mini|Ehemaliges offizielles Logo der NFL Playoffs Die Play-offs der National Football League (offizieller Name NFL Playoffs) sind ein K.-o.-Turnier, mit dem am Ende der Regular Season der NFL-Meister ermittelt wird. Aus beiden Conferences (AFC und NFC) der NFL qualifizieren sich je sieben Teams für die Play-offs. Ausschlaggebend dafür sind die Ergebnisse der Regular Season (Prozentsatz der gewonnenen Spiele) und ein Tie-Breaker-System für den Fall des Gleichstands. Zunächst werden in den beiden Conferences getrennt die Sieger ermittelt. Diese stehen sich dann im Super Bowl, mit dem die Play-offs enden, gegenüber.

Die Geschichte der „NFL Post Season“ kann bis zum ersten „NFL Championship Game“ 1933 zurückverfolgt werden. In der Zeit vor 1967 basierte die Qualifikation für die Teilnahme am Championship Game ausschließlich auf den Saisonergebnissen. Die ersten „wahren“ NFL-Play-offs fanden 1967 mit vier qualifizierten Teams statt. Mit der Fusion von AFL und NFL 1970 wurde das Play-off-Teilnehmerfeld auf acht ausgeweitet. Ab 1978 durften dann zehn, ab 1990 zwölf und seit 2020 dürfen 14 Teams an den Play-offs teilnehmen.

Alle aktuellen NFL-Teams haben schon an den Play-offs teilgenommen. Im Jahr 2011 qualifizierte sich mit den Houston Texans das letzte der 32 NFL-Team erstmals für die Play-offs. Die Texans wurden jedoch auch als letztes Erweiterungsteam erst 2002 in die Liga aufgenommen.

Modus 500px|mini|Die NFL Playoffs. In der Divisional Round spielt jeweils der an Nr. 1 gesetzte Divisionssieger gegen das Team, das unter den verbleibenden Teams der entsprechenden Conference die niedrigste Setznummer aufweist. Die 32 Teams umfassende Liga ist in zwei Conferences aufgeteilt, die American Football Conference (AFC) und die National Football Conference (NFC), die jeweils 16 Teams umfassen. Seit 2002 ist jede Conference in vier Divisionen mit jeweils vier Teams eingeteilt. Das Play-off-Turnierschema basiert auf jeweils sieben Teilnehmern aus jeder der beiden Conferences.

Folgende Teams qualifizieren sich nach Ende der Regular Season für die Play-offs: Die vier Divisionssieger in jeder Conference. Diese Teams werden als die Nummern 1 bis 4 für die Play-offs gesetzt, und zwar basierend auf ihrem Sieg-Verhältnis (in Prozent). Drei Wildcard-Teams aus jeder Conference, und zwar die Teams, die das beste Sieg-Verhältnis der verbleibenden Teams in ihrer Conference haben. Diese werden als Nr. 5 bis 7 gesetzt, unabhängig davon ob sie ein besseres Siegverhältnis als einer der Divisionssieger haben.

In den beiden Conferences werden zunächst getrennt die Sieger ausgespielt. Die erste Runde der Play-offs wird als Wild Card Round bezeichnet. In dieser Runde empfangen der Divisionssieger mit Nr. 2 das Wildcard-Team mit Nr. 7, der Divisionssieger mit Nr. 3 das Wildcard-Team mit Nr. 6 und der Divisionssieger mit Nr. 4 das Wildcard-Team mit Nr. 5. Der Divisionssieger mit Nr. 1 hat ein Freilos, d. h., er steht automatisch in der 2. Runde, der Divisional Round, und hat dort Heimrecht gegen einen der Sieger der Wild Card Round. Im Gegensatz zur NBA hat die NFL keinen fix vorgegebenen Spielplan, sondern es spielt in jeder Runde das jeweils am höchsten gesetzte Team gegen das am niedrigsten gesetzte Team. Die beiden Sieger der Divisional Round stehen sich dann im jeweiligen Conference Championship Game gegenüber. Sie ermitteln dabei nicht nur den Sieger der Conference, sondern auch den Teilnehmer am Super Bowl. Bei den Ansetzungen genießt jeweils das höher gesetzte Team Heimrecht. Eine Ausnahme hiervon bildet der Super Bowl, bei dem das Heimrecht jährlich zwischen NFC und AFC wechselt. Nur dreimal seit 1990 hat ein Team, das nicht als Nr. 1 oder 2 gesetzt war, das Heimrecht für das Conference Championship Game erreicht (AFC Championship 2006 und NFC Championships 2008 und 2021).

