iPad ist der Markenname einer Tabletcomputer-Reihe des US-amerikanischen Unternehmens Apple, die sich durch einen berührungsempfindlichen kapazitiven Bildschirm mit Multi-Touch-Gesten bedienen lässt. Die iPad-Produktlinie besteht aus dem ursprünglichen iPad, das mittlerweile das Einsteigermodell darstellt, dem kleineren iPad mini, dem leichteren und dünneren iPad Air und dem Flaggschiff-Modell iPad Pro. 2019 wurde das bis dahin für iPads verwendete Betriebssystem iOS, das auch für iPhones und iPod touchs verwendet wird, durch das an Tablets angepasste iPadOS ersetzt. Der Name setzt sich aus dem für Apple-Produkte typischen kleinen „i“ und pad – englisch für ‚Notizblock‘ – zusammen.
Bis September 2020 wurden über 500 Millionen iPads verkauft, was Apple zum Marktführer im Tabletcomputer-Bereich macht. Aufgrund seiner Popularität wird der Begriff „iPad“ auch als Gattungsname für Tabletcomputer verwendet.
Beschreibung und Technik Alle iPads sind Tabletcomputer mit Aluminiumgehäuse, die primär über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert werden. Wie auch bei iPhones bis iPhone 5 und dem iPhone SE und iPod touch gibt es am oberen Gehäuserand einen Ein- und Ausschalter, an der rechten Gehäuseseite sind zwei Tasten zur Steuerung der Lautstärke verbaut, bis einschließlich zum iPad Air gab es auch noch einen Sperrschalter, der entweder die räumliche Ausrichtung des Geräte sperrt oder den Ton stummschaltet. Die Home-Taste ist mittig unterhalb des Bildschirms platziert und lässt Anwendungsprogramme pausieren, beziehungsweise öffnet sich bei einem Doppelklick eine „App-Umschalter“ () genannte Übersicht über die laufenden und zuletzt benutzen Anwendungen. Neben einem Lautsprecher verfügen alle iPads außer dem iPad Pro der 3. Generation von 2018 über 3,5-mm-Headsetanschlüsse. Mit Ausnahme des iPad der 1. Generation besitzen alle Geräte eine Front- und Rückkamera.iPad-Modell bestimmen. In: support.apple.com. Abgerufen am 28. Juni 2020.
Grundsätzlich gibt es in jeder iPad-Modellreihe ein Gerät nur mit WLAN und eins mit WLAN und Mobilfunkmodem. Dabei sind über die Mobilfunktechnik seit iPadOS 26 Telefonate führbar, wenn ein verbundenes iPhone in der Nähe ist. Die Akkulaufzeit aller Geräte wird von Apple im WLAN-Betrieb mit zehn Stunden, im Mobilfunkbetrieb mit bis zu neun Stunden angegeben (Stand: 2015). Alle Geräte arbeiten mit einem eigens von Apple entwickelten SoC, als Betriebssystem kommt seit 2019 iPadOS zum Einsatz.
Geschichte Apple produzierte bis 1998 PDAs der Produktreihe Newton. Ab 2000 arbeitete das Unternehmen an einem neuen Tablet-Konzept, wobei die Entwicklungen zwischenzeitlich immer wieder eingestellt wurden. Aus diesem Projekt gingen 2007 das iPhone und 2010 das iPad hervor. Der Verkauf des ersten iPad begann am 3. April 2010 in den USA. In Deutschland und in der Schweiz kam das iPad am 28. Mai 2010 auf den Markt, in Österreich war es ab 23. Juli 2010 erhältlich. Das bei Verkaufsbeginn vorinstallierte Betriebssystem war das iOS 3.2.
Als erste Stadt in den USA setzt seit 2011 die Stadt Auburn iPads in großem Umfang als Unterrichtsmittel an Grundschulen ein. Kritiker glauben jedoch, dass Kinder in diesem Alter ein iPad schlichtweg nicht benötigen.Auburn School District Decides All Kindergartners Need iPad 2. In: huffpost.com. 9. April 2011, abgerufen am 16. September 2020 (englisch).
Am 17. Februar 2012 reichte das chinesische Unternehmen Proview Electronics in den USA eine Klage ein, mit der Apple die Namensrechte für das iPad in China streitig gemacht wurden. Am 23. Februar 2012 lehnte ein chinesisches Gericht die Forderung des Unternehmens ab, dem iPad-Verkauf in China Einhalt zu gebieten.Proview trägt Markenrechtsstreit um iPad in die USA. In: heise.de. 24. Februar 2012, abgerufen am 30. Juni 2020. Im Juli desselben Jahres legten Apple und Proview ihren Rechtsstreit endgültig bei, indem sich Apple zur Zahlung einer pauschalen Gebühr für die Nutzung der Marke „iPad“ bereit erklärte. Nachdem im Jahr 2009 lediglich 55.000 US-Dollar für die Marke entrichtet wurden, lizenzierte Apple die Marke von Proview nun für einen Betrag von 60 Millionen US-Dollar. Apple darf das iPad im Gegenzug seither dauerhaft und uneingeschränkt unter der bisherigen Bezeichnung in China verkaufen.
