The Masters Tournament, oder auch kurz The Masters, das US-Masters, ist eines der vier Major-Turniere im Golfsport.

Allgemeines Veranstalter des seit 1934 stattfindenden Turnieres ist der Augusta National Golf Club in Augusta (Georgia), USA. Im Gegensatz zu den anderen Major-Turnieren ist das Masters – ein offizielles Ereignis der PGA TOUR und DP World Tour – ein Einladungsturnier. Jedoch gibt es einen Katalog von formalen Einladungskriterien, die sicherstellen, dass die weltbesten Spieler an den Start gehen können.

Das Golfturnier wird über vier Runden (Donnerstag bis Sonntag) ausgetragen. Nach zwei Runden wird das Teilnehmerfeld auf die besten 50 plus Schlaggleiche reduziert. Das Turnier ist so angesetzt, dass der Finaltag in der Regel der zweite Sonntag im April ist. Am Mittwoch davor findet seit 1960 der Par 3 Contest auf dem Kurzplatz statt.

Das aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagte Masters vom 9. bis 12. April 2020 wurde im Zeitraum vom 9. bis 15. November desselben Jahres nachgeholt.

Green Jacket Der Gewinner wird seit 1949 mit einem grünen Sakko („Green Jacket“) und einem lebenslangen Teilnahmerecht ausgezeichnet. Es ist eine Tradition, dass der Gewinner des Vorjahres dem aktuellen Gewinner bei der Siegeszeremonie ins Jacket hilft. Dabei übersah man zunächst die Möglichkeit, dass der Vorjahresgewinner auch der aktuelle Gewinner sein kann. Jack Nicklaus zog sich bei seiner erfolgreichen Titelverteidigung 1966 das Jacket auf Vorschlag von Bobby Jones selber an. Bei den Wiederholungssiegen von Nick Faldo (1989 und 1990) und Tiger Woods (2001 und 2002) übernahm dann der Clubvorsitzende die assistierende Aufgabe.

Während der entscheidenden Phase des Turniers werden für alle möglich erscheinenden Sieger von den Mitgliedern Green Jackets in einer passenden Größe bereitgehalten, so dass die Siegerehrung zeitnah stattfinden kann. Anschließend wird der Sieger vermessen und erhält ein maßgeschneidertes Sakko, das er für ein Jahr mit nach Hause nehmen darf. Danach wird es im Clubhaus verwahrt und steht ihm bei Besuchen jederzeit zur Verfügung.

Weitere Trophäen Neben dem Green Jacket erhält der Gewinner auch eine Goldmedaille und eine Replik des Clubhauses in Silber. Zusätzlich erwirbt er sich Einladungen in den kommenden fünf Jahren für die anderen drei Majors und die Players Championship sowie eine fünfjährige Teilnahmeberechtigung bei der PGA Tour. Der Gewinner darf zudem das Menü am „Champions' Dinner“ im nächsten Jahr bestimmen. Ausländische Gewinner präsentieren meist Delikatessen aus ihrer Heimat: Bernhard Langer aus Deutschland brachte z. B. Sauerbraten (PDF; 1,0 MB), Zugriff am 7. April 2012 (1986) mit, der Schotte Sandy Lyle servierte Haggis (1989), der Spanier José María Olazábal wartete mit Paella (1995) auf, und Charl Schwartzel aus Südafrika ein südafrikanisches Barbecue (2012). Meist werden feine Dinners gehalten, aber 1998 ließ Tiger Woods ein deftiges Menü mit Cheeseburger, Hühnchen und Milkshakes servieren.On the Menu: The Champions Dinner at The Masters, about.com

Der Zweitplatzierte bekommt eine Silberplatte und eine Medaille, der beste Amateur den Silver Cup, der zweitbeste die Silver Medal.

Für die beste Runde des Tages gibt es eine Kristallvase, für ein Hole-in-one oder einen Albatros eine Kristallschüssel und für jeden Eagle zwei Kristallgläser.

Besonderheiten Das Masters ist zwar jünger als die vergleichbaren Majors der US-Open oder British Open. Es übertrifft sie jedoch in Sachen Traditionen und Eigenarten um Längen. Zu dem eigentlichen Turnier von Donnerstag bis Sonntag kommen noch mehrere Veranstaltungen: Das Champions-Dinner wurde erstmals 1952 abgehalten. Es handelt sich um ein exklusives Abendessen, das nur den vorherigen Gewinnern des Masters vorbehalten ist. Der Sieger des vorangegangenen Jahres ist für die Ausrichtung des Dinners verantwortlich und wählt das Menü aus. Es findet genau wie das Par-3-Turnier am Mittwoch vor dem eigentlichen Turnierstart statt. Dieses wird seit 1960 auf dem Par-3-Kurs des Augusta National Golf Clubs gespielt. Es ist ein lockeres Turnier ohne großen sportlichen Wert, bei dem viele Spieler ihre Partnerinnen oder auch Kinder mit auf den Platz bringen. Noch nie hat ein Gewinner des Par-3-Turniers auch das eigentliche Masters gewonnen. Etwas weniger bekannt ist der Chip-N-Putt-Wettbewerb, der seit 2014 besteht und bei dem Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren ihre Fähigkeiten im Chippen und Putten unter Beweis stellen können.

