Der Burgenländische Fußballverband (BFV) ist die Dachorganisation der Fußballvereine des Burgenlands. Er ist ordentliches Mitglied des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB).
Der Vorstand des BFV und seine Unterausschüsse unterstützen die Fußballvereine des Burgenlands bei ihrer Arbeit, den Fußballsport zu organisieren und in geregelten Bahnen ablaufen zu lassen.
Organisation des BFV Die Tätigkeiten des BFV werden im Wesentlichen durch den Vorstand und die Unterausschüsse bzw. Referate wahrgenommen.BFV-Handbuch 2010/11, Satzungen des Burgenländischen Fußballverbands, insb. §§ 10, 15, 21
Vorstand des BFV Der Vorstand wird von der Hauptversammlung gewählt und setzt sich wie folgt zusammen: Präsident 3 Vizepräsidenten (gewählt von den Gruppen Nord, Mitte und Süd) Verbandskapitän Schriftführer Finanzreferent 3 Gruppenobmänner (gewählt von den Gruppen Nord, Mitte und Süd) Beglaubigungsreferent Schiedsrichterobmann Jugendreferent STRUMA-Obmann Frauenfußballreferent Rechtsmittelreferent 3 Rechnungsprüfer
Ausschüsse des BFV Der Aufsicht des Vorstands unterstehen folgende Ausschüsse und Referate. Diese setzen sich jeweils aus den von der Hauptversammlung gewählten Referenten und Obmännern und den weiteren vom Vorstand bestellten Mitgliedern zusammen: Die 4 Gruppenausschüsse: (Burgenlandliga, Gruppen Nord, Mitte und Süd) dienen der Wahrung der sportlichen und wirtschaftlichen Interessen der Vereine und werden von den jeweiligen Gruppenversammlungen (setzt sich aus allen der jeweiligen Gruppe angehörigen Vereine zusammen) gewähltBFV-Handbuch 2010/11, Geschäftsordnung des Burgenländischen Fußballverbandes, §§ 4–12 Beglaubigungsausschuss: Diesem obliegt die Beglaubigung und Wertung aller Pflichtspiele des BFV. Schiedsrichterausschuss: Dieser organisiert das Schiedsrichterwesen im Burgenland. Jugend- und Breitensportausschuss: Dieser ist für die Förderung und Lenkung des Nachwuchsfußball sowie die Organisation und Durchführung des Nachwuchsspielbetriebs verantwortlich. Darüber hinaus obliegt ihm die Entwicklung und Realisierung eines langfristigen Breitensportkonzepts und die Integration von Trendsportarten in den Bereich des BFV. Finanzausschuss: Dieser verantwortet die Regelung der finanziellen Angelegenheiten des BFV. Spielausschuss: Dieser erstellt die Meisterschaftseinteilung, die Auslosung und nimmt sämtliche mit dem Spielbetrieb zusammenhängenden Agenden in enger Abstimmung mit den Gruppenausschüssen, dem Jugend- und Frauenfußballreferat wahr. Darüber hinaus obliegt ihm die Organisation der Auswahlspiele und der Hallenmeisterschaft. Straf-, Melde- und Kontrollausschuss (STRUMA): Dieser nimmt die vom ÖFB in den entsprechenden Regulativen und Vorschriften geregelten Aufgaben wahr. Trainer- und Kursreferat: Dieser ist für alle trainingswissenschaftlichen Angelegenheiten sowie die Traineraus- und -fortbildung verantwortlich. Referat für Frauenfußball: Diesem obliegt die Pflege und Förderung sowie die Organisation des Frauen- und Mädchenfußballs im Burgenland.
Mitglieder des BFV Der BFV hat ordentliche Mitglieder, Ehrenpräsidenten, Ehrenmitglieder und Angehörige. Kapitalgesellschaften können nicht Mitglied des BFV werden.Burgenländischer Fußballverband: Satzungen des BFV – § 4 Arten der Mitgliedschaft (PDF; 126 kB; aufgerufen am 12. November 2013) Ordentliche Mitglieder sind die Verbandsvereine sowie die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Vorstandes, der Burgenlandligaobmann und die Gruppenobmänner. Ehrenpräsidenten und Ehrenmitgliedern sind Personen, die hiefür wegen ihrer besonderen Verdienste um den Fußballsport von der Hauptversammlung ernannt werden. Sie haben in der Hauptversammlung Sitzrecht. Angehörige sind die vom Vorstand bestellten Mitglieder des Vorstandes, die Funktionäre der Burgenländischen Bundes- und Regionalligavereine, die Unterausschussmitglieder, die Rechnungsprüfer, die Angehörigen des Burgenländischen Schiedsrichterkollegiums sowie die beim Verband gemeldeten Spieler, Trainer, Funktionäre und Beschäftigten der Verbandsvereine. Sie haben in der Hauptversammlung Sitzrecht, jedoch kein Stimmrecht, außer sie sind Vertreter eines Vereines.
