mini|hochkant|Unbeflecktes Herz Mariens, Statue unserer lieben Frau in der Kirche St. Franziskus in Bilbao Der Begriff Unbeflecktes Herz Mariä bezieht sich auf Maria (Mutter Jesu) und deren Verehrung. Die Verehrung des „unbefleckten Herzens Mariä“ ist eine Ausdrucksform der römisch-katholischen Spiritualität. Sie äußert sich in liturgischen Festen, Patrozinien von Kirchen und Ordensgemeinschaften und in Weihehandlungen.

Theologischer Kerngedanke Die Herz-Mariä-Verehrung richtet sich auf Maria, die Mutter Jesu, als Person, die ihr innerstes Sein, Verstand, Gedächtnis, Willen und Liebesfähigkeit Gott und den Menschen widmete und sich dem Heilswerk ihres Sohnes unterordnete.

Die Grundtexte aus dem Evangelium sind bzw. : „Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“.

Entstehung und Ausformungen mini|Andachtsbild Schon bei den Kirchenvätern gab es Elemente einer Herz-Mariä-Verehrung, so zum Beispiel in Werken von Augustinus, Johannes Chrysostomos, Ephräm dem Syrer. Auch bei Prudentius, Fabius Claudius Gordianus Fulgentius und Leo dem Großen finden sich Bezüge.

Im 13. Jahrhundert kamen Impulse zur Herz-Mariä-Verehrung von dem Spanier Ricardo de San Lorenzo († nach 1254), durch Mechthild von Hackeborn und ihr Buch geistlicher Gnaden sowie durch Gertrud von Helfta und ihr Werk Gesandter der göttlichen Liebe. Besonders bedeutsam im 14. Jahrhundert war Ernst von Pardubitz; auch Birgitta von Schweden schrieb über das Herz Mariä; im 15. Jahrhundert waren es Lorenzo Giustiniani († 1456) und Bernhardin von Siena; im 16. Jahrhundert Johannes Justus von Landsberg, Louis de Blois, Fray Luis de Granada, Petrus Canisius und Franz von Sales.

Im 17. und 18. Jahrhundert konnte sich die Herz-Mariä-Verehrung entfalten. Pierre Kardinal de Bérulle und seine École française de spiritualité begeisterten viele für diese Devotionsform. Einen besonderen Impuls erhielt sie durch Johannes Eudes, Schüler Bérulles, und sein Hauptwerk Le Cœur admirable de la très Sainte Mère de Dieu. Die Bedeutung von Eudes für die Herz-Mariä-Verehrung wurde insbesondere von den Päpsten Leo XIII. (3. Januar 1903) und Pius X. (11. April 1909) hervorgehoben. Auch Schriften der Jesuiten Giovanni Pietro Pinamonti, Jean Croiset und Joseph de Gallifet trugen zur Verbreitung bei. Im 17. Jahrhundert wurde die Herz-Mariä-Verehrung insbesondere vom Jansenismus abgelehnt und bekämpft.

Eingang in die Liturgie erhielt die Herz-Mariä-Verehrung im Jahr 1643 auch durch Johannes Eudes und die von ihm gegründete „Kongregation von Jesus und Maria“ (Eudisten) und durch ein Ideenfest, das vom Bischof von Autun im Jahr 1648 eingeführt wurde. Eine Andacht wurde im Jahr 1668 vom Kardinallegaten Louis I. de Bourbon, duc de Vendôme approbiert. Papst Pius IX. führte am 21. Juli 1855 eine Votivmesse, ein Offizium und ein eigenes Fest des reinsten Herzens Mariä ein.

mini|Darstellung des unbefleckten Herzens Mariens auf einem Andachtsbildchen Papst Pius XII. führte am 4. Mai 1944 das Herz-Mariä-Fest verbindlich für die ganze Kirche als Fest II. Klasse ein, das am 22. August gefeiert wurde. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil römischen Generalkalender ist dieses Marienfest (gebotener Gedenktag, bis 1996 nichtgebotener Gedenktag) auf den Tag nach dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu festgesetzt, also am dritten Samstag nach Pfingsten.

Im 20. Jahrhundert erhielt die Verehrung des unbefleckten Herzens Mariens im Jahr 1917 einen Impuls durch die Visionen der Lúcia dos Santos in Fátima.Vgl. auch Josef Wegener: Fátima. Geheimnisse, Wunder und Gnaden. Steyler Missionsbuchhandlung, Kaldenkirchen 1946, S. 32–36 und 59–61. Daraus entwickelten sich die Andachten zum unbefleckten Herzen Mariens und der sogenannten Sühnesamstage. Am 31. Oktober 1942 und noch einmal am 8. Dezember 1942, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, weihte Papst Pius XII. die Kirche und die Menschheit dem unbefleckten Herzen Mariä.