Bei Gleichstand hinsichtlich des Sieg-Verhältnisses in der Regular Season wird die Setzreihenfolge für die Play-offs durch das Anwenden der Tie-Breaking-Regelungen ermittelt, wobei der direkte Vergleich das wichtigste Kriterium ist.

Ein möglicher Nachteil des NFL-Play-off-Modus ist, dass die beiden Teams mit den besten Sieg-Verhältnissen ihrer Conference in den Play-offs bereits vor dem Conference Championship aufeinandertreffen können, wenn sie aus derselben Division kommen. Das bessere der beiden Teams wäre in diesem Fall als Nr. 1 gesetzt, das andere als Nr. 5. Wie aus dem Diagramm oben rechts ersichtlich, wäre es möglich, dass die Nr. 1 in den Divisional Play-offs gegen die Nr. 5 antreten muss (Siehe auch Änderungsvorschläge unten).

Play-off-System 1990 bis 2019 400px|mini|Die NFL Playoffs bis 2019. Bis 2019 nahmen zwölf Teams an den NFL Playoffs teil. Pro Conference gab es neben den vier Divisionssieger nur zwei weitere Teams, die sich als Wild-Card-Teams für die Postseason qualifizierten. Entsprechend gab es in der Wild Card Round jeweils ein Spiel weniger. Im Vergleich zum aktuellen Modus fehlt das Spiel der Nummer 2 gegen die Nummer 7, die anderen beiden Partien waren inklusive der Setznummern gleich zum heutigen Modus. Der an Nummer 2 gesetzte Divisionssieger hatte in der ersten Runde ebenfalls spielfrei. Bezüglich des Modus der übrigen Runden gab es mit der neuen Regelung zur Saison 2020 keine Änderungen.

Vor 2002 gab es drei Divisionen pro Conference und damit auch nur drei Divisionssieger. Neben den drei Divisionssiegern qualifizierten sich von 1990 bis 2002 noch jeweils drei Wild-Card-Teams für die Play-offs. In der Wild Card Round trafen damit jeweils die beiden besten Wild-Card-Teams aufeinander, wogegen das Wild-Card-Team mit der niedrigsten Setznummer (6) beim Divisionssieger mit der niedrigsten Setznummer (3) antrat.

Tie-Breaking-Regelung Die Situation, dass zwei oder mehr Teams die Regular Season mit demselben Sieg-Verhältnis beenden, kommt häufig vor. Daher ist es notwendig, zwischen diesen „unentschiedenen“ Teams eine Reihenfolge zu ermitteln, und zwar einerseits für die Entscheidung, welche Teams sich für die Playoffs qualifizieren und andererseits auch für die Setzreihenfolge. Die nachstehenden Regelungen werden in der angeführten Reihenfolge angewandt, bis eine Entscheidung erreicht ist. Wenn eine Entscheidung zwischen drei Teams für einen Playoff-Platz erforderlich ist, werden, sobald das dritte Team ausgeschieden ist, die Regeln nochmals von Pkt. 1 an für die beiden verbleibenden Teams angewandt. Sind mehrere Playoff-Plätze an mehrere Teams zu vergeben, so werden die Regeln angewandt, bis sich das erste Team qualifiziert, danach wird die Prozedur für die restlichen Teams neu gestartet.

Die Tie-Breaking-Regeln haben sich im Laufe der Jahre verändert. Die meisten Änderungen wurden 2002 im Zuge der Umstrukturierung der Liga auf acht Divisions mit je vier Teams vorgenommen. Die Siegverhältnisse gegen gemeinsame Gegner und die meisten anderen die Siege betreffenden Regelungen wurden weiter nach oben gereiht, während Kriterien wie Punkte für bzw. gegen ein Team zurückgestuft wurden.

Die aktuellen Regelungen sind hier aufgeführt. Dabei gilt zu beachten, dass die Regeln für das Conference Tie-Break nur dann angewandt werden, wenn die zu vergleichenden Teams unterschiedlichen Divisions angehören. Andernfalls greifen die Regeln des Divisional Tie-Breaks.NFL Tiebreaking Procedures

