160px|mini|Rat der Engel (Ангелскй Собор). Russische Ikone der sieben Erzengel (von links nach rechts: Jehudiel, Gabriel, Sealtiel, Michael, Uriel, Raphael, Barachiel, versammelt um Christus Emmanuel), 18. Jh. mini|160px|Meister von Calamarca: Der Engel Barachiel, Bolivien, ca. 1750
Barachiel () ist einer der in apokryphen Schriften namentlich benannten sieben Erzengel. Neben den Engeln Gabriel, Michael, Raphael und Uriel wurden im frühen Mittelalter vor allem in der Tradition der byzantinisch-orthodoxen Kirchen drei weitere Erzengel namentlich benannt: Barachiel, Jehudiel und Sealtiel.Vgl. Gustav Davidson: A Dictionary of Angels, including the Fallen Angels. The Free Press, New York; Collier-Macmillan, London 1967, ISBN 0-02-906940-8. Die Verehrung Uriels und der Engel Barachiel, Jehudiel und Sealtiel setzte sich in der Westkirche nicht dauerhaft durch, obwohl sich Belege für die Verehrung von sieben Erzengeln im Mittelalter und wieder im Barock finden.
Geschichte des Engelnamens In dem zwischen 130 v. Chr. und 68 n. Chr. entstandenen Buch Henoch werden „sieben heilige Engel, die allzeit wachen“Hen 20,1. In: Andreas Gottlieb Hoffmann (Hrsg.): Die Apokalyptiker der älteren Zeit unter Juden und Christen. Band 1: Das Buch Henoch. Croeker’sche Buchhandlung, Jena 1833, S. 217 ()., genannt. Im 15. Jahrhundert beschrieb der Mönch Amadeu da Silva Meneses († 1482) seine Vorstellung von sieben Erzengeln, in der er einen als Barachiel benennt.
Der Name Barachiel findet sich auch in der Schreibweise Barbiel, Barchiel oder Barkiel. Manchmal wird auch geglaubt, dass er in der Schreibweise Baraqiel, BaraqelThe Book of Enoch, I,69,2. In: R. H. Charles: The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament in English. Band II: Pseudepigrapha. Clarendon, Oxford 1913, , S. 233 (). oder BerâkêlHen. 68,2. In: Andreas Gottlieb Hoffmann (Hrsg.): Die Apokalyptiker der älteren Zeit unter Juden und Christen. Band 1: Das Buch Henoch. Croeker’sche Buchhandlung, Jena 1833, S. 545 (). diesem im Buch Henoch genannten Engel gleichzusetzen ist.
Ikonographie In der christlichen Ikonographie wird Barachiel oft mit seinem Attribut dargestellt, einer weißen Rose oder weißen Rosenblättern auf seiner Kleidung.Helen Roeder: Saints and Their Attributes, with a Guide to Localities and Patronage. Henry Regency Company, Chicago 1956, . In der Ikonenmalerei der orthodoxen Kirche wird Barachiel als einer der sieben Erzengel dargestellt.
In der Ikonographie der Westkirche ist Barachiel nur noch sehr selten zu finden. Nachdem auf einem alten Fresko in der den sieben (Erz-)Engeln geweihten Kirche in Palermo Anfang des 16. Jahrhunderts eine Darstellung derselben wiederentdeckt wurde, kamen in der Ikonographie auch solche Darstellungen wieder auf. Jedoch wurden sie bald auf Drängen kirchlicher Autoritäten übermalt.Erzengel. In: Kunstlexikon. Hrsg. von Peter W. Hartmann. Stiepan, Leobersdorf 1996, ; Hartmann, Sersheim; GR Vertriebsagentur, Raßhofer, Gilching 1997, ISBN 3-9500612-0-7 (). In Gemälden und Figuren der Barockzeit ist Barachiel gelegentlich wieder zu finden, z. B. auf Emporenbildern in der Pfarrkirche Mattsies, nach einem gegenreformatorischen Bildprogramm auf Deckengemälden in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt in WeilheimDie acht Deckengemälde von Johann Greither und seinem Vater Elias dem Älteren zeigen die Verherrlichung Mariens und der Engel. Kirchenchronik. In: pfarreien-weilheim.de, abgerufen am 1. November 2018. und einer Serie des Meisters von Calamarca aus Bolivien von ca. 1750.
Literatur
Albert J. Urban: Lexikon der Engel – Namen, Geschichte, Deutung. Voltmedia, Paderborn 2005, ISBN 3-938478-31-4.
Weblinks
Emporenbilder Pfarrkirche Mattsies. Barachiel. In: mattsies.info
Einzelnachweise
Kategorie:Individueller Engel (Christentum)