mini|305x305px|Der Breidenbacher Hof an der Königsallee Der Breidenbacher Hof ist ein Luxushotel an der Königsallee in Düsseldorf.

Lage Der Breidenbacher Hof in Düsseldorf liegt zwischen der Königsallee und der Heinrich-Heine-Allee mit dem Hoteleingang auf der Theodor-Körner-Straße und grenzt direkt an die Altstadt. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Deutsche Oper am Rhein, das Düsseldorfer Schauspielhaus sowie die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalens K 20.

Geschichte 1806 ersteigerte Wilhelm Breidenbach (1764–1837), der zuvor in der Altstadt eine Gaststätte betrieben hatte, ein Grundstück, um ein Grand Hotel zu errichten. Das Grundstück war ein Eckgrundstück und lag an der Alleestraße Nr. 34, Ecke Bazarstraße Nr. 1.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. 2. Theil, II. Abschnitt. 1870, S. 3.Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Gebiete westlich der neu angelegten Alleestraße noch weitgehend unbebaut. Das ab 1831 neu gebaute Königlich Preußische Gymnasium lag direkt nördlich vom Breidenbacher Hof und war von diesem nur durch einen schmalen Weg getrennt. Dieser Weg wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Bazarstraße genannt und ist unter diesem Namen ab 1876 in Düsseldorfer Adressbüchern aufgelistet (Nachweis: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf). 1876, S. 6.)

Von 1808 bis 1812 entstand ein erster klassizistischer Bau nach den Plänen des Architekten Adolph von Vagedes. 1840 ging der Breidenbacher Hof in die Hände des Gastronomen Capellen-Heydendahl über. Das Hotel lag zwischen dem neuen Bahnhof an der Königsallee und den Posthaltereien in der Altstadt. Der Breidenbacher Hof wurde zu einer der besten Adressen der Stadt, Könige und Königinnen, Adelige, Politiker und Künstler nächtigten hier.

1855 übernahm der Gastwirt Julius Disch das Unternehmen. Er verkaufte es 1872 an die Düsseldorfer Baubank, die das Haus durch einen Neubau der Architekten Boldt & Frings ersetzen ließ.Boris Becker: Düsseldorf in frühen Photographien 1855–1914. Schirmer/Mosel, München 1990, Tafel 93 Das Haus wurde nun als Palast Hotel Breidenbacher Hof weitergeführt. Zu diesem Zeitpunkt lag das Hotel unverändert nur in der Alleestraße 34, Ecke Bazarstraße. Von letzterer Straße waren noch 1878 neben dem Hotel auf Nr. 1 nur die Grundstücke Nr. 2 und Nr. 8 (= Ecke Canalstraße) bebaut.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. 2. Theil. 1878, S. 9. Die bebauten Grundstücke Bazarstraße Nr. 2 (1885) und 3 bis 8 wurden 1887 von der Düsseldorfer Baubank aufgekauft, so dass das Hotel an der Bazarstraße erweitert werden konnte.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. 2. Theil. 1878, S. 15. Dieser Umbau erfolgte nach Plänen der Architekten Klein & Dörschel von 1899 bis 1901. Bereits 1882 erwarb die Baubank auch die bebauten Grundstücke Nr. 3 (= Eckhaus Bazarstraße) und Nr. 4 auf der Canalstraße. Diese Adresse änderte sich 1905 in Königsallee Nr. 11 und 13. Ab 1905 wurden die oberen Etagen in Haus Nr. 11 und die 2. Etage in Haus Nr. 13 vom Hotel Breidenbacher Hof ebenfalls mit benutzt.In: Adressbuch der Stadt Düsseldorf. 2. Theil, 3. Abschnitt. 1905, Schwann, S. 198.

