Diese Liste bedeutender Seeunfälle 2011–2020 enthält Unfälle der Seeschifffahrt, bei denen es zum Verlust von Menschenleben oder hohen Sachschäden kam.

Listen 2011 Datum Name OpferBeschreibung Flüchtlingsboot 61 Tote Beim Bootsunglück vor Tripolis 2011 trieb ein Flüchtlingsboot, nachdem Treibstoff und Verpflegung ausgegangen waren, wochenlang in Seenot zwischen Tripolis und Lampedusa, ohne dass eine Seenotrettung erfolgte. Von den 72 Menschen an Bord starben 61 auf See. Laut Aussagen der Überlebenden war das Boot mehrmals von Hubschraubern und Schiffen gesichtet worden, woraus aber keine Rettungsversuche resultierten. Der Europarat stellte in einem offiziellen Bericht einen Katalog an menschlichem und institutionellem Versagen festJack Shenker: Schiffbrüchige wurden sich selbst überlassen. Übersetzt von Zilla Hofman. In: Der Freitag. 29. März 2012, abgerufen am 31. Mai 2018. und empfahl in der Resolution 1872 im Jahr 2012 der NATO, den nationalen Seenotrettungsorganisationen und den diversen Parlamenten in Hinblick auf diesen Vorfall und 1500 Toten im Mittelmeer im Jahr 2011, ihre Seenotrettung entsprechend internationaler Verpflichtungen besser zu organisieren. Flüchtlingsboot ≈ 250 Vermisste Etwa 39 Meilen vor der Küste von Lampedusa geriet ein Flüchtlingsboot in Seenot und kenterte.Gaia Pianigiani und Rachel Donadio: 250 Migrants Missing After Boat Sinks Off Italy. In: The New York Times. The New York Times Company, 6. April 2011, abgerufen am 8. Juli 2018 (englisch). Flüchtlingsboote≈ 200 Tote Vor der Küste von Tunesien gerieten mehrere Flüchtlingsboote aus Libyen in Seenot, nachdem es an Bord der Boote wegen Überladung zu einer Massenpanik gekommen war. Viele Menschen sprangen über Bord und ertranken. Die tunesische Küstenwache konnte nachfolgend 570 Menschen retten, doch kamen schätzungsweise 200 Menschen, zumeist afrikanische Flüchtlinge, ums Leben. Flüchtlingsboot 197 Tote Auf dem Weg vom Sudan nach Saudi-Arabien sank auf dem Roten Meer ein Flüchtlingsboot, nachdem ein Feuer an Bord ausgebrochen war. 197 Menschen verloren ihr Leben, nur drei Überlebende wurden später gerettet. Bulgaria 129 Tote Auf der Wolga, nahe Sjukejewo, sank das russische Fahrgastschiff Bulgaria (1003 BRZ) aus nicht genau geklärten Gründen. Vermutlich war das Schiff überladen, zudem soll sich das 1955 gebaute Schiff in teils schlechtem Zustand befunden haben. Beim Untergang starben 129 Menschen, 79 Überlebende wurden von einem anderen Fahrgastschiff aufgenommen. Die russische Regierung verfügte später, dass Schiffe dieses Typs zukünftig nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Spice Islander I 2967 Tote Das tansanische Passagierschiff Spice Islander I (836 BRZ) sank in den frühen Morgenstunden des 10. September 2011 zwischen den zum Sansibar-Archipel gehörenden Inseln Unguja und Pemba infolge von Überladung. An Bord befanden sich mehr als 3200 Passagiere, obgleich das Schiff nur für etwa 700 Personen ausgelegt war. Nur 203 Leichen konnten geborgen werden. Mit vermutlich um die 3000 Todesopfern handelte es sich bei diesem Unglück um eine der folgenschwersten Katastrophen der Seefahrt. Nordlys 2 Tote An Bord des norwegischen Passagierschiffs Nordlys (11.204 BRZ, Reederei Hurtigruten AS) kam es am Morgen des 15. September 