Rund einen Monat nach dem Beginn der Invasion Russlands in die Ukraine 2022 weihte Papst Franziskus am 25. März 2022, am Fest Verkündigung des Herrn, Russland und die Ukraine dem unbefleckten Herzen Mariens, um den beiden Ländern einen noch engeren Beistand der Mutter Jesu zuteilwerden zu lassen. Dem schlossen sich weltweit viele Priester und Bischöfe an.

Datum des Gedenktages

2022: 25. Juni 2023: 17. Juni 2024: 8. Juni 2025: 28. Juni 2026: 13. Juni 2027: 5. Juni 2028: 24. Juni 2029: 9. Juni 2030: 29. Juni

Ikonographie In der Ikonographie wird das Herz Mariens, analog zu Darstellungen des heiligsten Herzens Jesu, meist mit einem Kranz aus Rosen umwunden und von einem Schwert durchbohrt dargestellt. Die Rosen symbolisieren die Jungfräulichkeit und Reinheit Mariens, das Schwert veranschaulicht die Verheißung Simeons an Maria aus dem Lukasevangelium , wonach ein Schwert ihre Seele durchdringen werde. Eine ähnliche Darstellung, in der das Herz Mariens von sieben Schwertern durchbohrt wird, symbolisiert die sieben Schmerzen Mariens.

Patrozinien Kirchen siehe Herz-Mariä-Kirche

Ordensgemeinschaften mit dem Patrozinium des unbefleckten Herzens Mariens Eudisten, Kongregation von Jesus und Maria Claretiner Spiritaner Kongregation der Franziskanerinnen von Salzkotten Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens Benediktinerinnen vom Unbefleckten Herzen Mariens Gesellschaft der Töchter vom Herzen Mariä Hermanas Adoratrices del Santissimo Sacramento del Inmaculado Corazón de Maria (dt.: Anbetungsschwestern des Allerheiligsten Sakramentes vom Unbefleckten Herzen Mariens) Schwestern vom Heiligen Herzen der Unbefleckten Jungfrau Maria

Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens Die ganze Welt wurde wiederholt von verschiedenen Päpsten dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht:

Pius XII., 31. Oktober 1942:

Paul VI., 21. November 1964 Johannes Paul II., 13. Mai 1982 Johannes Paul II. zusammen mit allen Bischöfen der Erde, 25. März 1984 Franziskus, 13. Oktober 2013, 25. März 2022 (Ukraine und Russland)

Länder, die dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht sind Mehrere Nationen wurden von ihren jeweiligen Bischöfen dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht, insbesondere:

Ecuador (1892) Portugal (13. Mai 1931 – 13. Mai 1938) Frankreich (22. November 1940, 28. März 1943) Niederlande und Belgien (15. August 1943) Polen (8. September 1946 - 4. Juni 1979 - 6. Juni 2017, Bischof Stanisław Gądecki) Japan (1947) Österreich (18. Mai 1947, Kardinal Theodor Innitzer) Kanada (22. Juni 1947 - 26. September 2017) Brasilien (1948) Argentinien (1948) Australien (1948) England und Wales (1948 - 20. Februar 2017, Kardinal Vincent Nichols) Bolivien (12. Oktober 1948 - 15. April 2018) Indonesien (1951) Deutschland (4. September 1954) Spanien (12. Oktober 1954 - 25. Mai 2005) Italien (13. September 1959) Vereinigte Staaten (19. November 1959) Schweiz (8. Dezember 1960) Angola (13. Oktober 1985) Samoa (7. Dezember 2007, 3. Dezember 2017, Erzbischof Alapati Lui Mataeliga) Dominikanische Republik (25. September 2008, Kardinal Nicolás de Jesús López Rodríguez) Philippinen (8. Juni 2013, 4. Mai 2018) Libanon und die Länder des Nahen Ostens (16. Juni 2013) Irland (15. August 2013, Kardinal Seán Brady) Ukraine (23. Oktober 2016, Bischof Swjatoslaw Schewtschuk) Kongo (4. Februar 2017, Kardinal Pietro Parolin) Panama (9. März 2017, Abz. José Domingo Ulloa Mendieta) Russland und Länder Zentralasiens (13. Mai 2017, Kardinal Paul Josef Cordes) Schottland (3. September 2017) Afghanistan (13. Oktober 2017, von Superior Giovanni Scalese) Nigeria (13. Oktober 2017) Litauen (11. Februar 2018, Erzbischof Gintaras Linas Grušas) Nicaragua (28. April 2018, von Kardinal Leopoldo José Brenes Solórzano und Weihbischof Silvio José Báez Ortega OCD)

Städte, die dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht sind

Aleppo, Syrien (13. Mai 2017) Detroit, Vereinigte Staaten (13. Mai 2017)

Diözesen, die dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht sind

Heiliger Stuhl

Personalordinariat Kathedra Petri (15. Oktober 2017, Bischof Steven J. Lopes)

