mini|Ortsbild von Vollmersweiler Vollmersweiler ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Germersheim, innerhalb dessen sie sowohl gemessen an der Einwohnerzahl als auch gemessen an der Fläche die kleinste Ortsgemeinde bildet. Zudem ist sie innerhalb des Landkreises zugleich die am weitesten westlich liegende Gemeinde. Sie gehört seit 1972 der Verbandsgemeinde Kandel an.
Geographische Lage Der Ort liegt in der Südpfalz zwischen Karlsruhe und Landau in der Pfalz innerhalb des Haardtrandes und bildet den westlichen Abschluss des Landkreises Germersheim. Unmittelbar westlich schließt sich der Landkreis Südliche Weinstraße an. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Dierbach, Freckenfeld, Wörth am Rhein (Ortsbezirk Schaidt), Niederotterbach und Steinfeld. Zu Vollmersweiler gehört zusätzlich der Wohnplatz Höllenmühle. Der unmittelbar südlich der Bebauung verlaufende Otterbach bildet die südliche Gemarkungsgrenze. Im Nordosten wird diese für ein kurzes Stück vom Dierbach gebildet.
Geschichte Vollmersweiler gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Herrschaft Guttenberg, die zu Pfalz-Zweibrücken gehörte. Zeitweise teilte es sich im 18. Jahrhundert den Schultheiß mit der westlich gelegenen Ortschaft Niederotterbach.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Vollmersweiler in den Kanton Kandel eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte der Ort dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging das Bezirksamt Germersheim hervor. Seit 1939 ist Vollmersweiler Bestandteil des Landkreises Germersheim.
Nach dem Krieg wurde Vollmersweiler innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 in die neu gebildete Verbandsgemeinde Kandel eingegliedert.
Bevölkerung Einwohnerstatistik Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Vollmersweiler Jahr Einwohner Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. LX des Anhangs 1802 210 1815 255 1835 249 1849 250 1861 226 Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65 1871 227 1905 188 Jahr Einwohner 1939 188 1950 189 1965 190 1970 178 1975 178 1980 181 1985 205 Jahr Einwohner 1990 235 1995 253 2000 241 2005 229 2010 217 2013 192 2015 195
Konfessionsstatistik Im Jahre 2012 waren 47,1 % der Einwohner evangelisch und 23,8 % katholisch. Die übrige 29,1 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.KommWis, Stand: 31. Dezember 2012 Mit Stand Juli 2025 waren von den Einwohnern 32,0 % evangelisch 21,5 % katholisch und 46,5 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Ortsgemeinde Vollmersweiler, abgerufen am 17. August 2025 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist demnach im beobachteten Zeitraum gesunken.
Im Jahr 1871 waren von insgesamt 227 Einwohnern 173 evangelisch (76 %) und 54 katholisch (24 %).
Politik
mini|Gemeindeverwaltung
Gemeinderat Der Gemeinderat in Vollmersweiler besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Roland Kelemen wurde am 21. Mai 2015 Ortsbürgermeister von Vollmersweiler. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 69,63 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 66,4 % für jeweils weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Kelemens Vorgänger Stefan Gärtner musste im Januar 2015 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Zuvor waren Sibylle Rauch-Toussaint (SPD) von 2009 bis 2014 sowie Elvira Oberle (SPD) von 1991 bis 2009 Ortsbürgermeisterin von Vollmersweiler.
Wappen Die Wappenbeschreibung lautet: „In Rot ein schräggestelltes silbernes Pflugmesser.“
Es wurde 1931 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht zurück auf ein gemeinsames Gerichtssiegel von Vollmersweiler und Niederotterbach aus dem Jahr 1581.Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler mini|Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit der Adresse Hauptstraße 44, bezeichnet 1807, Klinkerausmauerung wohl aus dem frühen 20. Jahrhundert, überdachtes Hoftor gemeinsam mit Nummer 46
Vor Ort befinden sich insgesamt sieben Objekte, die unter Denkmalschutz stehen; dabei handelt es sich ausnahmslos um Fachwerkhäuser.
Natur Mit der Rosskastanie in der Raiffeisenstraße existiert innerhalb des Gemeindegebiets ein Naturdenkmal.
Regelmäßige Veranstaltungen An erster Stelle steht die jährliche Kerwe am dritten Sonntag im September, die jeweils über drei Tage geht. Am 30. April veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr das Maifest und stellt den Maibaum auf.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Ort wird Weinbau betrieben. Hier befindet sich die Einzellage Krapfenberg (79,2 ha)Vollmersweiler Krapfenberg - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 2. März 2024. als Teil der Großlage Guttenberg im Weinanbaugebiet Pfalz. (PDF, 0,7 MB)
Verkehr
Mitten durch den Ort verläuft die Kreisstraße 14, die in die westliche Richtung nach Niederotterbach führt. Am östlichen Ortsrand mündet sie in die Kreisstraße 15, die von Dierbach nach Schaidt verläuft.
Vollmersweiler ist über die Buslinie 547, die die Bahnhöfe Kandel und Bad Bergzabern miteinander verbindet, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. Der Bahnhaltepunkt Schaidt der Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg liegt rund 800 Meter von der Gemeinde entfernt.
Behörden Die Gemeinde gehört zum Zuständigkeitsbereich des Amtsgericht Kandel.
Persönlichkeiten Johann Georg Helck (1863–1933), Landwirt und Bürgermeister sowie Landtagsabgeordneter (DNVP) Johann L. Hartmann, Vater des Mundartdichters Ludwig Hartmann (1881–1967), stammte aus Vollmersweiler.
Weblinks
Ortsgemeinde Vollmersweiler auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kandel
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Germersheim