2011 vor Ålesund zu einem Brand im Maschinenraum. Passagiere wurden mit den Rettungsbooten von Bord gebracht. Die Nordlys wurde zum Löschen des Feuers im Hafen von Ålesund festgemacht, wo die Innenstadt wegen der starken Rauchentwicklung teilweise evakuiert werden musste. Nach Angaben der norwegischen Polizei kamen bei dem Unglück zwei Besatzungsmitglieder ums Leben. In: tagesschau.de. ARD, 15. September 2011. Rena 0 Das unter der Flagge Liberias fahrende Containerschiff Rena (37.209 BRZ) lief am 5. Oktober 2011, auf dem Weg von Napier nach Tauranga, auf das Astrolabe Reef auf. Alle 25 Besatzungsmitglieder konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Treibstofftanks, in denen sich 1500 bis 2000 Tonnen Schweröl befanden, blieben zunächst unbeschädigt, aus gebrochenen Rohrleitungen trat jedoch Öl aus, welches in den darauffolgenden Wochen vom Bunkerschiff Awanuia teilweise abgepumpt werden konnte. 350 Tonnen Öl flossen jedoch ins Meer und verschmutzen die Strände der Bay of Plenty. Am 8. Januar 2012 zerbrach die Rena in zwei Teile, die Hecksektion versank bald darauf.http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15657218,00.html Flüchtlingsboot≈ 200 Tote Auf dem Weg zur australischen Weihnachtsinsel sank ein indonesisches Flüchtlingsboot während eines Sturms vor Ostjava nach einem Maschinenschaden. Geschätzt etwa 200 Menschen ertranken, wozu auch die geringe Anzahl an Rettungswesten beitrug, nach abweichenden Angaben wurden 33 bis 87 Überlebende gerettet. Kolskaya 53 Tote Im Ochotskischen Meer, etwa 170 Seemeilen nordöstlich von Sachalin, sank die russische Ölplattform Kolskaya in einem starken Sturm. Die Plattform, im Schlepp eines anderen Schiffes, erlitt im Orkan mehrere Wassereinbrüche und sank in nur 20 Minuten. Von den 67 Menschen an Bord konnten nur 14 von Begleitfahrzeugen aus dem eiskalten Wasser geborgen werden. Russische Ermittler kamen später zu dem Ergebnis, dass bei der Fahrt der Plattform im Sturm Sicherheitsvorschriften verletzt worden seien., Südwest Presse vom 20. Dezember 2011 Flüchtlingsboot 38 Tote Ein Flüchtlingsboot aus Haiti schlug rund 100 Meter vor der Punta de Maisí auf Kuba leck und sank. 87 Menschen wurden gerettet, mindestens 38 Personen kamen jedoch ums Leben.https://latina-press.com/news/115396-38-tote-haitianisches-fluechtlingsboot-vor-kuba-gesunken/ Vinalines Queen 22 Tote Der vietnamesische Massengutfrachter Vinalines Queen (31.247 BRZ), auf dem Weg von Morowali (Indonesien) nach Ningde (Volksrepublik China), sank in einem schweren Wintersturm in der Philippinensee, nordöstlich von Luzon.https://www.shipwrecklog.com/log/2011/12/vinalines-queen/ Das mit 54.000 Tonnen Nickelerz beladene Schiff kenterte in bis zu zehn Meter hohen Wellen und sank innerhalb kürzester Zeit. Der Sturm erschwerte zunächst jegliche Rettungsbemühung. Ein einzelner Überlebender wurde erst am 30. Dezember von dem Frachter London Courage gerettet.http://vietnamnews.vnagency.com.vn/Miscellany/219260/vinalines-queen-crew-member-survives-ship-sinking.html Insgesamt fanden 22 von 23 Besatzungsangehörigen den Tod. Prem Divya 5 Tote Im Hafen von Fudschaira kam es während einer Werftüberholung auf dem indischen Tanker Prem Divya (89.990 BRZ) aus nicht genau geklärten Gründen zu drei Explosionen. Mindestens drei Arbeiter kamen ums Leben, zwei weitere Personen gelten als vermisst. Vermutlich verursachte Funkenflug bei Schweißarbeiten das Unglück.http://www.thenational.ae/news/uae-news/three-die-on-tanker-as-spark-sets-off-explosions

