Konrad Friedrich Noetel (* 30. Oktober 1903 in Posen; † 9. April 1947 in Berlin) war ein deutscher Arrangeur und Komponist.
Leben Noetel übersiedelte mit seinen Eltern 1920 nach Dortmund und begann wenig später ein Studium der Rechtswissenschaften, so, wie vor ihm andere Vertreter seiner Familie diesen Beruf gewählt hatten. 1925 endeten diese Studien bereits und nach Erwin Kroll durchlitt er in dieser Zeit „schwere innere Kämpfe und eine gefährliche Krankheit“. Andererseits waren starke familiäre Kontakte zu Musikern vorhanden. So war beispielsweise die Schwester seiner Großmutter, Mathilde Wendt – Ehefrau von Gustav Wendt –, mit der Familie Furtwänglers verwandt, die als Schülerin Clara Schumanns in Karlsruhe gewisse Berühmtheit erlangt hatte.Erwin Kroll: Konrad Friedrich Noetel. In: Musica, Bärenreiter-Verlag, Kassel, 11. Jahrgang, Heft 1, 1948, Seite 25–30 Er wechselte 1927 zu Klavier, Tonsatz und Musikgeschichte an das Königsberger Konservatorium. Parallel arbeitete er in dieser Zeit auch für den Rundfunk. Weitere Studien folgten ab den frühen 1930er Jahren in Komposition bei Paul Hindemith. Bei Hindemith fand er die Anerkennung eines „Gleichstrebenden, [der ihn] seines Umgangs und seiner besonderen Unterweisung würdigte.“
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Professor für Komposition an der Berliner Musikhochschule. Noetel starb im April 1947 bei einem Verkehrsunfall in seinem 44. Lebensjahr. Der Violinist Siegfried Borries hielt seine Trauerrede.
Sein Tod fiel in eine Zeit, in der unabhängig von dem Ausbluten der deutschen Musiklandschaft durch den Zweiten Weltkrieg weitere Vertreter der Avantgarde wie Hugo Distler, Helmut Bräutigam, Edmund von Borck und Leo Justinus Kauffmann abgegangen waren. Noetel, so sind sich die Kritiker einig, stand mit seinem relativ jungen Lebensalter noch vor seiner großen Karriere.
Schüler Max Baumann Günter Kochan
Werkverzeichnis Chorwerke Drei Frauenchöre, Lobeda-Singebuch für Frauenchor. Hanseatische Verlagsanstalt, 1936
Dass dein Herz fest sei, ein Zyklus für gemischten Chor (nach Hermann Claudius). Kistner und Siegel, 1936
Zwei Zeitlieder, Sätze für dreistimmigen Chor, Instrumente ad lib. Litolff, 1938 Sechs Chöre, Der Landchor. Kistner und Siegel, 1938 Fünf Tageslieder, für vierstimmigen gemischten Chor. Kistner und Siegel, 1939 Chöre im Geselligen Chorbuch II, Bärenreiter, 1941 Chorzyklen: 5 Scherzlieder nach Texten von Matthias Claudius, Grünabdruck bei Kistner und Siegel, 1941
Kantaten Die Lebensalter, 1932 Christoph Columbus, 1933, Dauer 1 ½ Stunden Kleine geistliche Kantate, o. J. Lob der Freude, 1937 Die Wanderung, 1938 Bauernkantate, o. J. Landsknechtkantate, o. J. Unser Land, 1939
Lieder mit Klavierbegleitung Liedsätze und Klaviersätze zu fremden Liedern, 1946/47 Eigene Lieder, 1946
Klaviermusik Fünf kleine Stücke, Bärenreiter, 1935 Variationen für Klavier, Bärenreiter, 1936 Klaviersonate in d, Bärenreiter, 1942 Klaviersonate in G, Willi Müller, 1946 (i. V.)
Kammermusik Streichquartett, Schott, 1938 Kleine Suite für Streichquartett, Hinnenthal, 1939 Trio für Violine, Violoncello und Klavier, Müller, o. J. Kleine Musik für Streichquartett, Schott, 1942 Sonate für Violine und Klavier, Müller, 1943 Sonate für Cello und Klavier, Bärenreiter, 1941 Sonate für Flöte und Klavier, Bärenreiter, 1942 Suite für Blockflöte und Klavier, Hinnethal, o. J. Suite für Cello und Klavier, Hinnethal, 1945 Streichtrio, Müller, 1946 Sonatine für Violine und Klavier, Müller, 1946
Orchestermusik Stück für Streicher ‘Pro Musica‘, Hansen (Kopenhagen), 1932 Suite für Kammerorchester, 1934 Introduction und Rondo concertante für grosses Orchester, Müller, o. J. Concertino für Flöte, Violine und Streichorchester, Bärenreiter, 1942 Konzertmusik für Streichorchester, Bärenreiter, 1944 Konzert für Flöte, Oboe und Streichorchester, Müller, 1947 Sinfonie, Manuskript (posthum) Orchestersuite, Manuskript (unvollendet)
Handwerkslehre Werklehre, Einführung in die Gestaltung instrumentaler Formen, in: Hohe Schule der Musik, hrsg. von Müller-Blattau / Band 1, Potsdam 1935, Seite 456–502
Literatur Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 5269–5271. online
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Arrangeur Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann