Der Große Preis von Deutschland 1970 (offiziell XXXII Großer Preis von Deutschland) fand am 2. August auf dem Hockenheimring in Hockenheim statt und war das achte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1970.

Berichte Hintergrund Wegen Sicherheitsmängeln am Nürburgring, die die Fahrer im Vorfeld kritisiert hatten, wurde das Rennen ausnahmsweise nicht dort, sondern erstmals auf dem Hockenheimring ausgetragen. Als Reaktion auf den tödlichen Unfall von Jim Clark während eines Formel-2-Rennens zwei Jahre zuvor war diese Strecke im Gegensatz zum Nürburgring inzwischen mit Leitplanken ausgestattet worden. Zudem wurden im Bereich der langen Waldgeraden zwei Schikanen eingefügt, um die Geschwindigkeiten zu reduzieren. Die später ergänzte Ostkurven-Schikane bestand damals allerdings noch nicht.

Dan Gurney hatte seine Formel-1-Karriere nach dem Großen Preis von Großbritannien zwei Wochen vor dem Rennen beendet und wurde bei McLaren durch Peter Gethin ersetzt.

In der Fahrerwertung führte Jochen Rindt mit elf Punkten vor Jack Brabham und mit 20 Punkten vor Jackie Stewart. In der Konstrukteurswertung führte Lotus mit acht Punkten vor March und mit 14 Punkten vor Brabham.

Mit John Surtees (zweimal), Jacky Ickx, Stewart, Denis Hulme und Graham Hill (jeweils einmal) traten fünf ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Ickx und Clay Regazzoni bestätigten mit den Startplätzen eins und drei den Aufwärtstrend bei Ferrari, der bereits seit einigen Rennen erkennbar war. Sie rahmten den WM-Führenden Rindt auf Platz zwei ein. Für Ferrari war es die 50. Pole-Position in der Teamgeschichte. Der amtierende Weltmeister Stewart musste von einem für seine Verhältnisse enttäuschenden siebten Platz starten.

Hubert Hahne, der als Privatfahrer in einem eigenen March 701 für das Rennen gemeldet war, verfehlte die Qualifikation. Es war sein letzter Versuch, an einem Grand Prix teilzunehmen. Silvio Moser, Andrea de Adamich und Brian Redman wurden ebenfalls nicht zum Start zugelassen.

Rennen Nach dem Start behielt Ickx zunächst die Führung vor Rindt. Zusammen mit Joseph Siffert, Chris Amon und Clay Regazzoni bildete sich ein Führungsquintett, das sich gegenseitig Windschattenduelle lieferte. Siffert konnte das Tempo nicht dauerhaft halten und fiel zurück. Nachdem Regazzoni und Amon nach etwa drei Vierteln der Renndistanz mit technischen Defekten ausgeschieden waren, blieb lediglich ein Zweikampf an der Spitze zwischen Rindt und Ickx, den Rindt knapp für sich entschied. Der Drittplatzierte Hulme hatte im Ziel rund 80 Sekunden Rückstand auf die beiden.

Für Rindt sollte es der vierte Sieg in Folge und sein letzter Grand-Prix-Sieg sein.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 23 2 Lotus 72C 16 17 Lotus 49C 3 Brabham BT33 21 4 McLaren M14A 24 20 McLaren M14D Alfa Romeo T33 3.0 V8 5 March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 12 6 BRM P153 BRM P142 3.0 V12 18 7 Surtees TS7 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 8 Matra MS120 Matra MS12 3.0 V12 14 9 Lotus 49C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 Ferrari 312B Ferrari 001 3.0 F12 15 11 March 701 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 Colin Crabbe Racing 22 25 De Tomaso 505 26 March 701 27 Bellasi F1 70

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:59,5 204,522 km/h 1 2 1:59,7 204,180 km/h 2 3 1:59,8 204,010 km/h 3 4 2:00,0 203,670 km/h 4 5 2:00,5 202,825 km/h 5 6 2:00,9 202,154 km/h 6 7 2:01,0 201,987 km/h 7 8 2:01,1 201,820 km/h 8 9 2:01,5 201,156 km/h 9 10 2:01,6 200,990 km/h 10 11 2:01,6 200,990 km/h 11 12 2:02,0 200,331 km/h 12 13 2:02,0 200,331 km/h 13 14 2:02,1 200,167 km/h 14 15 2:02,1 200,167 km/h 15 16 2:02,1 200,167 km/h 16 17 2:02,2 200,003 km/h 17 18 2:02,3 199,840 km/h 18 19 2:02,4 199,676 km/h 19 DNQ 2:02,7 199,188 km/h – 21 2:03,0 198,702 km/h 20 DNQ 2:03,0 198,702 km/h – 23 2:05,2 195,211 km/h 21 DNQ 2:06,2 193,664 km/h – DNQ 2:07,1 192,293 km/h –

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 50 0 1:42:00,3 2 2:00,6 (49.) 2 50 0 + 0,7 1 2:00,5 (50.) 3 50 0 + 1:21,8 16 2:02,2 (35.) 4 50 0 + 1:55,1 13 2:02,5 (46.) 5 49 0 + 1 Runde 11 2:03,5 (13.) 6 49 0 + 1 Runde 5 2:02,3 (33.) 7 49 0 + 1 Runde 14 2:04,0 (32.) 8 47 0 DNF 4 2:02,9 (3.) 9 46 0 DNF 15 2:01,6 (40.) – 37 0 DNF 20 2:04,4 (17.) – 34 0 DNF 6 2:01,0 (34.) – 30 0 DNF 3 2:01,7 (25.) – 24 0 DNF 10 2:03,1 (19.) – 20 0 DNF 7 2:02,4 (20.) – 15 0 DNF 9 2:03,8 (3.) – 11 0 DNF 19 2:03,8 (11.) – 7 0 DNF 8 2:02,8 (4.) – 5 0 DNF 18 2:02,8 (4.) – 4 0 DNF 21 2:05,0 (2.) – 4 0 DNF 12 2:04,9 (3.) – 3 0 DNF 17 2:06,1 (3.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Die besten sechs Ergebnisse der ersten sieben und die besten fünf der letzten sechs Rennen zählten zur Meisterschaft. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Lotus-Ford 452 Brabham-Ford253 McLaren-Ford204 March-Ford195 March-Ford146 B.R.M.107 Ferrari10 8 Matra 99 Matra810 Lotus-Ford711 † McLaren-Ford612 Ferrari 613 March-Ford414 Brabham-Ford 415 Ferrari 316 Lotus-Ford 317 March-Ford 2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte18 Lotus-Ford 219 McLaren-Ford 120 Surtees-Ford / McLaren-Ford 121 March-Ford 022 Lotus-Ford 023 Brabham-Ford 024 March-Ford 025 Lotus-Ford 026 B.R.M. 027 Lotus-Ford 0– † De Tomaso-Ford 0– B.R.M. 0– Brabham-Ford 0– McLaren-Ford 0– McLaren-Alfa Romeo 0– Lotus-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 502 333 294 27 Pos. Konstrukteur Punkte5 166 167 10– 0

Einzelnachweise

#1970 Deutschland Kategorie:Sportveranstaltung in Hockenheim Kategorie:Hockenheimring Baden-Württemberg