Nachdem in den 1920er-Jahren die Baubank von einem Bankenkonsortium übernommen worden war, erfolgte Ende der 1920er Jahre der Umbau des Gebäudes nach Plänen von Emil Fahrenkamp mit Fertigstellung 1928.Baukunst und Baukünstler in Düsseldorf, Düsseldorfer Stadt-Anzeiger vom 8. Mai 1929, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 3. Februar 2025, Direktlink. Das Hotel wechselte in Folge mehrfach den Besitzer. So hatte 1929 der niederländische Investor Martin Sternberg die Aktienmehrheit der Baubank inne, zu deren wichtigsten Aktivposten der Breidenbacher Hof gehörte.Aus der Düsseldorfer Wirtschaft. Düsseldorfer Stadt-Anzeiger vom 5. Juni 1929, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 4. Februar 2025, Direktlink. 1932 kündigte die ebenfalls von Sternberg dominierte Disch Hotel- und Verkehrs-A.G. den 1927 abgeschlossenen Betreibervertrag für das Hotel gegenüber der weiterhin im Besitz der Immobilie befindlichen Baubank.Kölnische Zeitung vom 24. Mai 1932, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 4. Februar 2025, Direktlink. Auf den Tod Sternbergs im Mai 1932 folgten Konkursverfahren für weite Teile seiner Unternehmensgruppe. In diesem Rahmen wurden Vorwürfe wegen Scheingeschäften unter anderem zum Schaden der Baubank und des Breidenbacher Hofs laut.Rhein- und Ruhrzeitung vom 11. Januar 1933, Seite 6, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 4. Februar 2025, Direktlink. 1933 übernahm im Rahmen eines Liquidationsvergleichs die von Gläubigern gegründete Betriebsgesellschaft Breidenbacher Hof GmbHKölnische Zeitung vom 17. Juni 1933, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 4. Februar 2025, Direktlink. unter der Leitung von Georg Linsenmeyer das Hotel, nachdem die vorherige Betreibergesellschaft Palast Hotel Breidenbacher Hof GmbH im August des Jahres zahlungsunfähig geworden warRheinisches Volksblatt vom 14. August 1933, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 4. Februar 2025, Direktlink.. Am Pfingstsamstag 1943 wurde der Breidenbacher Hof bei einem Bombenangriff völlig zerstört. Linsenmeyer wollte das Hotel wieder aufbauen.

Am 15. August 1950 wurde der neue Breidenbacher Hof mit 150 Betten erneut eröffnet, nachdem er nach Plänen von Emil Fahrenkamp wieder aufgebaut worden war.Honnefer Volkszeitung vom 15. August 1950, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 7. Februar 2025, Direktlink. 1953 baute der Eigentümer neue Innenhofflügel an. Das Hotel verfügte jetzt über 210 reguläre Zimmer sowie 30 Alkoven-Zimmer und zehn Appartements.

Nach dem Tod von Linsenmeyer 1971 übernahm seine Tochter Renate die Geschäfte. Das Hotel wurde saniert und dem Zeitgeist entsprechend gestaltet. 1979 eröffnete die französische Sängerin und Unternehmerin Regine Zylberberg im Untergeschoss ihren Nachtclub Regine’s.Ernst Hess: Eine Lepra-Kolonie der Überprivilegierten. Artikel vom 30. April 1979 im Portal spiegel.de, abgerufen am 12. Oktober 2013 Dort wurden Filmpremieren gefeiert; Stars wie Peter Ustinov, Curd Jürgens und Hans Albers gingen im Breidenbacher Hof ein und aus.

1985 kaufte Georg Rafael, Gründer der Regent-Hotelkette, das Traditionshaus.Käufer gesucht für das Luxushotel Breidenbacher Hof. Welt am Sonntag vom 20. Juli 1997. Von nun an standen Gala-Diner-Musical-Abende auf dem Programm, die sich zu einer festen Institution in der Düsseldorfer Kulturszene entwickelten. Unter der Führung des Hoteldirektors Torriani wurde das Hotel stetig weiter modernisiert.

Die Unternehmensgruppe Pearl of Kuwait war mit dem Erwerb durch Rafael oder kurz danach als Investor eingestiegen. Für das Jahr 1999 plante Pearl of Kuwait eine Sanierung und schloss für die Zeit nach deren Abschluss einen Pachtvertrag mit der Hotelkette Ritz-Carlton. Für diese Arbeiten wurde das Hotel 1999 geschlossen. Bald darauf zeigte sich jedoch, dass sich das Haus auf Grund seiner schlechten Bausubstanz nicht mehr erhalten ließ und ein Neubau erforderlich war.Bis auf weiteres geschlossen. Süddeutsche Zeitung vom 14. August 2022. Alle Bauvorhaben stagnierten, das Gebäude zerfiel, bis es schließlich 2005 abgerissen, in einer beinahe dreijährigen Bauphase wieder aufgebaut und am 19. Mai 2008 wieder eröffnet wurde.Breidenbacher Hof in Düsseldorf eröffnet. Immobilien Zeitung vom 19. Mai 2008, online verfügbar. Betreiber des Hotels ist die Hotelgruppe „West Paces Hotel Group“,Breidenbacher Hof, Düsseldorf: Schulze statt Ritz-Carlton. Immobilien Zeitung vom 23. Dezember 2005, online verfügbar. die den Breidenbacher Hof bis April 2021 unter der Luxusmarke Capella führte.Hoteldirektor übernimmt Breidenbacher. Rheinische Post vom 19. Mai 2021.