Die Endmontage der einzelnen Hardwarekomponenten übernimmt das taiwanische Unternehmen Foxconn.
iPad iPad (2010) mini|links|Steve Jobs während der Präsentation des ersten iPad am 27. Januar 2010 Steve Jobs präsentierte das erste iPad am 27. Januar 2010 im Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco auf einer Keynote vor Vertretern der internationalen Presse. Als SoC fungierte erstmals der Apple A4. Dieser enthält einen Cortex-A8-Prozessor und 256 MB Arbeitsspeicher. Der 24,6 cm (9,7 Zoll) große Touchscreen (IPS-Display) funktioniert wie beim iPhone kapazitiv und reagiert auf Multi-Touch-Gesten. Der Bildschirm ist hintergrundbeleuchtet; die Helligkeit kann sich über einen Umgebungslichtsensor automatisch an die umgebenden Lichtverhältnisse anpassen. Das Gerät hat einen Beschleunigungssensor auf Siliziumbasis, der Anwendungen steuern kann und den Bildschirminhalt an die Lage des Geräts anpasst. Apple gibt die Laufzeit des fest eingebauten Akkus mit bis zu zehn Stunden und die Standbyzeit mit mehreren Wochen an. Die Lebenszeit des Akkus soll fünf Jahre betragen.
Der Präsentation waren monatelange Spekulationen in den Medien und Blogs vorausgegangen, unter anderem um den Namen für das Gerät – hier war meist iSlate (von engl. slate für „Schiefertafel“) erwartet worden.
Der von Jobs auf Ende März 2010 datierte Verkaufsstart der Wi-Fi-Versionen in den USA wurde später auf den 3. April verschoben. Der erste Käufer weltweit war Richard Gutjahr aus Deutschland. Versionen für Wi-Fi und 3G (UMTS bzw. CDMA) erschienen in den USA Ende April 2010 und weltweit im Sommer 2010.
iPad 2 (2011)
mini|hochkant=1.5|iPad und iPad 2 im Größenvergleich
Das „iPad 2“ stellte Steve Jobs am 2. März 2011 erneut im Novellus Theater vor.Apple Support: Identify your iPad model Find out which iPad model you have. 2010–2015 (englisch) Als SoC dient der Apple-A5. Die Auflösung (1024 × 768 Pixel) und Displaygröße (9,7 Zoll) blieben im Vergleich zum Vorgängermodell gleich und entsprachen damit der des EVGA-Standards. Die Rückseite ist auch weiterhin aus Aluminium.Stefan Keller: iPad 2-Vorstellung: Design und Daten von Apples neuem Tablet. In: macnotes.de. 2. März 2011, abgerufen am 7. April 2021. Zur Ausstattung gehören jeweils eine Kamera auf der Vorder- und der Rückseite. Eine Variante verfügt zudem über ein Mobilfunkmodem; diese Geräte enthalten eine A-GPS-Funktion. Das Gerät war mit 16, 32 oder 64 GB Flash-Speicher und in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Der Verkaufsstart war in den USA am 11. März 2011 und in Europa am 25. März 2011. Am 18. März 2014 wurde der Verkauf des iPad 2 eingestellt. An dessen Stelle rückte das iPad der 4. Generation, das ab diesem Zeitpunkt nur noch in der 16-GB-Variante verfügbar war.
iPad (3. Generation, Frühjahr 2012)
Die Vorstellung der dritten iPad-Generation, seinerzeit „das neue iPad“ genannt, fand am 7. März 2012 im Yerba Buena Center in San Francisco unter Leitung Tim Cooks statt. Das Gerät entspricht in den äußeren Abmessungen dem Vorgänger, ist aber mit 9,4 Millimetern 0,6 mm dicker. Es verfügt über eine 5-Megapixel-Kamera, die neben Fotos auch Videos mit 1080p und 30 Frames aufzeichnen kann. In Nordamerika ist beim iPad der 3. Generation LTE nutzbar, in Europa steht es nicht zur Verfügung. Diese Gerätegeneration besitzt zusätzlich zum Apple-A5X-SoC ein 264-ppi-Retina-Display mit einer Auflösung von 2048 × 1536 Pixeln. Weiterhin wurde eine Diktierfunktion für Texte integriert. Ab iOS 6 ist die Sprachsteuerung Siri nutzbar. Das iPad der 3. Generation war in den Farben Schwarz und Weiß, in drei Speicherkapazitäten mit 16, 32 oder 64 GB und entweder mit WLAN oder WLAN und Mobilfunknetz verfügbar. Der Verkauf begann in den Vereinigten Staaten, Deutschland, der Schweiz und sieben weiteren Ländern am 16. März 2012, eine Woche später folgten weitere Länder wie Österreich,Neues iPad: LTE in Österreich und Deutschland nicht nutzbar. In: derstandard.at. 8. März 2012, abgerufen am 28. Oktober 2020. Italien und Spanien. Am 26. Oktober 2012 startete Apple die Vorbestellungsmöglichkeit für das Nachfolgemodell, das das iPad der 3. Generation ersetzte.
