Der Große Preis von Deutschland 1973 (offiziell XXXV Großer Preis von Deutschland) fand am 5. August auf dem Nürburgring in Nürburg statt und war das elfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1973.

Berichte miniatur|links|hochkant=1.3|George Follmer miniatur|links|hochkant=1.3|Peter Revson Hintergrund Nur eine Woche lag zwischen dem tragisch verlaufenen Großen Preis der Niederlande und dem nächsten WM-Lauf auf dem Nürburgring. Das March-Werksteam trat aus Respekt vor dem tödlichen verunglückten Werksfahrer Roger Williamson nicht an.

Die Teams Ferrari, Hesketh, Ensign und Tecno fehlten ebenfalls. Stattdessen wurde das Feld ergänzt, indem einige Werksteams einen dritten Wagen einsetzten. So erhielt Ferrari-Stammfahrer Jacky Ickx die Möglichkeit, den Grand Prix ausnahmsweise für McLaren zu bestreiten. Jochen Mass absolvierte seinen zweiten GP-Einsatz am Steuer eines dritten Surtees. Rolf Stommelen übernahm fortan das Steuer des dritten Werks-Brabham, der unter der Teambezeichnung "Ceramica Pagnossin" in der ersten Saisonhälfte meist von Andrea de Adamich gefahren worden war.

Henri Pescarolo erhielt von Frank Williams zum zweiten Mal in dieser Saison die Gelegenheit, den zweiten Iso-Marlboro zu fahren.

Das Fehlen von Ferrari und Tecno bewirkte, dass ausnahmsweise ausschließlich britische Teams mit ausschließlich britischen Fahrzeugen zu dem Rennen antraten. Es war zudem das letzte Rennen ohne Beteiligung eines italienischen Fahrers bis zum Großen Preis von Australien 2012.

In der Fahrerwertung führte Jackie Stewart mit zehn Punkten vor Emerson Fittipaldi und mit zwölf Punkten vor François Cevert. In der Konstrukteurswertung führte Tyrrell mit vier Punkten vor Lotus und mit 24 Punkten vor McLaren.

Mit Ickx, Stewart (jeweils zweimal), Graham Hill und Denis Hulme (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training David Purley, der in Zandvoort vergeblich versucht hatte, Williamson zu retten, fehlte am ersten Trainingstag, da er an dessen Beerdigung teilnahm.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 170 Er qualifizierte sich am Samstag weit abgeschlagen für den letzten Startplatz.

Stewart sicherte sich die Pole-Position und verwies Ronnie Peterson auf den zweiten Startplatz. Die zweite Reihe teilte sich Stewarts Teamkollege Cevert mit McLaren-Gaststarter Ickx, der als anerkannter Nordschleifen-Spezialist die beiden Stammfahrer Peter Revson und Hulme um mehr als sechs Sekunden unterbot. Die dritte Startreihe setzte sich aus dem B.R.M. von Niki Lauda und dem Brabham von Carlos Reutemann zusammen.

Emerson Fittipaldi hatte sich noch nicht vollständig von seinen in Zandvoort erlittenen Verletzungen erholt, was sich in seiner Qualifikation für den 14. Startplatz niederschlug.

Der Stammfahrer im Team Frank Williams Racing Cars, Howden Ganley, verunglückte im Training, nachdem an seinem Iso-Marlboro die Bremsen versagt hatten. Da eine Reparatur des daraufhin stark beschädigten Wagens bis zum Rennen nicht möglich war, musste der Neuseeländer auf den Start verzichten.

Rennen Wie üblich fand sich eine große Zuschauermenge entlang der rund 22,8 Kilometer langen Rennstrecke ein. Bei sonnigem Wetter erlebte das Publikum, wie Stewart von der Pole aus in Führung ging und diese Position unangefochten bis ins Ziel hielt. Ihm folgte sein Teamkollege Cevert aus der zweiten Startreihe. Bereits im ersten Umlauf endete das Rennen von Peterson aufgrund eines Motorschadens. Dadurch gelangte Ickx auf den dritten Rang. Bis ins Ziel änderte sich an der Reihenfolge der ersten drei Piloten nichts mehr. Die deutliche Überlegenheit der beiden Tyrrell verursachte diesen recht unspektakulären Rennverlauf.

Den vierten Rang belegte zunächst Lauda, bis er im Bereich des Streckenabschnittes Kesselchen von der Fahrbahn abkam und ausschied. Auch Revson verunglückte, sodass der Kampf um den vierten Platz zwischen Reutemann, Hulme und Carlos Pace ausgetragen wurde. Reutemann kam ebenfalls nicht über die volle Distanz und Hulme fiel später zurück, sodass alle drei angetretenen Brasilianer letzten Endes in die Punkteränge fuhren. Neben Pace waren dies die beiden Fittipaldi-Brüder, wobei Wilson Fittipaldi ausnahmsweise vor seinem jüngeren Bruder lag.