2012 Datum Name OpferBeschreibung Costa Concordia 32 Tote Das italienische Kreuzfahrtschiff Costa Concordia (114.147 BRZ) fuhr einen fahrlässigen Kurs dicht unter Land nahe der Insel Giglio (vor dem Monte Argentario in Italien) und lief gegen 22:00 Uhr auf einen der Insel vorgelagerten Felsen auf, wobei der Rumpf über fast 70 m Länge aufgerissen wurde. Das Schiff kenterte anschließend in Küstennähe, die Backbordseite sowie die Aufbauten des Schiffes ragten noch aus dem Wasser. 32 Menschen wurden bei dem Unglück getötet. An Bord hatten sich zum Unglückszeitpunkt etwa 4200 Menschen befunden. Einige Passagiere ertranken oder starben an einem Herzinfarkt, nachdem sie in Panik ins Wasser gesprungen waren. Doola 3 5 Tote Im Gelben Meer, etwa 18 Seemeilen westlich von Incheon, explodierte aus bislang nicht genau geklärten Gründen der südkoreanische Benzin-Tanker Doola 3 (4.191 BRZ). Das Schiff brach nachfolgend auseinander und sank später nahe der Küste. Von 16 Besatzungsangehörigen kamen fünf ums Leben. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen noch mehrere Besatzungsmitglieder als vermisst gelten. Das Unglück könnte möglicherweise durch Benzindämpfe verursacht worden sein, die aus undichten Tanks ausgetreten waren.https://www.abc.net.au/news/2012-01-15/s-korean-tanker-explosion-kills-5/3773508 Flüchtlingsboot≈ 55 Tote Vor Misrata in Libyen sank ein Boot mit somalischen Flüchtlingen, das sich auf dem Weg nach Malta oder nach Italien befand. 15 Leichen wurden später geborgen, doch gelten zusätzlich etwa 40 Menschen als vermisst. Rabaul Queen≈ 115 Tote Die Rabaul Queen (259 BRZ), eine 1983 gebaute Passagierfähre, sank auf der Fahrt von Kimbe nach Lae gegen 6:00 Uhr Ortszeit in der Salomonensee, etwa neun Seemeilen vor Finschhafen (Papua-Neuguinea) im Sturm, sehr wahrscheinlich infolge eines Maschinenausfalls. 247 der 362 vermuteten Passagiere konnten gerettet werden, die restlichen gelten als vermisst, so dass von ungefähr 115 Opfern ausgegangen werden muss. Diese Zahl ist jedoch nicht endgültig gesichert, andere Quellen geben auch an, dass sich bis zu 550 Menschen auf dem Schiff befunden haben.https://www.radionz.co.nz/news/world/97465/100-bodies-feared-trapped-in-sunken-png-ferry Flüchtlingsboot54 Tote Nach Angaben des einzigen Überlebenden verdursteten 54 Flüchtlinge als ihr Schlauchboot vor der italienischen Küste wochenlang manövrierunfähig trieb.Dutzende Flüchtlinge verdursten vor Italiens Küste. Zeit, 11. Juli 2012, abgerufen am 22. Juli 201754 Flüchtlinge verdursten vor Italiens Küste. Stern, 11. Juli 2012, abgerufen am 22. Juli 2018 Lamma IV 37 Tote Vor dem Hafen von Hongkong, nördlich von Lamma Island, stießen das Ausflugsboot Lamma IV und die Schnellfähre Sea Smooth in den Abendstunden, etwa gegen 20:20 Uhr, zusammen. Das Ausflugsboot, mit 121 Passagieren und drei Besatzungsangehörigen an Bord, sank innerhalb von etwa zehn Minuten. Trotz einer sofort eingeleiteten Rettungsoperation kamen 37 Menschen ums Leben.

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