|hochkant|Gutshaus Roskow. Schon früh saß die Familie im Magdeburgischen zu Wust, Möttlitz, Gettin, Vieritz und Zollchow. Im Havelland gehörte Roskow mit dem Gutshaus Roskow zu den ältesten Besitzungen des Geschlechts. Das barocke Gutshaus wurde von Christoph III. 1723 bis 1723 errichtet und blieb bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone 1945 in Familienbesitz. Letzter Eigentümer war Albert von Katte. 2010 erwarb es ein Verwandter der Familie, der es saniert.
Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen Angehörige noch dreizehn Güter im ehemaligen Landkreis Jerichow II in der Provinz Sachsen und im Landkreis Westhavelland in der Provinz Brandenburg. Besitzer dieser Güter waren Albert von Katte auf Roskow, Vieritz und Buckow, Bodo von Katte, königlich preußischer Major, auf Altenklitsche mit Altbellin und auf Sydow, Rudolph von Katte auf Wilhelmsthal, Herr auf Neuenklitsche und Mahlitz und Otto von Katte, königlich preußischer Premierleutnant außer Dienst, auf Kamern und Scharlibbe. Der königlich hannoverische Drost in Hildesheim Albrecht Ludwig von Katte war Herr auf Steckelsdorf. Hans Emil von Katte (1819–1889)Steckelsdorf, In: Die Herrenhäuser des Havellandes. Eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart. Hrsg. Almut Andreae, Udo Geiseler, Auflage Online-Ressource, Lukas Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86732-998-9, S. 291. (Digitalisat) war Herr auf LehngutBoldewin von dem Knesebeck: Die Rittermatrikeln des Herzogthums Magdeburg, des Fürstenthums Halberstadt und der Grafschaft Wernigerode, nebst alphabetischer Übersicht der Ritterschaft und der von derselben vertretenen ritterschaftlichen Güter. Provinz Sachsen. Herzogthum Magdeburg, Nummer 6. Kreis Jerichow II (Matrikeln vom 27. März 1830), in Commission der Heinrichshofenschen Buchhandlung, Magdeburg, Göttingen 1860, S. 27. (Digitalisat) Wust und Alexander von Katte Herr auf Zollchow.
Die Güter Hohenkamern und WilhelmsthalGut Wilhelmsthal. Unsere Chronik. Es begann vor 500 Jahren. Wilhelmsthal 5, 39307 Klitsche. (Auszug/Digitalisat) wurden ab 1991 von der Familie von Katte zurückgekauft.Gut. Hohenkamern, in: Hohenkamern, in: Erholungsort Kamern am See.
Standeserhebungen Der königlich preußische Generalfeldmarschall Hans Heinrich von Katte (1681–1741) erhielt am 6. August 1740 in Berlin den preußischen Grafenstand.Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band VI, Band 91 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1987, ISBN 3-7980-0791-8, S. 141–142.
Wappen
Stammwappen Das Stammwappen zeigt in Blau eine springende, silberne Katze mit einer schwarzen Maus im Maul. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken die Katze wachsend von neun fächerförmig gestellten, silbergestielten, roten Rosen.
Das Wappen der Familie von Katte ist redend, da im Niederdeutschen die Katze auch Katte genannt wird.
Gräfliches Wappen Das 1740 verliehene gräfliche Wappen hat drei Helme und ist geteilt. Oben in Silber auf rotem Kissen eine goldene Krone und ein goldenes Zepter, unten in Blau auf grünem Boden das Stammwappen. Auf dem rechten Helm ein roter Steighaken mit drei Quersprossen (Wappenbild derer von Bredow) zwischen einem offenen schwarzen Flug, der mittlere Helm wie der Stammhelm, auf dem linken ein geharnischter schwarzer Rechtsarm, einen Marschallstab haltend. Alle Helme haben blau-silberne Helmdecken.
Familienmitglieder Hans von Katte (1633–1684),Georg Schmidt: Ahnentafel Sophie v. Katte a. d. H. Wust, In: Schönhausen und die Familie von Bismarck. 1897., Sechzehntes Kapitel. August v. Bismarck, Landrath der Altmark, Tafel, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin, Sachsenburg 1896-10, S. 3–107. (Digitalisat) Herr auf Wust, Scharlibbe, Kamern und Mahlitz, Landrat und Amtshauptmann zu Jerichow verh. mit Eva Auguste von Katte, geborene von Stammern (1645–1684) Christoph von Katte (1675–1743), Erbherr von Kamern und Scharlibbe verh. mit Ursula Dorothea von Katte, geborene von Möllendorff (1678–1747) Johann Friedrich von Katte (1698–1764), preußischer Generalleutnant und Chef des Kürassierregiments „von Katte“ Friedrich Heinrich von Katte (1740–1813), preußischer Generalleutnant Heinrich Christoph von Katte (1699–1760), preußischer Kriegsminister Bernhard Christian von Katte (1700–1778), preußischer Generalmajor, Chef des Dragonerregiments „von Katte“ und Ritter des Ordens Pour le Mérite Karl Aemilius von Katte (1706–1757), preußischer Generalmajor und Chef des Dragonerregiments Nr. 4 August von Katte (1711–1779), preußischer Major und Regimentschef Hans Heinrich von Katte (1681–1741), preußischer Generalfeldmarschall verh. mit Dorothea Sophie von Katte, geborene von Wartensleben (1684–1707) Hans Hermann von Katte (1704–1730), preußischer Offizier