Divisionale Tie-Breaker Conference Tie-Breaker Direkte(s) Duell(e) der Teams. Bestes Siegverhältnis in den Spielen gegen die Teams innerhalb der Division. Bestes Siegverhältnis in den Spielen gegen gemeinsame Gegner (Gegner, gegen die beide/alle Teams in dieser Saison gespielt haben). Bestes Siegverhältnis in den Spielen gegen die Teams innerhalb der eigenen Conference. Stärke der Siege, d. h. das kumulierte Siegverhältnis aller Gegner, gegen die die Teams gewonnen haben. Stärke des Spielplans, d. h. das kumulierte Siegverhältnis aller Gegner, gegen die die Teams in dieser Saison gespielt haben. Bestes Punkteverhältnis aller Teams in der eigenen Conference. Bestes Punkteverhältnis aller Teams. Meisten Netto-Punkte in den Spielen gegen gemeinsame Gegner. Meisten Netto-Punkte in allen Spielen. Meisten Netto-Touchdowns in allen Spielen. Münzwurf. Direktes Duell, falls es stattgefunden hat (bei Gleichstand von 3 oder mehr Teams wird dieser Schritt nur angewandt, wenn ein Team gegen alle anderen gewonnen bzw. gegen alle anderen verloren hat). Bestes Siegverhältnis in den Spielen gegen die Teams innerhalb der eigenen Conference. Bestes Siegverhältnis in den Spielen gegen gemeinsame Gegner, mindestens vier. Stärke der Siege. Stärke des Spielplans. Bestes Punkteverhältnis aller Teams in der eigenen Conference. Bestes Punkteverhältnis aller Teams. Meisten Netto-Punkte in den Spielen gegen gemeinsame Gegner. Meisten Netto-Punkte in allen Spielen. Meisten Netto-Touchdowns in allen Spielen. Münzwurf.

Geschichte der Playoffs und Championships Das System, nach dem die NFL ihre Champions ermittelt, hat sich über die Jahre verändert.

Anfangsphase 1920–1932 Von der Gründung der Liga 1920 bis 1932 gab es kein geplantes Championship Game. Zwischen 1920 und 1923 wurde der Champion durch eine Abstimmung der Clubbesitzer beim jährlichen Treffen gekürt. Ab 1924 galt die Regelung, dass das Team mit dem besten Siegverhältnis den Meistertitel errungen hat. Da die Teams damals eine unterschiedliche Anzahl von Spielen absolvierten, war das Zählen der Siege alleine zu wenig, man führte daher den Prozentsatz der gewonnenen Spiele ein. Unentschieden zählten damals nicht, im Gegensatz zu heute, wo sie als halber Sieg und halbe Niederlage gewertet werden.

Das „Playoff Game“ 1932 In der Saison 1932 hatten die Chicago Bears (6 Siege, 1 Niederlage, 6 Remis) und die Portsmouth Spartans (6 Siege, 1 Niederlage, 4 Remis) jeweils eine Siegquote von 76,9 %. Daher wurde ein zusätzliches Spiel um den Meistertitel erforderlich. Es wurde vereinbart, dass dieses im Wrigley Field in Chicago ausgetragen werden sollte, doch der strenge Winter machte eine Verlegung ins Chicago Stadium als Indoor-Spiel notwendig. Das Spiel wurde mit modifizierten Regeln auf einem gekürzten 80-Yard-Feld ausgetragen und die Bears gewannen mit 9:0. Nach diesem Spiel hatten die Bears eine Siegquote von 87,5 % und waren damit Meister. Die Spartans wiesen nur noch 75,0 % auf und fielen somit noch auf den 3. Platz hinter die Green Bay Packers zurück. Dieses Spiel war also kein Entscheidungsspiel, sondern vielmehr ein außerplanmäßiges zusätzliches Spiel. Aufgrund des Interesses beim Publikum führte es zur Einführung des NFL Championship Games 1933.

NFL Championship Games und Play-offs 1933–1969 Das Interesse an dem „Playoff Game“ von 1932 führte in der Liga zu dem Wunsch nach einem Championship Game. Die Liga teilte sich 1933 in zwei Divisions. Die beiden Divisionssieger bestritten das Championship Game. Es gab kein Tie-Breaking-System, bei gleicher Siegquote entschied ein zusätzliches Play-off-Spiel nach Ende der Regular Season über den Divisionssieg. Mit der Fusion der All-America Football Conference in die NFL zur Saison 1950 traten an die Stelle der zwei Divisions zwei Conferences, die Play-off-Regelung blieb dabei bestehen. Entscheidungsspiele um den Divisions- oder Conference-Sieg wurden 1941, 1943, 1947, 1950 (2 Spiele), 1952, 1957, 1958 und 1965 notwendig. Diese zusätzlichen Play-off-Spiele führten manchmal zu einer Verschiebung des geplanten Termins für das Championship Game um eine Woche.

Das von 1933 bis 1966 gültige Play-off-System wurde als ungerecht kritisiert, weil es einige Male dazu führte, dass sich im Championship Game nicht die beiden Teams mit den besten Siegverhältnissen in der Regular Season gegenüberstanden. Vier Mal zwischen 1950 und 1966 (1951, 1956, 1960 und 1963) qualifizierte sich das Team mit der drittbesten Siegquote anstelle des Teams mit der zweitbesten Siegquote für das Championship Game. Dies lag daran, dass die beiden besten Teams in derselben Conference spielten.