Armin Seydelmann (* 9. November 1872 in Warmbrunn, Deutsches Reich; † 28. Juli 1946 in Spittal an der Drau, Österreich) war ein deutscher Schauspieler beim österreichischen Film.
Leben Er war ein Enkel des Schauspielers Karl Seydelmann (1793–1843). Karriere am Theater Der aus dem späteren Kurort Bad Warmbrunn stammende, gebürtige Niederschlesier entstammte einer Künstlerfamilie – sein Großvater Karl Seydelmann war im 19. Jahrhundert ein gefeierter Bühnenschauspieler – und begann seine Theaterlaufbahn 1894 am Hoftheater Coburg-Gotha. In den folgenden dreizehn Jahren wirkte Seydelmann an zahlreichen deutschen Provinzbühnen. Er wirkte in Lübeck 1896/97, in Sondershausen 1897/98, in Barmen 1898/99, in Erfurt 1899–1901 und in Bremen (am dortigen Stadttheater auch als Regisseur) von 1901 bis 1906. Von September 1907 bis zu seiner Pensionierung gehörte er dem Ensemble des Wiener Burgtheaters an.
In diesen drei Jahrzehnten erwarb sich Seydelmann eine beachtliche Reputation mit Heldenrollen aller Art. Der Staat ernannte den Wahl-Österreicher zum Regierungsrat und verlieh ihm eine Professur zwecks Lehrtätigkeit (seit 1912) an der Schauspielschule der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst. Auch nach seinem Ausscheiden aus der „Burg“ am 24. September 1932 anlässlich seiner 25-jährigen Zugehörigkeit zu dieser bedeutendsten österreichischen Spielstätte blieb Seydelmann diesem Theater als Ehrenmitglied verbunden und kehrte für die eine oder andere Rolle auf die Bühne zurück.
Rollen beim Film Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs wandte sich Armin Seydelmann für ein paar Jahre dem Kinofilm zu. Bis Mitte der 1920er Jahre spielte er, wie schon zuvor auf der Bühne, gewichtige Vertreter des Hochadels und Bürgertums sowie andere Honoratioren. Er war der Kunstmaler Cornelius Vanderstraaten in Adrian Vanderstraaten, der Ratsherr Bogner in Der Teufelsschlosser, der Banktrust-Präsident in Ein Walzer von Strauß, Lord Bolingbroke in Das grinsende Gesicht, ein Fürst in Gevatter Tod und Graf Gradenigo in Die Totenhand. Es waren durchgehend tragende Neben- oder Hauptrollen in Zeit- und Gesellschaftsdramen.
Familie Seydelmann heiratete 1906 die Schauspielerin Susanne (Susi) von der Osten (* 29. Mai 1884) Tochter von Emil von der Osten, diese war von 1910 bis 1923 ebenfalls am Burgtheather.
Filmografie 1919: Adrian Vanderstraaten 1919: Brand 1919: Der Teufelsschlosser 1920: Durch die Quartiere des Elends und Verbrechens 1920: Feuertod 1920: Der Graf von Cagliostro 1920: Ruhmlose Helden 1920: Verfehltes Ziel 1921: Das grinsende Gesicht 1921: Gevatter Tod 1921: Die Schauspieler des Kaisers 1921: Die Totenhand 1922: William Ratcliff 1922: Meriota, die Tänzerin 1923: Knock Out 1924: Die Stadt ohne Juden 1925: Ein Walzer von Strauß
Weblinks
Kategorie:Darstellender Künstler (Österreich) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Ehrenmitglied des Burgtheaters Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Deutscher Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann