mini|St. Antonius in Düsseldorf-Friedrichstadt Die katholische Kirche St. Antonius im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt, Helmholtzstraße 42, wurde nach Plänen der Architekten Wilhelm und Paul Sültenfuß im neoromanischen Stil in den Jahren 1905 bis 1909 erbaut. Sie gehört seit 2026 zur Pfarrei St.Martin im Stadtdekanat Düsseldorf des Erzbistums Köln.
Architektur St. Antonius ist im neoromanischen Stil errichtet. Die Kirche ist, diesem Stil folgend, als dreischiffige Basilika ausgelegt und hat eine Querschnittfassade. Der Turm hatte einen spitzen Turmhelm. Dieser wurde beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings nicht mehr neu errichtet.
Geschichte Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums in Düsseldorf zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert hatte die katholische Kirche St. Peter 21.000 Gläubige zu betreuen. Der Bau einer weiteren Kirche war damit unumgänglich. 1904 erging der Auftrag an den Architekten Wilhelm Sültenfuß (der auch St. Maria Rosenkranz in Wersten baute) und seinen Sohn Paul.Erzbistum Köln: Kirchenführer, abgerufen am 7. Februar 2017 (PDF; 229 kB). Im Jahr 1905 erfolgte der erste Spatenstich, am 21. Oktober 1906 war Grundsteinlegung. Am 13. Juni 1909 war die Einsegnung. Die Kirche wurde am 10. Oktober 1909 vom Kölner Kardinal Anton Fischer geweiht. Kirchenpatron ist der Heilige Antonius von Padua.Manfred Becker-Huberti (Hrsg.): Düsseldorfer Kirchen. Die katholischen Kirchen im Stadtdekanat Düsseldorf. J.P. Bachem Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-7616-2219-3, S. 23f. 1914 wurde St. Antonius zur selbstständigen Gemeinde.
1942 wurden die vier größten Glocken beschlagnahmt, um als kriegswichtiges Material eingeschmolzen zu werden, das Geläut wurde bereits 1940 aufgezeichnet, um es der Nachwelt zu erhalten. Eine Luftmine und eine Brandbombe zerstörten die Kirche am 12. Juni 1943 erheblich, ein weiterer Bombenangriff am 3. Oktober 1943 führte zur fast vollständigen Zerstörung der Kirche.
Kurz nach Kriegsende wurde ein Seitenschiff wiederhergestellt, 1947 begann der Wiederaufbau der gesamten Kirche. Die vier nicht mehr eingeschmolzenen Glocken kehrten 1949 zurück. Am 22. Dezember 1954 war der Wiederaufbau vollendet. Auf die Wiedererrichtung des Turmhelms verzichtete man allerdings.
Von 1964 bis 1967 wurde der Innenraum nach den Vorstellungen des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Walter Nitsch umgestaltet. St. Antonius wurde 1983 unter Denkmalschutz gestellt. 1997 begannen umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten, die in zwei Bauabschnitten durchgeführt und 2013 beendet wurden.
Orgel Die Orgel wurde 1957 von den Orgelbauern Gebr. Krell (Duderstadt) erbaut und 2002 von dem Orgelbauunternehmen Gebrüder Stockmann restauriert. Dabei wurde ein neuer Spieltisch mit Setzeranlage installiert. Das Kegelladen-Instrument hat 50 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch. Die Disposition lautet wie folgt:Orgel in Friedrichstadt, St. Antonius, abgerufen am 7. Februar 2017.
I Hauptwerk C–g3 1. Prinzipal 16′ 2. Prinzipal 8′ 3. Querflöte 8′ 4. Gedeckt 8′ 5. Octave 4′ 6. Rohrflöte 4′ 7. Nachthorn 2′ 8. Rauschquinte II–IV ′ 9. Mixtur V ′ 10. Zimbel IV ′ 11. Trompete 16′ 12. Trompete 8′ II Positiv C–g3 13. Rohrflöte 8′ 14. Prinzipal 4′ 15. Blockflöte 4′ 16. Nasat ′ 17. Oktave 2′ 18. Terz ′ 19. Superoctave 1′ 20. Scharf III–IV ′ 21. Krummhorn 8′ 22. Schalmey 4′ Tremulant III Schwellwerk C–g3 23. Quintadena 16′ 24. Offenflöte 8′ 25. Lieblich Gedackt 8′ 26. Weidenpfeife 8′ 27. Schwebung 8′ 28. Harfenprinzipal 4′ 29. Nachthorn 4′ 30. Octave 2′ 31. Sifflöte ′ 32. Sesquialtera II 33. Mixtur IV 1′ 34. Kling. Zimbel III ′ 35. Dulzian 16′ 36. Trompete 8′ 37. Schallmey-Oboe 8′ 38. Kopftrompete 4′ Tremulant Pedal C–f1 39. Prinzipalbass 16′ 40. Subbass 16′ 40.a. Zartbass 16′ 41. Quintbass ′ 42. Octavbass 8′ 43. Violbass 8′ 44. Choralbass 4′ 45. Hintersatz IV ′ 46. Posaune 16′ 47. Dulzian 16′ 48. Trompete 8′ 49. Trompete 4′ 50. Sing. Kornett 2′ Koppeln: I/I (Superoktavkoppel) II/I, III/I (auch als Sub- und Superoktavkoppel), III/II, I/P, II/P, III/P
Glocken Im Jahr 1912 goss die Glockengießerei Otto in Hemelingen/Bremen fünf Bronzeglocken, die alle die beiden Weltkriege überstanden haben.Glockenbuch Düsseldorf, S. 115: Düsseldorf-Friedrichstadt, St. Antonius Glocke Name Durchmesser Gewicht SchlagtonI Antonius 1750 mm 3250 kg b°-6 II Maria 1460 mm 1950 kg des′-2 III Josef 1300 mm 1400 kg es′+1IV Petrus 1160 mm 1000 kg f′-1 V Apollinaris 1100 mm 800 kg ges′-3 Das Läutemotiv ist Te Deum Laudamus
Einzelnachweise
Weblinks
Turmhochsechs - Sankt Antonius am Fürstenplatz
Antonius Kategorie:Antonius-von-Padua-Kirche Antonius Antonius Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Erbaut 1909 Kategorie:Basilika (Bautyp) Antonius Antonius Antonius Kategorie:Disposition einer Orgel