mini|Friedrich von Eyben, zeitgenössisches Porträt
Friedrich von Eyben (* 26. August 1699 in Schleswig; † 7. Juli 1787 in Dassow) war ein deutscher Jurist, Diplomat, Assessor (Richter) am Reichskammergericht, Präsident des Oberappellationsgerichts in KasselJahns, S. 422. und Kanzler der königlich dänisch-holsteinischen Regierung in Glückstadt.
Herkunft und Familie Friedrich von Eyben stammte aus einer Familie von Juristen und Diplomaten. Er war der Sohn des Diplomaten Christian Wilhelm von Eyben und dessen Frau, Luise Barbara von Fabrice. Dadurch war er ein Enkel von Hulderich von Eyben und Weipart Ludwig von Fabrice.Jahns, S. 417.
Die Familie besaß ein Rittergut in Stammheim (heute ein Ortsteil von Florstadt) bei Friedberg und war dadurch Mitglied in der Mittelrheinischen Reichsritterschaft und der Burggrafschaft Friedberg.Jahns, S. 419.
Friedrich von Eyben heiratete im Februar 1741 Georgine Henriette Dorothea Freiin von Schlitz genannt von Görtz (1705–1787), älteste Tochter des 1719 in Stockholm hingerichteten Georg Heinrich Schlitz genannt von Görtz (1668–1719). Die Ehe blieb kinderlos, weshalb Eyben seinen Neffen Adolf Gottlieb von Eyben adoptierte.
Ausbildung Friedrich von Eyben studierte 1718 bis 1720 in Gießen Rechtswissenschaft. Er schloss das Studium ohne formalen Abschluss ab, was im 18. Jahrhundert durchaus üblich war.Jahns, S. 421. Anschließend unternahm er gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Christian August eine Kavalierstour.
Wirken Sein Berufseinstieg erfolgte etwa 1723 als Hofrat im Hochstift Osnabrück. 1733 wechselte er als Hof- und Kanzleirat in die Justizkanzlei des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg in Hannover, 1737 als oranien-nassauischer Geheimer Rat nach Siegen.Jahns, S. 422.
1736 schied der Inhaber des kurbraunschweigischen Assessorats am Reichskammergericht, Siegmund Ehrenfried von Oppel aus, eine Neubesetzung war also erforderlich. Georg II. von Großbritannien präsentierte als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg (Hannover) Friedrich von Eyben als seinen Kandidaten. Das Verfahren dazu beim Reichskammergericht dauerte etwa zwei Jahre. Am 11. Dezember 1738 leistete Friedrich von Eyben seinen Amtseid.Jahns, S. 423.
1746 erwarb er von Christian August von Berkentin dessen umfangreiche Besitzungen im Klützer Winkel, darunter Dassow und Lütgenhof.Schlie, S. 392–398 (394 ff.).
1751 trat Friedrich von Eyben von seinem Richteramt zurück und verließ das Reichskammergericht, aufgrund seiner Verpflichtung zum „Nachdienst“Der „Nachdienst“ stellte eine Art Kündigungsfrist für ausscheidende Richter dar. aber erst 1752, da er vom Statthalter der Niederlande, Prinz Wilhelm V., den Posten des Präsidenten („Regierungschef“) für dessen deutsche BesitzungenEs handelte sich um das Fürstentum Nassau-Siegen, das Fürstentum Nassau-Hadamar, die Grafschaft Nassau-Diez und die Grafschaft Nassau-Dillenburg. angeboten bekam.Jahns, S. 422.
1754 wechselte er als Wirklicher Geheimer Rat und Präsident des Oberappellationsgerichts der Landgrafschaft Hessen-Kassel nach Kassel, wo er an den schwierigen Verhandlungen nach der Konversion des Erbprinzen Friedrich um dessen Assekurationsakte beteiligt war.Jahns, S. 422.
1759 trat Eyben in dänische Dienste und wurde Kanzler der Regierung des dänischen Anteils am Herzogtum Holstein in Glückstadt.Jahns, S. 422. Hier wurde Helfrich Peter Sturz sein Privatsekretär, den er 1762 in diplomatischer Mission an den Kaiserhof in Wien schickte. 1765 bis 1769 war Eyben Gesandter Dänemarks am Hof des Herzogtums Württemberg. Dort war eine ähnliche Situation eingetreten wie zuvor in Kassel: Der Herzog war römisch-katholisch, die Württembergischen Landstände aber evangelisch und suchten den religiösen Status quo zu wahren. Friedrich von Eyben arbeitete hier eng mit dem Landschaftskonsulenten Johann Jakob Moser zusammen.Jahns, S. 422.
Ruhestand 1774 zog Friedrich von Eyben sich auf seine Güter in Mecklenburg zurück.Jahns, S. 422. Er starb 1787.Jahns, S. 417. Das Epitaph für ihn und seine Frau befindet sich in der Nikolaikirche in Dassow. Schlie, S. 401.
Auszeichnungen Dannebrog-Orden
Wissenswert Ein von Johann Heinrich Tischbein gemaltes Doppelporträt von Friedrich von Eyben und seiner Frau ist seit einer Auktion 1935 verschollen.Eintrag in der Lost Art-Datenbank. Das Bild war 128 × 157 cm groß und zeigte die Dame am Tisch sitzend, in Silbergrau und Blau, ihr Gemahl hinter ihr stehend in goldgelber Weste mit dunkelgrauem Rock; als Abschluß mattweinroter Vorhang.
Literatur Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X, S. 417–424. Johann Friedrich Jugler: Beyträge zur juristischen Biographie... Joh. Samuel Heinsius, Leipzig 1773, S. 209–214. (Digitalisat) Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, ISBN 3-910179-06-1
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Genealogische Informationen
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Einzelnachweise
Kategorie:Richter (Reichskammergericht) Kategorie:Dänischer Diplomat Kategorie:Person (Wetzlar) Kategorie:Person (Kassel) Kategorie:Person (Glückstadt) Kategorie:Person (Dassow) Kategorie:Geheimer Hofrat Kategorie:Ritter des Dannebrogordens (1671–1808) Friedrich Kategorie:Geboren 1699 Kategorie:Gestorben 1787 Kategorie:Mann