Die Aufnahme in den Augusta National Golf Club ist exklusiv und kostspielig, die Preise für Getränke und Essen, wie das traditionelle Pimento Cheese Sandwich, während des Masters Tournaments sind verhältnismäßig moderat. Auf dem Augusta National Golf Club sind Werbeflächen fast vollständig verboten. Es gibt keine großen Sponsorenbanner oder Werbetafeln, wie man es von anderen Sportveranstaltungen kennt. Den Zuschauern – im Sprachgebrauch des Clubs „Patrons“ genannt – ist es untersagt, auf dem Gelände zu rennen. Das Nutzen von Handys oder Kameras ist ebenfalls verboten. Es ist nicht erlaubt, im Gras zu liegen. Stühle dürfen mitgebracht werden, es müssen jedoch klappbare Stühle ohne Armlehnen sein.

Struktureller Rassismus Die Geschichte des Augusta National Golf Club und des Masters Tournament ist geprägt von einer langen Tradition der Exklusion afroamerikanischer Spieler und Mitglieder. Clifford Roberts, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Augusta National Golf Clubs, soll gesagt haben: „Solange ich lebe, werden alle Golfer weiß und alle Caddies schwarz sein.“ Wenngleich Roberts oft so oder ähnlich zitiert wird, lässt sich dieser Satz nicht als authentisch belegen.https://www.espn.com/premium/tours/columns/harig_bob/463062.html Dennoch waren der Club und das Masters lange ein Symbol für weiße Eliten. Erst 1970 durfte mit dem Thailänder Sukree Onsham der erste Nicht-weiße Golfer beim Masters starten. 1975 folgte dann nach starkem öffentlichem Druck der Afroamerikaner Lee Elder. Trotz vorheriger Siege, die Schwarze Golfer wie Charlie Sifford und Pete Brown in den 1960er Jahren auf der PGA-Tour erringen konnten, waren sie nicht zum Masters eingeladen worden.

Gleichwohl war es im Augusta National Golf Club bis 1983 üblich, dass ausschließlich afroamerikanische Männer als Caddies eingesetzt wurden. Während des jährlich stattfindenden Masters-Turniers waren die Spieler verpflichtet, die vom Club gestellten Caddies zu nutzen, die alle schwarz waren. Erst danach konnten Spieler eigene Caddies, gleich welcher Hautfarbe, mitbringen.https://gardenandgun.com/feature/masters-of-the-green-the-black-caddies-of-augusta-national/

Auf weiteren öffentlichen Druck wurde 1990 mit Ron Townsend der erste Afroamerikaner Mitglied im Augusta National.https://www.augusta.com/masters/lists/masters-chairmenhttps://www.golfdigest.com/story/augusta-national-s-first-black-member

Teilnehmerfeld

Das Masters ist ein Einladungsturnier und hat mit ca. 100 Spielern das kleinste Teilnehmerfeld aller Major-Turniere. Anders als bei den restlichen Major-Turnieren gibt es im Vorfeld keine Qualifikationsturniere. Es gibt offizielle Kriterien, von denen eingeladene Spieler im Vorfeld mindestens eins erfüllen müssen.

Einladungskriterien

Frühere Sieger des Masters Sieger der letzten fünf U.S. Open Sieger der letzten fünf Open Championships Sieger der letzten fünf PGA Championships Sieger der letzten drei The Players Championships Aktueller Gewinner der olympischen Goldmedaille (ein Jahr zurückliegend) Sieger (a) und Zweitplatzierte (b) der letzten U.S. Amateur Championship Sieger der letzten British Amateur Championship Sieger der letzten Asian Amateur Championship Sieger der letzten Latin-America Amateur Championship Sieger der letzten U.S. Mid-Amateur Championship Die zwölf Bestplatzierten (Gleichstand eingeschlossen) des Masters im vergangenen Jahr Die vier Bestplatzierten (Gleichstand eingeschlossen) der U.S. Open im vergangenen Jahr Die vier Bestplatzierten (Gleichstand eingeschlossen) der British Open im vergangenen Jahr Die vier Bestplatzierten (Gleichstand eingeschlossen) der PGA Championship im vergangenen Jahr Sieger von PGA Turnieren, die zwischen dem vergangenen und diesjährigen Masters stattfanden, solange diese Turniere die volle FedExCup-Punktzahl vergaben Alle Spieler, die sich für die Tour Championship im vergangenen Jahr qualifizierten Die Top 50 der Weltrangliste am Ende des vergangenen Jahres Die Top 50 der Weltrangliste, wie sie eine Woche vor dem Start des Masters veröffentlicht wird Das Komitee des Augusta National Golf Club kann neben Spielern, die diese Qualifikationskriterien erfüllen weitere Spieler einladen, die es als passend erachtet.

Gewinner Die Statistik führen Jack Nicklaus (6 Siege), Tiger Woods (5 Siege) und Arnold Palmer (4 Siege) an. Bernhard Langer siegte bisher als einziger Deutscher (1985 und 1993).

