mini|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo [] (* 5. Februar 1985 in Funchal, Madeira; voller Name Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro), oft CR7 genannt, ist ein portugiesischer Fußballspieler.
Ronaldo wurde in der Jugendakademie von Sporting Lissabon ausgebildet und mit 18 Jahren von Manchester United unter Vertrag genommen. Nachdem er zu Beginn seiner Karriere im rechten Mittelfeld eingesetzt worden war, wechselte er später auf den linken Flügel und gewann als Starspieler von United unter anderem drei englische Meisterschaften in Folge sowie 2008 die UEFA Champions League. Nach seinem Transfer zu Real Madrid, dem seinerzeit teuersten der Fußballgeschichte, erzielte Ronaldo in über 400 Pflichtspielen im Schnitt mehr als ein Tor pro Spiel. Seit 2015 ist er Rekordtorschütze von Real Madrid. 2014, 2016, 2017 und 2018 errang er mit den Madrilenen vier weitere Champions-League-Titel. Er war der erste Spieler der Champions-League-Ära, dem fünf Titelgewinne gelangen. Ab 2018 spielte Ronaldo bei Juventus Turin und wurde mit der „Alten Dame“ unter anderem 2019 sowie 2020 italienischer Meister. Ende August 2021 kehrte er im Alter von 36 Jahren zu Manchester United zurück. Seit Januar 2023 steht er in Saudi-Arabien bei al-Nassr unter Vertrag.
Auf internationaler Ebene debütierte Ronaldo im Alter von 18 Jahren in der portugiesischen Nationalmannschaft. Mit Portugal, das sich zum Zeitpunkt seines Debüts nur für je drei WM- und EM-Turniere hatte qualifizieren können, nahm er in der Folge an je sechs Europameisterschaften (2004, 2008, 2012, 2016, 2021, 2024) und Weltmeisterschaften (2006, 2010, 2014, 2018, 2022, 2026) teil. Dabei führte er die zuvor titellose „Seleção“ als Mannschaftskapitän zum Gewinn der EM 2016 und zum Triumph in der Nations League in den Jahren 2019 und 2025. Bei der Weltmeisterschaft 2006 erreichte er den vierten Platz. Ronaldo hält die Weltrekorde für die meisten Länderspieleinsätze, die meisten Länderspielsiege und die meisten Länderspieltore. Er ist der einzige Spieler, der in sechs Weltmeisterschaften jeweils mindestens ein Tor erzielt hat. Darüber hinaus hält er die EM-Rekorde für die meisten Einsätze (30), Tore (14) sowie Torvorlagen (8).
Ronaldo wurde fünfmal als Weltfußballer des Jahres und dreimal als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Mit 183 Einsätzen, 140 Toren und 42 Vorlagen hält er die Rekorde für die meisten Spiele, Tore und Assists in der UEFA Champions League, dem prestigeträchtigsten Vereinswettbewerb Europas. Er ist der einzige Fußballer, der in England, Spanien und Italien jeweils die nationale Meisterschaft gewann, als Fußballer des Jahres ausgezeichnet wurde und die Torjägerkrone errang. Darüber hinaus ist Ronaldo der einzige Fußballer, der für vier verschiedene Vereine jeweils mindestens 100 Pflichtspieltore erzielte und in vier unterschiedlichen nationalen Ligen Torschützenkönig wurde. Er hat über 1.300 Pflichtspiele als Profi absolviert – mehr als jeder andere Feldspieler – und für Verein und Nationalmannschaft insgesamt über 970 offizielle Tore erzielt, womit er der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte des Fußballs ist. 2020 wurde Ronaldo in das Ballon d’Or Dream Team gewählt.
Herkunft und Familie Cristiano Ronaldo dos Santos AveiroVorname: Cristiano Ronaldo, Nachname: dos Santos Aveiro. wurde 1985 als jüngstes von vier Kindern von Maria Dolores dos Santos Aveiro (* 1954) und José Dinis Aveiro (1954–2005) in Santo António im Kreis Funchal, der Hauptstadt der im Atlantik gelegenen portugiesischen Insel Madeira, geboren. Er wuchs mit seinem Bruder und seinen zwei Schwestern in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater arbeitete als städtischer Gärtner und Zeugwart beim Regionalligisten CF Andorinha. Ronaldos Mutter war Köchin in einem Restaurant. Seinen zweiten Vornamen „Ronaldo“ erhielt er nach dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, dem Lieblingsschauspieler seines Vaters. Ronaldos Vater war schwer alkoholkrank und starb im Jahr 2005 im Alter von 51 Jahren an Leber- und Nierenversagen.