Europa Deutschland Erzbistum Freiburg (15. August 2017, Erzbischof Stephan Burger) Erzbistum Berlin (15. August 2021, Dem Herzen Jesu und dem Herzen der Gottesmutter, Erzbischof Heiner Koch) Bistum Augsburg (25. März 2021, Bischof Bertram Meier) Bistum Passau (25. März 2021, Dem Herzen Jesu und dem Herzen der Gottesmutter, Bischof Stefan Oster)

Österreich

Diözese Linz (8. Dezember 2015, Bischof Ludwig Schwarz)

Portugal

Alle 21 portugiesischen Diözesen (13. Mai 2016, Kardinal Manuel Clemente zusammen mit allen Bischöfen von Portugal)

Polen

Alle 42 polnischen Diözesen (9. September 2017, Erzbischof Stanisław Gądecki zusammen mit allen polnischen Bischöfen)

Niederlande

Alle niederländischen Diözesen (13. Mai 2017, Kardinal Willem J. Eijk zusammen mit allen Bischöfen der Niederlande)

Italien

Bistum Chioggia, Venetien (10. Oktober 1954, Bischof Giovanni Battista Piasentini) Bistum Reggio Emilia-Guastalla, Emilia-Romagna (13. Mai 2017, Bischof Massimo Camisasca) Bistum Pavia, Lombardei (13. Mai 2017, Bischof Corrado Sanguineti) Bistum Carpi, Emilia-Romagna (16. September 2017, Bischof Francesco Cavina) Bistum Ischia, Kampanien (13. Oktober 2017, Bischof Pietro Lagnese) Bistum Cesena-Sarsina, Emilia-Romagna (8. Dezember 2017, Bischof Douglas Regattieri) Bistum Ariano Irpino-Lacedonia, Kampanien (8. Dezember 2017, Bischof Sergio Melillo) Bistum San Miniato, Toskana (12. Mai 2017, Bischof Andrea Migliavacca)

Erzbistum Syrakus, Sizilien (1. September 2018, Erzbischof Salvatore Pappalardo) Erzbistum Vercelli, Piemont (13. Oktober 2018, Erzbischof Marco Arnolfo) Erzbistum Potenza, Basilikata (30. Oktober 2018, Erzbischof Salvatore Ligorio)

Frankreich

Bistum Fréjus-Toulon (18. Mai 2008, Bischof Dominique Rey) Bistum Bayonne (8. Juni 2014, Bischof Marc Aillet) Bistum Angoulême (7. Mai 2017, Bischof Hervé Gosselin) Erzbistum Bordeaux (13. Mai 2017, Kardinal Jean-Pierre Ricard) Erzbistum Avignon (8. Dezember 2017, Erzbischof Jean-Pierre Cattenoz) Erzbistum Aix-Arles (8. Dezember 2017, Erzbischof Christophe Dufour) Bistum Vannes (8. Dezember 2017, Bischof Raymond Centène) Bistum Perpignan-Elne (8. Dezember 2017, Bischof Norbert Turini) Bistum Tulle (30. September 2018, Bischof Francis Bestion) Bistum Nevers (8. September 2018, Bischof Thierry Brac de la Perrière)

Spanien

Bistum Alcalá de Henares (12. Juni 2010, Bischof Juan Antonio Reig Plá) Bistum Cuenca (8. Dezember 2015, Bischof José María Yanguas Sanz) Erzbistum Valladolid (10. Juni 2017, Erzbischof Luis Javier Argüello García) Bistum San Sebastián (14. Mai 2017, Bischof José Ignacio Munilla) Erzbistum Valencia (28. Juni 2018, Kardinal Antonio Cañizares Llovera) Bistum Getafe (7. Dezember 2018, Bischof Ginés Ramón García Beltrán)

England

Bistum Shrewsbury (13. Oktober 2013, Bischof Mark Davies)

Schottland

Erzbistum Saint Andrews und Edinburgh (20. Oktober 2017, Erzbischof Leo Cushley)

Finnland

Bistum Helsinki (8. Dezember 2005, Bischof Józef Wróbel)

Nordamerika

Vereinigte Staaten

Bistum Green Bay, Wisconsin (10. September 2009, Bischof David Ricken) Bistum Springfield-Cape Girardeau, Missouri (25. März 2010, Bischof James Vann Johnston) Bistum Winona, Minnesota (8. September 2011, Bischof John M. Quinn) Erzbistum Oklahoma City, Oklahoma (13. Oktober 2013, Erzbischof Paul S. Coakley) Erzbistum Portland, Oregon (28. Juni 2014, Erzbischof Alexander K. Sample) Erzbistum Milwaukee, Wisconsin (7. Oktober 2016, Erzbischof Jerome E. Listecki) Bistum Madison, Wisconsin (7. Oktober 2016, Bischof Robert Morlino) Bistum La Crosse, Wisconsin (7. Oktober 2016, Bischof William P. Callahan) Bistum Superior, Wisconsin (7. Oktober 2016, Bischof James Patrick Powers) Bistum Birmingham, Alabama (14. Januar 2017, Bischof Robert J. Baker) Bistum Tyler, Texas (13. Mai 2017, Bischof Joseph E. Strickland)