mini|180px|Ortseingangsschild

Zewen ist einer der 19 Ortsbezirke der rheinland-pfälzischen Stadt Trier und hat rund 3600 Einwohner. Der an der Mosel gelegene Ort ist der südwestlichste Stadtteil Triers und gliedert sich in die beiden Orte Zewen und Oberkirch.

Geographie Geographische Lage mini|240px|Panorama von Zewen

Zewen ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Trier und befindet sich rund sieben Kilometer südwestlich der Trierer Innenstadt; die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg ist etwa acht Kilometer entfernt. Zewen liegt im südwestlichen Beginn der 15 Kilometer langen und damit größten Talweitung des mittleren Moseltals, die sich im Norden bei Schweich wieder verengt. Zewen selbst liegt nicht direkt an der Mosel, sondern nur der Ortsteil Oberkirch. Die Randgebiete des Stadtteils erstrecken sich über die bewaldeten und teilweise landwirtschaftlich genutzten Hänge bis an den Fuß des Alzenach () im Nordwesten und den Olker Berg () im Südwesten. Durch den Ort fließt der kleine Zewenerbach. Seine Quellen befinden sich in den Berghängen, die das Mühlental nach drei Seiten abschließen. Er mündet in Oberkirch in die Mosel. Er beherrschte jahrhundertelang das Zewener Ortsbild, wurde jedoch im Ortskern kanalisiert. Bei Oberkirch liegt das 4,7 Hektar große Naturschutzgebiet Kiesgrube bei Oberkirch.

Geologie Stratigraphisch ist der Boden in Zewen dem Quartär und Pleistozän zuzuordnen. Die Erde ist sandig und besteht aus Mittel- bis hinzu Grobkies und ist teilweise mit Lehm überdeckt. Die Flussterrassen in Zewen entsprechen dem Typ der Niederterrassen.Geologische Übersichtskarte des Landes Rheinland-Pfalz, abgerufen am 8. Juni 2009.

Ortsteile Zu Zewen gehört das Dörfchen Oberkirch, das erst in den 1950er-Jahren durch die Straße Im Biest Anschluss an Zewen fand. Es ist nach wie vor landwirtschaftlich geprägt. Erstmals wurde es als keltisches Dorf Corniacum erwähnt, das später Kerrig und Kerrich genannt wurde. Später teilte sich der Ort flächen- und namensmäßig in Oberkerrich und Kerrich, später Niederkirch. Niederkirch, das aus einem Hofgut und einem, dem Zewener Turm ähnlichen, Wohnturm bestand, wurde abgerissen, um für das Schloss Monaise Platz zu machen. Oberkirch, das bereits eine Kapelle und einen eigenen Wohnturm, den Oberkircher Turm, besaß, blieb erhalten und hat sich seinen dörflichen Charakter bewahrt.

Nachbargemeinden Als südwestlichster Stadtteil Triers grenzt Zewen im Süden an Igel, im Norden an den Trierer Stadtteil Euren und im Westen an den zu Euren gehörenden Ort Herresthal. Im Osten des Ortes fließt die Mosel; auf deren gegenüberliegenden Seite befindet sich der Konzer Vorort Karthaus.

Klima Das Klima in Zewen ist dem Moseltal entsprechend sehr mild und ozeanisch geprägt; dies bedeutet schnee- und frostarme Winter sowie feuchtwarme und schwüle Sommer. Die Höchsttemperaturen liegen oft über 30 Grad Celsius; damit zählt das Gebiet in und um Zewen zu den wärmsten Regionen in Deutschland. Dies begünstigt auch das Vorkommen von Tierarten, die aufgrund des wärmeren Klimas eher in Südeuropa vorkommen.

Bevölkerung Zewen hat 3842 Einwohner (31. Dezember 2004, vorläufiges Ergebnis des MESO)Offizielle Statistik auf den Seiten der Stadt Trier und ist, gemessen an der Einwohnerzahl, einer der kleinsten Stadtteile Triers (Anteil etwa 3,8 %). Laut Statistik vom 31. Dezember 2002 ist nahezu die Hälfte (48,78 %) der Zewener verheiratet, lediglich 20 % der Einwohner sind unter 21 Jahre alt, 25 % haben das 65. Lebensjahr bereits überschritten. Zewen besitzt mit 4,3 % einen sehr niedrigen Anteil an ausländischen Mitbürgern.

Einwohnerentwicklung Die höchste Einwohnerzahl hatte Zewen in den Jahren nach der Eingemeindung 1969; so erreichte sie ihr Maximum von 4227 im Jahre 1973. Seither sank sie, bedingt durch eine gewisse Stadtflucht, kontinuierlich, bis im Jahre 1988 der vorläufige Tiefpunkt mit 3635 Einwohnern erreicht war. Neue Baugebiete brachten seither auch wieder mehr junge Familien nach Zewen, so dass die Bevölkerung in den 1990er-Jahren wieder anstieg – seit Mitte der 1990er jedoch stagniert sie bei etwa 3800 Einwohnern.

Religion mini|Bevölkerung nach Religionszugehörigkeit

Zewen ist, wie die gesamte Umgebung von Trier, römisch-katholisch geprägt. Im Jahre 2002 gehörten 81,3 % der Zewener zur römisch-katholischen Kirche. Das Ortsbild prägt die im Jahre 1959 geweihte katholische Kirche der Kirchengemeinde St. Martinus. In Oberkirch stehen die Kapelle St. Michael als Filialkirche sowie eine Waldkapelle. Die Pfarrei Zewen, seit 1805 eigenständig, wurde 1980 mit der Pfarrei St. Helena in Trier-Euren zusammengelegt. Seit 1995 hat der Priester seinen Hauptsitz im Pfarrhaus Euren.