Geschichte des BFV Der BFV wurde 1923 gegründet. Um eine Abwanderung der Fußballinteressierten im 1921 neu gegründeten Burgenland in die benachbarten Bundesländer Niederösterreich und Steiermark zu verhindern, wurde auf Initiative von Josef Cekal (Parndorf), Peter Zakall, Josef Spielhofer und Franz Luttenberger (alle Neufeld) im Gasthof Gieswein in Eisenstadt eine Besprechung von Funktionären der Fußballvereine Eisenstadt, Deutschkreutz, Mattersburg, Neufeld und Parndorf, die damals bereits dem ÖFB angehörten. Es kam zur Gründung des "Landesfußballverbands Burgenland" mit Josef Cekal als Präsident, Alois Weinberger als Kassier und Stefan Zweig als Verbandskapitän.
Am 22. März 1924 fand in der damals verkehrstechnisch am leichtesten erreichbaren Wiener Neustadt die erste ordentliche Generalversammlung des Burgenländischen Fußballverbands mit ca. 20 teilnehmenden Vereinen statt und am 29. März 1924 konstitutionierte sich der erste Vorstand mit Josef Cekal als Präsident, Eduard Hausmann als Verbandssekretär sowie den Herren Krause, Pauschenwein und Inführ als Verbandskapitäne und Kern, Neubauer, Winter und Lang als Vorstandsmitglieder.
Für den Meisterschaftsbetrieb wurden 1924 drei Kreise vorgesehen: Kreis Parndorf mit den 9 Vereinen SC Parndorf, SC Sturm Neusiedl, Garnison SC Neusiedl, SC Mönchhof, SC Halbturn, SC Frauenkirchen, SC Nickelsdorf, SC Kittsee und SC Bruckneudorf Kreis Eisenstadt mit den 12 Vereinen SC Freiheit Eisenstadt, SC Hakoah Eisenstadt, SC Sonnenberg Hornstein, SC Neufeld, SC Loretto, SC Großhöflein, SC Siegendorf, SC Zillingtal-Wacker, SC Neudörfl, SV Mattersdorf, SV Wiesen und SC Sauerbrunn Kreis Oberwart mit den 9 Vereinen SC Oberwart, SC Oberschützen, SC Mariasdorf, SC Bernstein, SC Rotenturm, SC Großpetersdorf, SC Pinkafeld, SC Rechnitz und SC Güssing
Ab 1926 existierte im Burgenland neben dem BFV noch die Landesgruppe Burgenland des VAFÖ (Vereinigung der Arbeiterfußballvereine Österreichs). Das politische Schicksalsjahr 1934 hatte auch massive Auswirkungen auf den Fußballsport im Burgenland. Der VAFÖ wurde aufgelöst, der BFV in zwei Landesverbände (Kreis Nord und Kreis Süd) geteilt. Der größere Kreis Nord wurde am 24. Mai 1936 "freiwillig" aufgelöst, der kleinere Kreis wurde 1938 aufgelöst und dem Reichssportverband angeschlossen.
Die Wiedererrichtung 1945
Im Herbst 1945 ging man daran, wieder einen das ganze Land umfassenden Fußballverband zu errichten. So wurde im Oktober 1945 im Café Ostmark in Eisenstadt ein provisorischer Landesvorstand zusammengesetzt: Vorsitzender Otto Willomitzer (Stv. Wilhelm Wimmer) Schriftführer Heinrich Schmelz (Stv. Julius Barislovits, Stefan Barisits) Kassier Josef Skarits (Stv. Josef Perger) Technischer Ausschuss (STRUMA): Ludwig, Jicha, Johann Springschitz, Karl Morawitz Schiedsrichterausschuss: Stefan Luzszicsa, Hans Scheinegger Kontrolle: Viktor Stary, Josef Bödi Gruppenobmänner: Anton Straka, Emil Perlaky
Sein erstes Sekretariat hatte der BFV in Eisenstadt, Pfarrgasse 8. 1960 konnte in ein größeres Vereinsheim in die Haydngasse übersiedeln. 1989 konnte das „Sportliche Haus“ am Hotterweg 67 eingeweiht werden. An dieser Adresse verfügt der BFV neben den Büros und Sitzungsräumen über Unterkünfte sowie Natur- und Kunstrasenplätze.
2009 wurde in Mattersburg die Fußballakademie Burgenland eröffnet, ein Gemeinschaftsprojekt des BFV mit dem Land Burgenland, der Stadt Mattersburg und dem SV Mattersburg. Auf 115.000 Quadratmeter entstand eine moderne Fußballanlage, bestehend aus vier Rasen- und zwei Kunstrasenplätze und einem Schülerheim.
