Einzug ins Paradies ist eine sechsteilige Fernsehserie von Achim und Wolfgang Hübner von 1983, die aber erst 1987 gesendet werden durfte. Sie entstand nach dem gleichnamigen Roman von Hans Weber.

Handlung In einem neu errichteten Plattenbau in Berlin-Marzahn ziehen neue Mieter ein. Noch sind die Balkone der Wohnungen nicht voneinander getrennt und so kommen sich die neuen Nachbarn schnell näher. Es werden die Geschichten um fünf Familien an den ersten sechs Tagen nach dem Umzug erzählt. In jeder Episode wird ein Tag erzählt.Einzug ins Paradies. Episodenführer Fernsehen der DDR (Memento), mit detaillierter Handlungsangabe

Entstehung Einzug ins Paradies war als repräsentative Serie über das Wohnungsbauprogramm anlässlich des 34. Jahrestags der Gründung der DDR um den 7. Oktober 1983 geplant.Einzug ins Paradies Fernsehen der DDR (Memento), mit einigen Hintergrundinformationen, aber leider ohne Herkunftsangaben Literarische Grundlage war das gleichnamige Buch von Hans Weber. Dieses stellte die Entwicklung von Mitgliedern von 5 Familien unter guten, bis dahin nicht erlebten Wohnverhältnissen dar.

Da für die ursprünglich geplanten 7 Teile à 90 Minuten nur ein kurzer Produktionszeitraum von April bis September 1983 zur Verfügung stand, entschieden die beiden Regisseure Achim und Wolfgang Hübner, dass zwei parallele Produktionsteams und Drehstäbe gebildet werden sollten. Diese stellten die dramaturgische Entwicklung von jeweils 2 oder 3 Familien getrennt voneinander dar. Danach wurden einzelne Teile daraus in den jeweiligen Tagesfolgen miteinander verknüpft. Die Dreharbeiten fanden in Berlin-Marzahn in einem gerade neu erbauten Hochhaus in zwei extra dafür vorbereiteten Stockwerken statt. Es wurde parallel gedreht.

Zu den Darstellern gehörten mit Kurt Böwe, Walfriede Schmitt, Barbara Dittus, Jutta Wachowiak, Eberhard Esche, Ursula Werner, Rolf Ludwig, Ursula Karusseit, Franziska Troegner und Hermann Beyer zahlreiche bekannte Schauspieler der DDR.

Ausstrahlungen

Die fertigen Folgen wurden von den SED-Verantwortlichen dann aber abgelehnt, da sie zu viele Probleme und Tabus der DDR thematisierten, sie durften deshalb nicht wie vorgesehen gesendet werden. (Ein Hintergrund war wahrscheinlich, dass sich während der Dreharbeiten die Maßstäbe für die Zensur von Fernsehfilmen durch parteiinterne Veränderungen verschärft hatten.)Ehrig, 2026, S. 59; gab dieses an Es mussten nun umfangreiche Veränderungen und Kürzungen vorgenommen werden. Es gab Proteste von Mitgliedern des Schriftstellerverbands und des Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR, Diskussionen der Regisseure mit Medienverantwortlichen, die bis in das Politbüro gingen und in die auch Erich Honecker einbezogen war.Anne Kasprik, Ich aus dem Osten, 2018, S. 6; mit einigen Details, die sie wahrscheinlich aus einer anderen Informationsquelle übernommen hat

Nach vier Jahren, in der Zeit von Glasnost, wurde dann entschieden, dass die Filme in sechs Folgen, großenteils wieder in der ursprünglichen Fassung, ab dem 21. August 1987 im DDR-Fernsehen gezeigt werden durften. Die künstlerischen Leiter beider Produktionsteams erhielten 1988 den Kritikerpreis. Nach einer erneuten Ausstrahlung 1989 übernahm die ARD die Folgen und zeigte sie ab dem 28. oder 29. August 1989 zur besten Sendezeit, in den Wochen, als die Flüchtlingsströme aus der DDR die Medien beherrschten. Auch der Oesterreichische Rundfunk ORF zeigte die Filme.Ehrig, 2026, p. 61, mit einigen Details, auch nach den unveröffentlichten Erinnerungen von Achim Hübner im Deutschen Rundfunkarchiv

Rezeption

Die Süddeutsche Zeitung lobte kurz nach der ARD-Ausstrahlung 1989

Der DDR-Fernseh-Dokumentarfilm Wandlitz: Einzug ins Paradies von November 1989 über die Politbürosiedlung nahm im Titel Bezug zu der Spielfilmserie, obwohl die Inhalte verschieden waren.

Literatur Stefan Ehrig: Neubau Athmospheres. Berghahn, 2026. S. 50–64, mit detaillierter Bewertung des kulturpolitischen Umfelds Anne Kasprik: Ich aus dem Osten. Neues Leben, Berlin 2018. S. 5–6, mit kurzen Erinnerungen der jungen Filmdebütantin Achim Hübner: Kein Einzug ins Paradies. Manuskript, im Deutschen Rundfunkarchiv DRA S031 0002, Erinnerungen des Regisseurs

Weblinks

Einzug ins Paradies Fernsehen der DDR (Memento)

Einzug ins Paradies. Episodenführer Fernsehen der DDR

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1987 Kategorie:Fernsehserie (DDR) Kategorie:Miniserie Kategorie:Sozialpolitik (DDR) Kategorie:Berlin-Marzahn Kategorie:Verbotener Film (DDR)