Petschenischyn (; ) ist eine Siedlung städtischen Typs im Westen der Ukraine mit etwa 5100 Einwohnern. Die Ortschaft liegt am Fuße der Karpaten etwa 47 Kilometer südöstlich der Oblasthauptstadt Iwano-Frankiwsk und 11 Kilometer westlich der Rajonshauptstadt Kolomyja. mini|links|Kirche im Ort
Der Ort gehört zur historischen Landschaft Pokutien und wird vom Flüsschen Sopiwka (), einem Nebenfluss des Pruth durchflossen.
Geschichte Der Ort wurde 1443 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und gehörte von 1774 bis 1918 zum österreichischen Galizien und war von 1854 bis 1867 und wiederum von 1898 bis 1918 Sitz einer Bezirkshauptmannschaft. Im Ersten Weltkrieg war Petschenischyn einige Zeit von der russischen Armee besetzt; dabei wurde auch die aus dem späten 18. Jahrhundert stammende hölzerne Synagoge abgebrannt. Nach dem Ende dieses Krieges kam der Ort als Peczeniżyn zu Polen und lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Stanislau. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Petschenischyn erst von der Roten Armee und ab 1941 bis 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1945 kam die Stadt wiederum zur Sowjetunion, dort wurde sie Teil der Ukrainischen SSR und ist seit 1991 ein Teil der heutigen Ukraine.
Ab 1886 betrieben die Kolomeaer Lokalbahnen von Kolomyja (damals Kolomea) durch den Ort hindurch eine Lokalbahnstrecke. Diese wurde 1967 eingestellt und die Gleisanlagen abgebaut.
Der Name des Ortes leitet sich von dem oghusischen Stamm der Petschenegen ab.
Verwaltungsgliederung Am 23. Juli 2015 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Petschenischyn (). Zu dieser zählen auch noch die 8 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten DörferВідповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Івано-Франківській області у Коломийському районі Печеніжинська селищна та Княждвірська, Малоключівська, Марківська, Молодятинська, Рунгурська, Слобідська, Сопівська сільські ради рішеннями від 22 та 23 липня 2015 року, bis dahin bildete sie die gleichnamige Siedlungratsgemeinde Petschenischyn (Печеніжинська селищна рада/Petschenischynska selyschtschna rada) im Südwesten des Rajons Kolomyja.
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Petschenischyn Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Knjaschdwir Княждвір Княждвор (Knjaschdwor) Kniaźdwór Kidantsch (bis 2021 KyjdanziВерховна Рада України постановляє: "Перейменувати село Кийданці Коломийського району Івано-Франківської області на село Кіданч") Кіданч (bis 2021 Кийданці) Киданч (bis 2021 Кийданцы/Kijdanzy) Kujdańce Malyj Kljutschiw Малий Ключів Малый Ключев (Maly Kljutschew) Kluczów Mały Markiwka Марківка Марковка (Markowka) Markówka Molodjatyn Молодятин Молодятин (Molodjatin) Młodiatyn Runhury Рунгури Рунгуры (Rungury) Rungury Sloboda Слобода Слобода Słoboda Rungurska Sopiw Сопів Сопов (Sopow) Sopów
Bevölkerungsentwicklung
Demographie 2001 2004 2012 5324 auf World Gazetteer 5350Regionen der Ukraine auf rada.gov.ua 5180
Persönlichkeiten Oleksa Dowbusch (1700–1745), ruthenischer Räuberführer und Freiheitskämpfer im 18. Jahrhundert Roman Samokyschyn, Rebellenanführer Iwan Semenjuk, Kupferstecher
Weblinks Eintrag zum Ort in der Enzyklopädie der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR (ukrainisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Iwano-Frankiwsk Kategorie:Rajon Kolomyja Kategorie:Ersterwähnung 1443