Stewarts 27. und letzter Grand-Prix-Sieg markierte damals einen Rekord, der erst beim Großen Preis von Belgien 1987 durch Alain Prost zunächst eingestellt und schließlich beim Großen Preis von Portugal 1987 gebrochen wurde.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 266

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Lotus 72E Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 5 Tyrrell 006 6 7 McLaren M23 8 30 9 Brabham BT42 10 11 12 Shadow DN1 Clarke-Mordaunt-Guthrie Racing 15 March 731 16 Shadow DN1 17 LEC Refrigeration Racing 18 March 731 19 BRM P160E BRM P142 3.0 V12 20 21 23 Surtees TS14A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 24 31 25 Iso-Marlboro IR2 26 Iso-Marlboro IR1

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 7:07,8 192,160 km/h 1 2 7:08,3 191,936 km/h 2 3 7:09,3 191,488 km/h 3 4 7:09,7 191,310 km/h 4 5 7:09,9 191,221 km/h 5 6 7:15,1 188,936 km/h 6 7 7:15,9 188,589 km/h 7 8 7:16,5 188,330 km/h 8 9 7:18,1 187,642 km/h 9 10 7:18,2 187,599 km/h 10 11 7:18,8 187,343 km/h 11 12 7:18,8 187,343 km/h 12 13 7:19,1 187,215 km/h 13 14 7:19,7 186,959 km/h 14 15 7:20,4 186,662 km/h 15 16 7:22,2 185,902 km/h 16 17 7:22,3 185,860 km/h 17 18 7:22,3 185,860 km/h 18 19 7:25,1 184,691 km/h DNS 20 7:26,6 184,071 km/h 19 21 7:27,1 183,865 km/h 20 22 7:28,3 183,373 km/h 21 23 7:54,2 173,357 km/h 22

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 14 0 1:42:03,0 1 7:13,2 2 14 0 + 1,6 3 7:14,7 3 14 0 + 41,2 47:16,1 4 14 0 + 53,8 11 7:11,4 (13.) 5 14 0 + 1:19,9 13 7:15,2 6 14 0 + 1:24,3 147:15,9 7 14 0 + 1:25,2 157:16,3 8 14 0 + 1:25,7 17 7:16,4 9 14 0 + 2:11,8 7 7:20,0 10 14 0 + 2:22,5 12 11 14 0 + 3:27,3 16 12 14 1 + 3:38,7 8 13 14 0 + 3:49,0 20 14 13 1 + 1 Runde 18 7:17,0 15 13 1 + 1 Runde 22 16 13 2 + 1 Runde 19 – 7 0 DNF 6 – 7 0 DNF 10 – 5 0 DNF 21 – 4 0 DNF 9 – 1 0 DNF 5 – 0 0 DNF 2 –DNSGanley konnte nach einem Unfall im Training nicht zum Rennen starten.––––– Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sechs aus den letzten sieben Rennen. Streichresultate sind in Klammern gesetzt.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Tyrrell-Ford 60 2 Tyrrell-Ford 45 3 Lotus-Ford 42 4 Lotus-Ford 25 5 McLaren-Ford 23 6 McLaren-Ford 23 7 Ferrari / McLaren-Ford 12 8 Brabham-Ford 89March-Ford 8 10 Ferrari 6 11 Shadow-Ford 512B.R.M. 413Surtees-Ford / Brabham-Ford 314Surtees-Ford 315Brabham-Ford 316B.R.M. 217Tecno 118B.R.M. 119Iso-Ford 120March-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 21 Iso-Ford 022Surtees-Ford 0 23 March-Ford 024Surtees-Ford 0 25 Shadow-Ford 0 26 Iso-Ford 027McLaren-Ford 0 28 Shadow-Ford 029Brabham-Ford 030Surtees-Ford 031Ensign-Ford 0 32 March-Ford 0–March-Ford 0 – Tyrrell-Ford 0 – Iso-Ford 0 – Lotus-Ford 0–March-Ford 0–Brabham-Ford 0– †March-Ford 0–Iso-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 71 (75) 2 59 (63) 3 424 14 5 126 8 Pos. Konstrukteur Punkte 7 7 8 59 310 1 11 112 0 Einzelnachweise

Weblinks

Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1973 Deutschland Kategorie:Nürburgring Kategorie:Sportveranstaltung in Rheinland-Pfalz