Ronaldo ist sechsfacher Vater. Am 4. Juli 2010 gab er die Geburt seines ersten Sohnes bekannt. Für diesen hat er das alleinige Sorgerecht. Die Identität der Mutter hat Ronaldo nicht veröffentlicht, es soll sich um eine Leihmutter handeln. Von Mai 2010 bis Januar 2015 war Ronaldo mit dem russischen Model Irina Shayk liiert. Am 29. Juni 2017 bestätigte Ronaldo die Geburt seines von einer Leihmutter ausgetragenen Zwillingspärchens. Seit Herbst 2016 ist er mit dem spanisch-argentinischen Model Georgina Rodríguez zusammen. Im November 2017 kam ihre erste gemeinsame Tochter zur Welt. Im April 2022 brachte Georgina Rodríguez Zwillinge zur Welt; der Sohn starb kurz nach der Geburt, die Tochter überlebte. Im August 2025 gaben Rodríguez und Ronaldo ihre Verlobung bekannt; im August 2026 heirateten sie und Rodríguez adoptierte Ronaldos ältere Kinder.
Nachdem Ronaldo im Januar 2023 vom saudischen Erstligisten al-Nassr FC unter Vertrag genommen worden und mit seiner Familie nach Saudi-Arabien gezogen war, machten die Herrscher des fundamentalistischen islamischen Königreichs für ihn eine Ausnahme von der Scharia-Regel, der zufolge unverheiratete Paare nicht zusammenleben dürfen.
Karriere Im Verein Die ersten Schritte Cristiano Ronaldo begann das Fußballspielen im Alter von drei Jahren. Als Achtjähriger trat er in den Amateurklub CF Andorinha ein, bei dem sein Vater als Zeugwart arbeitete. 1995 zeigten sich mit Nacional Funchal und Marítimo Funchal die beiden führenden Vereine auf Madeira an einer Verpflichtung des jungen Talents interessiert. Die Wahl fiel schließlich auf den kleineren Verein von Nacional, nachdem Vertreter von Marítimo ein Treffen mit dem Berater Ronaldos bei Andorinha hatten platzen lassen. 1997 absolvierte er mit zwölf Jahren ein dreitägiges Probetraining bei Sporting Lissabon und wechselte anschließend zum Hauptstadtverein.
Sporting Lissabon mini|Ronaldos Trikot im Vereinsmuseum von Sporting Lissabon
In der Kaderschmiede von Sporting Lissabon, die im Jahr 2020 zu seinen Ehren in Academia Cristiano Ronaldo umbenannt wurde, trainierte Ronaldo fortan in Alcochete mit anderen Jugendspielern des Vereins unter professioneller Führung. Dabei hatte er anfänglich Akzeptanzprobleme bei den Kameraden, die zumeist aus der näheren Umgebung Lissabons stammten und sich über Ronaldos spezifischen Dialekt aus Madeira lustig machten. Auch ein extremer Wachstumsschub sowie eine Herzrhythmusstörung, welche die Fortsetzung seiner Karriere in Frage stellte und eine Operation erforderlich machte, standen seiner weiteren sportlichen Entwicklung zunächst im Wege. Erstmals ins internationale Rampenlicht trat Ronaldo im Frühjahr 2002 bei seiner Teilnahme an der U17-Europameisterschaft. (DFB.de), abgerufen am 14. Juni 2011. In der Saison 2002/03 kam er als erster Jugendlicher von Sporting Lissabon binnen einer Spielzeit für die U16-, U17-, U18-, die Reserveauswahl und für das Profiteam zum Einsatz. Dabei debütierte er am 29. September 2002 gegen Sporting Braga und erzielte bereits im zweiten Spiel für die A-Mannschaft am 7. Oktober 2002 gegen den Moreirense FC zwei Tore zum 3:0-Sieg.
Zu diesem Zeitpunkt buhlten in England bereits Gérard Houllier vom FC Liverpool und Arsène Wenger vom FC Arsenal um die Gunst des Portugiesen. Darüber hinaus zeigten sich auch Juventus Turin und der FC Barcelona an einer Verpflichtung interessiert. Am 6. August 2003 kam es zur Begegnung mit Alex Ferguson und dessen Verein Manchester United, als Sporting den englischen Großverein anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten des José-Alvalade-Stadions in Lissabon mit 3:1 besiegte. Dabei demonstrierte Ronaldo auf beiden Außenpositionen seine Leistungsfähigkeit und beeindruckte seine Gegenspieler durch sein trickreiches Spiel derart, dass diese ihren Trainer auf einen möglichen Transfer des jungen Portugiesen ansprachen.