Zu den prominentesten Gästen zählte seit der Neueröffnung Fürst Albert II. von Monaco.Kathrin Bierling: In: Financial Times Deutschland. online vom 17. November 2009 Im Jahr 2023 übernachteten hier unter anderem George Clooney, Bruce Springsteen, Megan Fox und Harry Styles. Im Jahr 2024 residierten hier kurz nacheinander Taylor Swift, Pink und die Band Coldplay. https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-das-grosse-warten-auf-coldplay-oder-doch-taylor-v1_aid-116582539

Im April 2021 übernahm der vormals unter Capella angestellte Direktor Cyrus Heydarian eigenständig den Betrieb des Hotels.Hoteldirektor übernimmt Breidenbacher. Rheinische Post vom 19. Mai 2021.

Eine Übernachtung kostete Ende 2023 durchschnittlich 500 Euro, das günstigste Zimmer 350 Euro. Die Zimmergröße reichte von 41 qm bis zu Suiten von über 400 qm, die in der Spitze 14.000 Euro pro Nacht kosteten. Ab dem Sommer 2024 ist ein kompletter Umbau mit einer durchgreifenden Modernisierung des Interieurs vorgesehen, weg von Gold, Leder und Mahagony.Maximilian Nowroth, Interview mit dem Hoteldirektor Cyrus Heydarian: 500 Euro pro Nacht? „Das ist sehr günstig“ - Der Direktor des Luxushotels Breidenbacher Hof über Star-Gäste, steigende Preise - und den großen Umbau im Jahr 2024. In: Rheinische Post, 4. Dezember 2024, S. C2.

Architektur mini|Breidenbacher Hof um 1870, Architekt Adolf von Vagedes, klassizistisch Von 1808 bis 1812 wurde der Breidenbacher Hof nach den Plänen des Architekten Adolph von Vagedes gebaut und schließlich 1812 eröffnet. Probleme ergaben sich durch ein neu errichtetes Gymnasium, das die Fassade verdeckte und zu Lärmbelästigungen durch die Schüler führte. Breidenbachs Vision vom freistehenden Prachthotel wurde erst nach seinem Tode im Jahre 1908 Wirklichkeit, nachdem das Gymnasium abgerissen und das Kaufhaus Tietz (heute „Kaufhof an der Kö“) gebaut wurde.

Im Jahre 1872 wurde das Hotel nach Plänen der Architekten Boldt & Frings erweitert. Die damalige Besitzerin, die Düsseldorfer Baubank, ließ an der neu entstandenen Bazarstraße (heutige Theodor-Körner-Straße) eine neue Schauseite des Hotels errichten. Der bereits bestehende kleine Hotelbau wurde erweitert und umgebaut.

Die Schaufassade zur Alleestraße wurde stärker gegliedert. Vier große Doppelfenster wurden zu beiden Seiten des Eingangs angebracht. Zwei Doppelsäulen flankierten den Eingang, den ein schmiedeeiserner, glasverkleideter Baldachin schmückte: Über den Fenstern der Seitenflügel der ersten Etage befanden sich Fensterverdachungen. Die Dachgeschosszone war stark akzentuiert. Den mittleren Dachabschluss kennzeichnete ein „altarähnlicher Aufbau, der von zwei Frauenfiguren getragen wurde […] Die schöne klassizistische Fassade, die das Hotel in den Rang eines Baudenkmals erhoben hatte, war aufgegeben worden.“Der Breidenbacher Hof: eine Düsseldorfer Legende; seine Kunst und seine Geschichte. Hrsg. vom Hotel Breidenbacher Hof Düsseldorf anlässlich seines 175-jährigen Bestehens, Düsseldorf 1991, S. 116.

Von 1899 bis 1901 wurde das Hotel noch einmal umgebaut, dieses Mal nach Plänen der Architekten Klein & Dörschel. Neben den Gastzimmern wurden mehrere vornehm ausgestattete Restaurationsräume sowie größere und kleinere Säle für Festlichkeiten eingerichtet.

Salons Bei dem Umbau blieb die historistische Innenarchitektur der Salons erhalten, wurde jedoch mit Lampen im Jugendstil bereichert. So war die vorgegebene Architektur noch traditionellDer Breidenbacher Hof: eine Düsseldorfer Legende; seine Kunst und seine Geschichte. Hrsg. vom Hotel Breidenbacher Hof Düsseldorf anlässlich seines 175-jährigen Bestehens, Düsseldorf 1991, S. 272., aber es entstand eine Kombination von historistischer Häkeldecke auf dem Tisch und einer Lampe im Jugendstil: „Andererseits hatte man keine Hemmungen, eine Jugendstil-Lampe auf einen mit einer gewaltigen Häkeldecke belegten Gründerzeit-Tisch zu stellen, um den herum schönste Empire-Stühle verteilt waren“.Der Breidenbacher Hof: eine Düsseldorfer Legende; seine Kunst und seine Geschichte. Hrsg. vom Hotel Breidenbacher Hof Düsseldorf anlässlich seines 175-jährigen Bestehens, Düsseldorf 1991, S. 122.

Speisesaal