Der Große Preis von Deutschland 1968 (offiziell XXX Großer Preis von Deutschland) fand am 4. August auf dem Nürburgring in Nürburg statt und war das achte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1968. Das Rennen hatte auch den FIA-Ehrentitel Großer Preis von Europa.

Berichte Hintergrund mini|links|hochkant=1.3|Jackie Stewart auf Weg zum Sieg mini|links|hochkant=1.3|Jean-Pierre Beltoise im Nebel Zwei Wochen nach dem überraschenden Sieg des Privatfahrers Joseph Siffert beim Großen Preis von Großbritannien traf ein nahezu unverändertes Teilnehmerfeld am Nürburgring ein. Ergänzt wurde es lediglich durch zwei einheimische Gaststarter. Kurt Ahrens absolvierte seinen dritten Grand Prix am Steuer eines privaten Brabham, während Hubert Hahne wie bereits im Vorjahr am Steuer eines Formel-2-Lola-BMW mit 2-Liter-Motor antrat.

Dan Gurney sorgte an diesem Wochenende für ein Novum in der Formel 1, indem er als erster Grand-Prix-Pilot einen Vollvisierhelm benutzte.

Nach dem Rennen in Großbritannien führte Graham Hill in der Fahrerwertung mit vier Punkten vor Jacky Ickx und mit sieben Punkten vor Jackie Stewart. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit 13 Punkten vor Ferrari und mit 16 Punkten vor McLaren.

Mit John Surtees (zweimal), Denis Hulme, Hill und Jack Brabham (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Sämtliche Trainingseinheiten fanden auf nasser Strecke statt. Ickx erzielte die Pole-Position mit einer um rund zehn Sekunden schnelleren Rundenzeit als sein Teamkollege Chris Amon, der den zweiten Platz in der ersten Reihe neben dem drittplatzierten Jochen Rindt erreichte. Die zweite Startreihe teilten sich Hill und Vic Elford. Stewart qualifizierte sich für den sechsten Startplatz.

Rennen Am Vormittag des Renntages, als bereits dichter Nebel herrschte und die Sicht in einigen Streckenteilen weniger als 50 Meter betrug, beauftragte die Rennleitung die GPDA-Vertreter Joakim Bonnier und Hill, die Situation zu bewerten. Nicht zuletzt wegen der rund 250.000 angereisten Zuschauer plädierten die beiden für die Durchführung des Rennens und gegen eine Absage. In der Hoffnung auf eine Besserung der Umstände wurde der Start um eine Stunde verschoben. Obwohl keine Veränderung eintrat, wurde das Rennen schließlich gestartet.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 141

Hill übernahm zunächst die Führung vor Amon, Rindt und Stewart. Bereits im Laufe der ersten Runde gelang es jedoch Stewart, die Spitze zu übernehmen, die er fortan stetig ausbaute und bis zum Ende des Rennens nicht mehr abgab. Dabei profitierte er unter anderem von seinen Dunlop-Regenreifen, die denen der Konkurrenz überlegen zu sein schienen. Nach zwei Runden auf der rund 22,8 Kilometer langen Rennstrecke betrug sein Vorsprung bereits 34 Sekunden vor dem zweitplatzierten Hill, der sich zwischenzeitlich einmal auf der regennassen Fahrbahn drehte. Es gelang Hill jedoch auszusteigen, sein Fahrzeug zu wenden und wieder in Gang zu setzen, bevor der Drittplatzierte Rindt die Stelle erreichte. Sonst hätte dies unter den schlechten Sichtverhältnissen möglicherweise zu einer kritischen Situation geführt.

Stewart gewann am Ende mit rund vier Minuten Vorsprung vor Hill und Rindt. Der Sieg gilt angesichts der Überlegenheit unter diesen schwierigen Bedingungen als einer der größten seiner Karriere. Nachdem Amon durch einen Unfall ausgeschieden war, ging der vierte Platz an seinen Teamkollegen Ickx.

Das Rennen gilt als die größte Regen- und Nebelschlacht der Formel-1-Geschichte. Der Legende nach soll eines der Überholmanöver im dichten Nebel von keinem der beiden beteiligten Rennfahrer wahrgenommen worden sein.