Jahr Gewinner Nationalität Score Ergebnis ¹ Vorsprung 2026 Rory McIlroy (2) 276 -12 1 2025 Rory McIlroy 277 −11 Playoff (2) ² 2024 Scottie Scheffler (2) 277 −11 4 2023 Jon Rahm 276 −12 4 2022 Scottie Scheffler 278 −10 3 2021 Hideki Matsuyama 278 −10 1 2020 Dustin Johnson 268 −20 5 2019 Tiger Woods (5) 275 −13 1 2018 Patrick Reed 273 −15 1 2017 Sergio García 279 −9 Playoff (2) ² 2016 Danny Willett 283 −5 3 2015 Jordan Spieth 270 −18 4 2014 Bubba Watson (2) 280 −8 3 2013 Adam Scott 279 −9 Playoff (2) ² 2012 Bubba Watson 278 −10 Playoff (2) ² 2011 Charl Schwartzel 274 −14 2 2010 Phil Mickelson (3) 272 −16 3 2009 Ángel Cabrera 276 −12 Playoff (3) ² 2008 Trevor Immelman 280 −8 3 2007 Zach Johnson 289 +1 2 2006 Phil Mickelson (2) 281 −7 2 2005 Tiger Woods (4) 276 −12 Playoff (2) ² 2004 Phil Mickelson 279 −9 1 2003 Mike Weir 281 −7 Playoff (2) ² 2002 Tiger Woods (3) 276 −12 3 2001 Tiger Woods (2) 272 −16 2 2000 Vijay Singh 278 −10 3 1999 José Maria Olazábal (2) 280 −8 2 1998 Mark O’Meara 279 −9 1 1997 Tiger Woods 270 −18 12 1996 Nick Faldo (3) 276 −12 5 1995 Ben Crenshaw (2) 274 −14 1 1994 José Maria Olazábal 279 −9 2 1993 Bernhard Langer (2) 277 −11 4 1992 Fred Couples 275 −13 2 1991 Ian Woosnam 277 −11 1 1990 Nick Faldo (2) 278 −10 Playoff (2) ² 1989 Nick Faldo 283 −5 Playoff (2) ² 1988 Sandy Lyle 281 −7 1 1987 Larry Mize 285 −3 Playoff (3) ² 1986 Jack Nicklaus (6) 279 −9 1 1985 Bernhard Langer 282 −6 1 1984 Ben Crenshaw 277 −11 1 1983 Seve Ballesteros (2) 280 −8 4 1982 Craig Stadler 284 −4 Playoff (2) ² 1981 Tom Watson (2) 280 −8 2 1980 Seve Ballesteros 275 −14 4 1979 Fuzzy Zoeller 280 −8 Playoff (3) ² 1978 Gary Player (3) 277 −11 1 1977 Tom Watson 276 −12 2 1976 Raymond Floyd 271 −17 8 1975 Jack Nicklaus (5) 276 −12 1 1974 Gary Player (2) 278 −10 2 1973 Tommy Aaron 283 −5 1 1972 Jack Nicklaus (4) 286 −2 3 1971 Charles Coody 279 −9 2 1970 Billy Casper 279 −9 Playoff (2) ² 1969 George Archer 281 −7 1 1968 Bob Goalby 277 −11 1 1967 Gay Brewer 280 −8 1 1966 Jack Nicklaus (3) 288 E Playoff (3) ² 1965 Jack Nicklaus (2) 271 −17 9 1964 Arnold Palmer (4) 276 −12 6 1963 Jack Nicklaus 286 −2 1 1962 Arnold Palmer (3) 280 −8 Playoff (3) ² 1961 Gary Player 280 −8 1 1960 Arnold Palmer (2) 282 −6 1 1959 Art Wall jr. 284 −4 1 1958 Arnold Palmer 284 −4 1 1957 Doug Ford 283 −5 3 1956 Jack Burke, Jr. 289 +1 1 1955 Cary Middlecoff 279 −9 7 1954 Sam Snead (3) 289 +1 Playoff (2) ² 1953 Ben Hogan (2) 274 −14 5 1952 Sam Snead (2) 286 −2 4 1951 Ben Hogan 280 −8 2 1950 Jimmy Demaret (3) 283 −5 2 1949 Sam Snead 282 −6 3 1948 Claude Harmon 279 −9 5 1947 Jimmy Demaret (2) 281 −7 2 1946 Herman Keiser 282 −6 1 1943–1945 Ausgefallen wegen des Zweiten Weltkriegs 1942 Byron Nelson (2) 280 −8 Playoff (2) ² 1941 Craig Wood 280 −8 3 1940 Jimmy Demaret 280 −8 4 1939 Ralph Guldahl 279 −9 1 1938 Henry Picard 285 −3 2 1937 Byron Nelson 283 −5 2 1936 Horton Smith (2) 285 −3 1 1935 Gene Sarazen 282 −6 Playoff (2) ² 1934 Horton Smith 284 −4 1 ¹ Ergebnis im Vergleich zu Par. ² Die Anzahl in Klammern hinter Playoff (Stechen) gibt die Anzahl der beteiligten Spieler an.