iPad (4. Generation, Herbst 2012)
Das iPad der vierten Generation wurde am 23. Oktober 2012 im California Theatre in San José als „iPad mit Retina Display“ vorgestellt. Die Abmessungen entsprechen denen des iPad der 3. Generation, es besitzt aber einen Lightning-Anschluss. LTE stellt das iPad der 4. Generation auch im 1,8-GHz-Frequenzband zur Verfügung. Die Frontkamera-Auflösung wurde auf 1,2 Megapixel angehoben, die Kamera kann Videos in 720p und Fotos mit 1280 × 1024 Pixeln aufnehmen, die Rückkamera-Auflösung beträgt 5 Megapixel. Darüber hinaus besitzt das Gerät das Apple-A6X-SoC. Apple legte Ende Januar 2013 eine 128-GB-Variante nach.Apple Increases iPad with Retina Display to 128 GB. Pressemitteilung. In: apple.com. 29. Januar 2013, abgerufen am 5. Mai 2021 (englisch). Der Verkauf wurde von Oktober 2013 bis März 2014 ausgesetzt, bevor er im Oktober 2014 endgültig eingestellt wurde.
iPad (5. Generation, 2017)
Das iPad (2017) der fünfteniPad (5. Generation) – Technische Daten. In: support.apple.com. Abgerufen am 13. Mai 2021. Generation wurde am 21. März 2017 vorgestellt und konnte ab dem 24. März 2017 vorbestellt werden. Es ersetzte das iPad Air 2 und war somit das günstigste Modell. Die hauptsächliche Neuerung bestand im schnelleren Apple-A9-System-on-a-Chip, der schon in den iPhones 6s, 6s Plus und SE eingebaut war. Das 9,7 Zoll große Retina-Display löste mit den bekannten 2048 × 1536 Pixeln auf, was zu einer Pixeldichte von 264 ppi führte. Das Gerät unterstützt den WLAN-Standard 802.11ac (Wi-Fi 5) und Bluetooth 4.2. Verbaut sind zwei Kameras – eine 8-Megapixel-Hauptkamera auf der Rückseite, die in 1080p mit 30 fps oder 720p und 120 fps Videos aufnehmen kann, sowie eine 1,2-MP-Frontkamera. Es steht in den Farben Silber, Gold und Space Grau und den Speichergrößen 32 GB und 128 GB zur Verfügung. Die unverbindliche Preisempfehlung betrug 399 € / 387.95 CHF bzw. 499 € / 497.60 CHF je nach Größe des Speichers. Einen SIM-Kartenschacht, der 4G-Mobilfunkkonnektivität ermöglicht, lässt sich für zusätzlich je 160 € / 149.55 CHF hinzufügen.
iPad (6. Generation, 2018)
Am 27. März 2018 wurde auf einer Pressekonferenz mit dem Titel „Let’s take a field trip.“ das nächste Modell des günstigsten iPad vorgestellt. Es verfügt über einen schnelleren und effizienteren Apple-A10-Fusion-System-on-a-Chip und unterstützt wie das iPad Pro den Apple Pencil. Neben Silber und Space Grau ist es in einem neuen Goldton erhältlich, welcher an den des iPhone 8 angeglichen wurde und eine Mischung aus dem Gold und dem Roségold des iPad Pro 10,5″ ist. Die Speichergrößen betragen weiterhin 32 und 128 GB. Im Gegensatz zu den USA, wo die Preise unverändert blieben, wurde das iPad in Deutschland, Österreich und der Schweiz günstiger. So kostet es bei Apple je nach Speichergröße 349 € / 379 CHF bzw. 439 € / 489 CHF. Die Aufrüstung mit einem 4G-Modul kostet jetzt 130 € / 150 CHF. Dieses unterstützt nun LTE-A Cat6, was gegenüber dem Vorgänger doppelt so hohe Downloadgeschwindigkeiten (300 Mbps) ermöglicht.Apple iPad 9.7 (2018) – Full tablet specifications. In: gsmarena.com. Abgerufen am 12. Oktober 2021 (englisch)
iPad (7. Generation, 2019)