Meldeliste mini|hochkant=1.3|Hubert Hahne im Lola-BMW Formel 2 während des Trainings Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M7A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Lotus 49B 21 4 Brabham BT26 Repco 860 3.0 V8 5 6 Matra MS10 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 7 Honda RA301 Honda RA301E 3.0 V12 8 Ferrari 312 (1968) Ferrari 242C 3.0 V12 9 10 BRM P133 BRM P142 3.0 V12 11 BRM P126 12 Matra MS11 Matra MS9 3.0 V12 14 Eagle T1G Weslake 58 3.0 V12 16 Lotus 49B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 Caltex Racing Team 17 Brabham BT24 Repco 740 3.0 V8 18 Lola T102 BMW M12/1 L4 1.6 19 Cooper T86B BRM P142 3.0 V12 20 22 BRM P126 BRM P142 3.0 V12 Charles Vögele Racing 23 Brabham BT20 Repco 620 3.0 V8

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 9:04,0 151,114 km/h 1 2 9:14,9 148,146 km/h 2 3 9:31,9 143,742 km/h 3 4 9:46,0 140,283 km/h 4 5 9:53,0 138,627 km/h 5 6 9:54,2 138,347 km/h 6 7 9:57,8 137,514 km/h 7 8 10:00,1 136,987 km/h 8 9 10:03,4 136,238 km/h 9 10 10:13,9 133,908 km/h 10 11 10:16,0 133,451 km/h 11 12 10:17,3 133,170 km/h 12 13 10:18,7 132,869 km/h 13 14 10:19,7 132,655 km/h 14 15 10:23,1 131,931 km/h 15 16 10:33,0 129,867 km/h 16 17 10:37,3 128,991 km/h 17 18 10:42,9 127,867 km/h 18 19 10:46,6 127,136 km/h 19 20 10:48,2 126,822 km/h 20

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 14 0 2:19:03,2 6 9:36,0 (8.) 2 14 0 + 4:03,2 4 3 14 0 + 4:09,4 3 4 14 2 + 5:55,2 1 5 14 0 + 6:21,1 15 6 14 0 + 6:25,0 14 7 14 0 + 6:31,0 11 8 14 0 + 7:56,4 8 9 14 1 + 8:13,7 10 10 14 1 + 10:11,4 18 11 13 0 + 1 Runde 13 12 13 0 + 1 Runde 17 13 13 0 + 1 Runde 16 14 13 0 + 1 Runde 20 – 11 0 DNF 2 – 8 0 DNF 12 – 6 0 DNF 9 – 6 0 DNF 19 – 3 1 DNF 7 – 0 0 DNF 5 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten fünf Ergebnisse der ersten sechs und der zweiten sechs Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 30 2 Matra-Ford26 3 Ferrari23 4 McLaren-Ford15 5 B.R.M.11 6 Ferrari10 7 McLaren-Ford9 8 † Lotus-Ford9 9 Lotus-Ford / Cooper-Maserati 9 10 Matra9 11 Honda8 12 Brabham-Repco8 13 † Cooper-B.R.M. 6 14 B.R.M.6 15 Cooper-B.R.M.5 16 Cooper-B.R.M.4 17 Cooper-B.R.M.3 18 Brabham-Repco2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 19 Brabham-Repco2 20 Lotus-Ford2 21 B.R.M. 1 22 McLaren-B.R.M. / Cooper-Maserati0 23 Brabham-Repco 0 24 Eagle-Weslake / Brabham-Repco 0 25 Lola-BMW 0 26 Brabham-Repco0 – Brabham-Climax0 – LDS-Repco0 – Cooper-Climax0 – Ferrari0 – † B.R.M.0 – Brabham-Repco0 – Matra-Ford0 – † Honda0 – Cooper-B.R.M.0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 442 293 284 225 18 6 127 108 8 Pos. Konstrukteur Punkte9 610 211 012 013 0– 0– LDS-Repco0

Einzelnachweise

Weblinks

Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1968 Deutschland #1968 Kategorie:Nürburgring Kategorie:Sportveranstaltung in Rheinland-Pfalz