mini|Früheres CONMEBOL-Logo bis 2017
Die CONMEBOL (, , deutsch: Südamerikanische Fußball-Konföderation) ist der Kontinentalverband der nationalen Fußballverbände Südamerikas. Die Gründung erfolgte am 9. Juli 1916. Sitz des Verbandes ist Luque in Paraguay. Die Abkürzung wurde ursprünglich bei der telegrafischen Nachrichtenübermittlung benutzt (CONfederación sudaMEricana de fútBOL). Die Verkehrssprachen sind Portugiesisch und Spanisch.
Der Verband veranstaltet seit 1916 die Copa América genannte südamerikanische Fußballmeisterschaft für Nationalmannschaften. Der Austragungsrhythmus wechselte dabei häufig, seit 2007 soll die Copa América alle vier Jahre stattfinden. Seit 1991 gibt es mit der Copa América der Frauen (bis 2010 Sudamericano Femenino) auch einen Wettbewerb für Frauen-Nationalmannschaften. Seit 1960 wird jedes Jahr die Copa Libertadores für Vereinsmannschaften ausgetragen, das südamerikanische Gegenstück zum Europapokal der Landesmeister bzw. der UEFA Champions League.
Mitgliedsverbände mini|Mitgliedsstaaten der CONMEBOL
Die CONMEBOL wurde als mit Abstand ältester Kontinentalverband am 9. Juli 1916 im Rahmen der dadurch ersten anerkannten Copa América auf Initiative von Héctor Rivadavia, der sich schon länger für eine Vereinigung eingesetzt hatte, von den Gründungsmitgliedern Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay ins Leben gerufen. Bei dem Gründungsdatum handelte es sich um exakt den 100. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Provinzen des Río de la Plata, des heutigen Argentiniens, zu deren Feierlichkeiten das Turnier stattfand.
Dem Verband gehören seit 1952 zehn Landesverbände an. Die CONMEBOL ist damit gemessen an der Zahl der Mitgliedsverbände der kleinste der sechs Kontinentalverbände des Fußball-Weltverbandes FIFA und lädt deswegen heutzutage zur Copa América stets zwei Gastmannschaften ein, um eine Aufteilung der Mannschaften in drei Vierergruppen zu ermöglichen.
Die Verbände von Französisch-Guayana, Guyana und Suriname sind Mitglieder der Nord-, Zentralamerikanischen und karibischen Fußballkonföderation CONCACAF, obwohl sie vollständig in Südamerika liegen.
Präsidenten mini|Verwaltungsgebäude der CONMEBOL in Luque, Paraguay
1916–1936 1936–1939 1939–1955 1955–1957 1957–1959 1959–1961 1961–1966 1966–1986 1986–2013 2013–2014 2014–2015 2016–
WM-Teilnehmer aus Südamerika mini|Platzierung der CONMEBOL-Mannschaften in der ewigen WM-Tabelle
Männer Fußball-Weltmeisterschaft 1930: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay, Peru, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1934: Argentinien, Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft 1938: Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft 1950: Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1954: Brasilien, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1958: Argentinien, Brasilien, Paraguay Fußball-Weltmeisterschaft 1962: Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Uruguay, Fußball-Weltmeisterschaft 1966: Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1970: Brasilien, Peru, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1974: Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay, Fußball-Weltmeisterschaft 1978: Argentinien, Brasilien, Peru Fußball-Weltmeisterschaft 1982: Argentinien, Brasilien, Chile, Peru Fußball-Weltmeisterschaft 1986: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1990: Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 1994: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien Fußball-Weltmeisterschaft 1998: Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Paraguay Fußball-Weltmeisterschaft 2002: Argentinien, Brasilien, Ecuador, Paraguay, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Argentinien, Brasilien, Ecuador, Paraguay Fußball-Weltmeisterschaft 2010: Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 2014: Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 2018: Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Peru, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Argentinien, Brasilien, Ecuador, Uruguay Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Argentinien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Uruguay
Dabei gelang bisher drei Mitgliedern insgesamt zehnmal der Gewinn des Weltmeistertitels, nämlich fünfmal Brasilien (1958, 1962, 1970, 1994, 2002), dreimal Argentinien (1978, 1986, 2022) und zweimal Uruguay (1930, 1950). Der Verband Venezuelas ist der einzige, dem noch keine Endrundenteilnahme gelang.
Anmerkungen: Weltmeister sind fett, Gastgeber kursiv gesetzt.
Frauen Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1991: Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1995: Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 1999: Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2003: Argentinien, Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2007: Argentinien, Brasilien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011: Brasilien, Kolumbien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015: Brasilien, Kolumbien, Ecuador Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2019: Argentinien, Brasilien, Chile Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2023: Argentinien, Brasilien, Kolumbien Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2027: Brasilien
Der Gewinn eines Frauen-Weltmeistertitels ist bislang noch keinem Mitgliedsverband aus der CONMEBOL gelungen. Das beste Abschneiden einer südamerikanischen Frauennationalmannschaft war bislang der zweite Platz der Mannschaft Brasiliens im Jahr 2007.
Vereinsweltmeister aus Südamerika Folgende südamerikanischen Mannschaften konnten die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gewinnen: 2000: Corinthians São Paulo (Brasilien) 2005: FC São Paulo (Brasilien) 2006: Internacional Porto Alegre (Brasilien) 2012: Corinthians São Paulo (Brasilien)
Wettbewerbe Für Nationalmannschaften Copa América Copa América der Frauen U-20-Fußball-Südamerikameisterschaft U-17-Fußball-Südamerikameisterschaft U-15-Fußball-Südamerikameisterschaft U-20-Fußball-Südamerikameisterschaft der Frauen U-17-Fußball-Südamerikameisterschaft der Frauen Copa América (Futsal) Campeonato Sudamericano Femenino de Futsal Campeonato Sudamericano de Futsal Sub-20
Für Vereinsmannschaften Copa Libertadores Copa Libertadores der Frauen Copa Libertadores (U-20) Copa Sudamericana, ausgetragen seit 2002 als Nachfolger der Wettbewerbe Copa Merconorte und Copa Mercosur (1998–2001) und Copa CONMEBOL (1992–1999) Recopa Sudamericana Sudamericano de Clubes de Futsal
Korruptionsaffäre Vor dem Hintergrund der Ermittlungen im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre in der FIFA votierte der Senat von Paraguay am 11. Juni 2015 dafür, die bis dahin bestehende Immunität für leitende Funktionäre des Verbandes aufzuheben. Einen entsprechenden Beschluss hatte auch das paraguayische Unterhaus in der Vorwoche verabschiedet. Staatspräsident Horacio Cartes unterstützte das Vorhaben ebenfalls. Nicolás Leoz, bis 2013 fast 30 Jahre Präsident des Verbandes, stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter Hausarrest.
Siehe auch Fußball in Südamerika Liste der Fußballnationalmannschaften (Männer)
Weblinks
Offizielle Website (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballverband Kategorie:Abkürzung Kategorie:Südamerikanische Organisation Kategorie:Sport (Luque, Paraguay) Kategorie:Sportverband (Paraguay) Kategorie:Kontinentaler Sportverband (Amerika) Kategorie:Verbandsgründung 1916