Manchester United 2003–2006: Entwicklung und Durchbruch Am 12. August 2003 wechselte Ronaldo für 17,5 Millionen Euro zu Manchester United, um die Nachfolge von David Beckham auf der rechten Mittelfeldposition anzutreten. Als erster Portugiese im Kader der „Red Devils“ erhielt er das traditionsreiche Trikot mit der Rückennummer 7, das zuvor bereits Vereinslegenden wie George Best, Bryan Robson, Éric Cantona und Beckham getragen hatten. Um dem damit verbundenen Erwartungsdruck zu entgehen, hatte Ronaldo ursprünglich wie bei Sporting die Nummer 28 gewählt. Ferguson bestand jedoch darauf, dass sein neuer Spieler künftig mit der geschichtsträchtigen Nummer 7 auflaufen sollte.
mini|Cristiano Ronaldo (April 2006)
Sein Debüt feierte Ronaldo am 16. August 2003, dem ersten Spieltag der Saison 2003/04, im heimischen Old Trafford gegen die Bolton Wanderers. Er wurde nach einer Stunde beim Stand von 1:0 eingewechselt, begeisterte mit seinem variantenreichen Flügelspiel sofort die Fans und hatte maßgeblichen Anteil am 4:0-Endstand. Sein erstes Tor in der Premier League schoss Ronaldo Anfang November per Freistoß gegen den FC Portsmouth. Insgesamt absolvierte er in seiner ersten Saison 40 Pflichtspiele und erzielte sechs Treffer. Trotz seines erfolgreichen Einstands hatte Ronaldo zunächst Schwierigkeiten, sich an die körperbetonte Spielweise in England zu gewöhnen. Der erste Titel ließ dennoch nicht lange auf sich warten: Nachdem Manchester United in der Liga nur den dritten Rang belegt hatte, krönte sich das Team durch einen Sieg im FA-Cup-Finale gegen den FC Millwall zum Pokalsieger – Ronaldo erzielte dabei per Kopf das Führungstor. Am Saisonende wurde er von den Fans zum „Spieler der Saison“ gewählt.
In der Spielzeit 2004/05 kam Ronaldo auf 50 Pflichtspiele und neun Tore. Manchester United beendete die Spielzeit erneut auf dem dritten Tabellenplatz. Im Finale des FA Cups traf er zwar im Elfmeterschießen gegen den FC Arsenal, dennoch verlor das Team das Endspiel.
In der Saison 2005/06 entwickelte sich Ronaldo endgültig zu einer tragenden Säule der Mannschaft. Zwar schied United bereits in der Gruppenphase der Champions League aus, doch dank vielversprechender Neuzugänge wie Wayne Rooney, Patrice Evra und Nemanja Vidić erreichte das Team in der Liga den zweiten Platz. Ein Titelgewinn gelang durch den 4:0-Sieg im Finale des Ligapokals gegen Wigan Athletic, in dessen Verlauf auch Ronaldo traf. Mit zwölf Toren beendete er die Saison erstmals im zweistelligen Bereich. Eine erste bedeutende persönliche Auszeichnung erhielt er als bester Jungprofi der FIFPro, eine Ehre, die er im darauffolgenden Jahr erfolgreich verteidigte. Bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres 2005 belegte er den 20. Platz.
2006–2009: Drei Meistertitel, erster Champions-League-Triumph und Weltfußballer mini|hochkant|Cristiano Ronaldo (Dezember 2006)
Obwohl nach der WM 2006 infolge der Ereignisse in der Partie gegen England viele Wechselgerüchte aufkamen und er im Laufe der ersten Spiele nach dem Turnier von den gegnerischen Fans bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, gelang Ronaldo in der Saison 2006/07 endgültig der Durchbruch zum Starspieler von Manchester United und zu einem der herausragenden Akteure der Premier League. Sein Spielstil innerhalb der Mannschaft wurde reifer; die zuvor oft individualistische Spielweise wich zunehmend einem besseren Zusammenspiel. Zudem steigerte er im Saisonverlauf seine Torgefährlichkeit. In der letzten Dezemberwoche erzielte er in drei aufeinanderfolgenden Ligaspielen jeweils zwei Treffer. Bereits im November ausgezeichnet, wurde er erneut zum Spieler des Monats gewählt. Am vorletzten Spieltag erzielte Ronaldo das entscheidende Tor im Derby gegen Manchester City, wodurch Manchester United nach vier Jahren wieder die englische Meisterschaft gewann – es war zugleich Ronaldos erster Titel in der Premier League. Mit 17 Toren und 13 Vorlagen war er Topscorer der Liga und wurde in vier Kategorien zu Englands Fußballer des Jahres gewählt.