Präsidenten mini|hochkant=0.5|Seit 2012 Präsident: Gerhard Milletich Josef Cekal (1923–1925) Alfred Krause (1925–1934) Julius Wacker (1934–1936, Kreis Nord) Franz Schuster (1934–1938, Kreis Süd) Otto Willomitzer (1945–1959) Paul Wagner (1959–1976) Hans Tschank (1976–1984) Josef Orovits (1984–1988) Rudolf Talos (1988–2004) Karl Kaplan (2004–2012) Gerhard Milletich (2012–2021) Günter Benkö (2021–2024) Georg Pangl (März bis November 2024)
Der Vorstand des BFV ab 2012 Bei der am 3. März 2012 abgehaltenen Generalversammlung des BFV wurde der Parndorfer Gerhard Milletich, der bis dahin als Vizepräsident fungierte, zum Präsidenten gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Karl Kaplan an, der seit 2004 die Geschicke des Verbandes innehatte.Burgenländischer Fußballverband: Ordentliche Hauptversammlung des Burgenländischen Fußballverbandes am Samstag, 3. März 2012 (PDF; 44 kB; aufgerufen am 11. November 2013) Präsident: Gerhard Milletich (Parndorf) Vizepräsidenten: Ernst Gangl (Illmitz), Gerald Hüller (Marz), Konrad Renner (Stuben) Verbandskapitän: Manfred Luisser (Güssing) Schriftführer: Alfred Lehner Finanzreferent: Norbert Pleyer Beglaubigungsreferent: Rainer Hack (Neckenmarkt) Schiedsrichterobmann: Günter Benkö (Rauchenwart) Jugendreferent: Gabriele Pinter (Siegendorf) STRUMA-Obmann: Nikolaus Szauer (Neufeld) Frauenfußballreferent: Irmgard Kneisz Ligenreferent: Franz Granabetter (St. Margarethen) Gruppenobmänner: Gruppe Nord: Robert Wieger (Breitenbrunn) Gruppe Mitte: Kurt Lipovits (Dörfl) Gruppe Süd: Franz Wagner (Rechnitz) Rechtsmittelreferent: Dietmar Potzmann (Stegersbach) Rechnungsprüfer: Werner Brenner, Josef Supper, Robert Welleschütz
Fußballbewerbe mini|hochkant=0.6|Gruppen des BFV: Der BFV organisiert Meisterschafts- und Cupbewerbe im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich.
BFV-Bewerbe im Erwachsenenbereich Meisterschaft für Kampfmannschaften Die Meisterschaft wird in vier Leistungsstufen, die in Österreich die 4. bis 7. bilden, ausgetragen.BFV-Handbuch 2010/11, Richtlinien zur Durchführung der Meisterschaft des BFV, § 1
Eine Übersicht aller burgenländischen Meister findet sich unter Statistik.
Die höchste Leistungsstufe bildet die Landesliga Burgenland, die einzige landesweite Liga (Österreich: Stufe 4).
Der Spielbetrieb unterhalb der Landesliga ist bedingt durch die schwierigen geografischen Verhältnisse im Burgenland in 3 regionale Gruppen geteilt: Die Gruppe Nord umfasst die Vereine aus den Bezirken Neusiedl und Eisenstadt-Umgebung sowie den Städten Eisenstadt und Rust Die Gruppe Mitte umfasst die Vereine aus den Bezirken Mattersburg und Oberpullendorf Die Gruppe Süd umfasst die Vereine aus den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf
Innerhalb jeder Gruppe wird die Meisterschaft in drei Leistungsstufen ausgetragen: Die 2. Leistungsstufe des Burgenlands bilden die 2. Ligen (Ö: Stufe 5) Die 3. Leistungsstufe des Burgenlands bilden die 1. Klassen (Ö: Stufe 6) Die 4. Leistungsstufe des Burgenlands bilden die 2. Klassen (Ö: Stufe 7)
Ligapyramide Stufe Liga 4 Landesliga 16 Vereine Absteiger ↓ 3 Vereine Aufsteiger ↑ 1 Verein ↑ 1 Verein ↑ 1 Verein 5 2. Liga Nord 16 Vereine 2. Liga Mitte 15 Vereine 2. Liga Süd 14 Vereine Absteiger ↓ 2 Vereine ↓ 2 Vereine ↓ 2 Vereine Aufsteiger ↑ 2 Vereine ↑ 2 Vereine ↑ 1 Verein ↑ 1 Verein 6 1. Klasse Nord 14 Vereine 1. Klasse Mitte 16 Vereine 1. Klasse A Süd 14 Vereine 1. Klasse B Süd 14 Vereine Absteiger ↓ 2 Vereine ↓ 2 Vereine ↓ 1 Verein ↓ 1 Verein Aufsteiger ↑ 2 Vereine ↑ 2 Vereine ↑ 1 Verein ↑ 1 Verein 7 2. Klasse Nord 14 Vereine 2. Klasse Mitte 14 Vereine 2. Klasse A Süd 12 Vereine 2. Klasse B Süd 12 Vereine
Klassenstärken und Auf- und Abstiegsregelungen Die Burgenlandliga besteht aus 16 Vereinen und kann im Ausnahmefall vorübergehend auf bis zu 18 Vereine aufgestockt werden. Dieser Ausnahmefall tritt dann ein, wenn in einer Saison mehr als zwei Vereine aus der Regionalliga Ost in die Burgenlandliga absteigen.BFV-Handbuch 2010/11, Richtlinien zur Durchführung der Meisterschaft des BFV, § 5