Lediglich 7,3 % der Bevölkerung sind evangelisch, in der Kirche wird jedoch seit Jahren jeden Sonntag auch ein evangelischer Gottesdienst gefeiert. Es existiert außerdem eine neuapostolische Kirche.

Kommunalpolitik Ortsbeirat

Für den Ortsteil Zewen wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 13 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.

Der Ortsbeirat setzt sich wie folgt zusammen: SPD: 7 Sitze CDU: 6 Sitze

Für weitere Informationen und historische Daten zum Ortsbeirat siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Trier.

Ortsvorsteher Ralf Päßler ist seit dem 3. Juli 2024 Ortsvorsteher von Zewen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 51,2 % gegen Christian Becker (SPD) durchgesetzt. Wegen einer Auszählungspanne war zunächst ein knapper Sieg von Becker gemeldet worden.

Päßlers Vorgänger war seit dem 25. Mai 2014 Christoph Schnorpfeil (CDU), der sich mit 62,9 % und 826 Stimmen gegen Wolfgang Otto (SPD; 37,1 % bzw. 487 Stimmen) durchsetzte.PDF mit Tabelle Gesamtergebnis Ortsvorsteherwahl Zewen 2014 auf den Seiten der Stadt Trier, abgerufen am 27. August 2014. Schnorpfeil wurde bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wiedergewählt unt trat 2024 nicht erneut an. Vorgänger von Schnorpfeil war ab dem 7. Juni 2009 Helmut Mertesdorf (CDU) gewesen, der sich mit 56,6 % der Stimmen gegen Hans-Willi Triesch (SPD; 45,4 %) durchsetzte.PDF mit Tabelle Gesamtergebnis Ortsvorsteherwahl Zewen 2009 auf den Seiten der Stadt Trier, abgerufen am 27. August 2014.

Wahlverhalten der Zewener Zewen war bis 1994 eine Hochburg der SPD. Immerhin blieben ihr bei der Kommunalwahl 2009 noch 36,4 % treu (CDU: 38,1 %). Die Zewener SPD erzielte damit das beste Ergebnis (im Durchschnitt 26,9 %, das schlechteste war in Euren mit 17,5 %).Wahlergebnis auf den Seiten der Stadt Trier, abgerufen am 8. Juni 2009. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2006 wählten 59,7 % der Zewener den von SPD und Grünen unterstützten unabhängigen Kandidaten Klaus Jensen, während der in Zewen aufgewachsene CDU-Kandidat Ulrich Holkenbrink nur 40,3 % der Stimmen erhielt.

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Wappen Das Zewener Wappen wurde im Jahre 1998 vom Ortsbeirat beschlossen und stellt heraldisch links ein rotes Kreuz auf weißem Grund (das Zeichen des Bistums und Kurfürstentums Trier) sowie rechts das stilisierte Wahrzeichen von Zewen, den Zewener Turm, dar.

Besetzung Seit Mai 2021 haben Menschen ein Waldteil in Trier-Zewen unter dem Titel „Besch bleibt“ besetzt. Die Waldbesetzung richtet sich gegen „den Bau einer neuen Bundesstraße zwischen Konzerbrück (Umgebung Konz-Könen) über eine Brücke durch das geschlossene Waldgebiet zwischen Trier-Zewen und Igel bis zur A64 in Höhe Herrestal“, welcher im Plan vom Moselaufstieg enthalten ist. Die Waldbesetzung richtet sich gegen den Klimawandel und fordert eine Verkehrswende. Die Besetzung ist inspiriert von 2020 bis 2021 geräumten Protest im Dannenröder Forst. Die Aktivisten sprechen sich gegen die Gier und feudalen Strukturen im gegenwärtigen Wirtschaftssystem aus. Die Aktivisten fordern die praktische Gleichheit aller Menschen, da meist farbige, außereuropäische Menschen, sowie weibliche Personen besonders unter den Auswirkungen der Klimakrise, aber auch unter den gegenwärtigen Gesellschaftsstrukturen leiden.

Geschichte Antike Das Mühlental in Zewen, insbesondere aber die Umgebung des alten Dorfkerns, besitzt Siedlungsspuren aus keltischer Zeit. Zur Römerzeit entstanden dort umfangreiche Baudenkmale, wie Funde in der Kantstraße, der Kettenstraße und im Kirschengarten belegen.

Es ist belegt, dass in Zewen im 5. Jahrhundert eine Siedlung mit Friedhof und Kirche auf dem so genannten Heidenberg existierte. Bei der Kirche handelte es sich um eine sogenannte Tauf- bzw. Beerdigungskirche, in der Geistliche aus der Stadt bzw. der Hohen Domkirche Handlungen vornahmen. Bischof Magnerich (566–586) bemühte sich in dieser Zeit, eremitische Tätigkeiten in die Bahnen geordneter Seelsorge zu lenken und wirkte so gegen Reste des Heidentums. Es ist davon auszugehen, dass in dieser Zewener Kirche die Heiligen Paulus sowie St. Beatus und Bantus gewirkt haben, die im Zewener Wald ein eremitisches Leben führten.

Mittelalter und Neuzeit Im Frühmittelalter zogen die Franken in den keltisch-römischen Ort; rund zweihundert Jahre danach wurden Sachsen von Karl dem Großen in dem Dorf angesiedelt.

Die erste urkundliche Erwähnung fand der Ort Zewen im Jahre 1098. Im Jahre 1330 wurde die Pfarrei Zewen erstmals erwähnt, sie war der Domdechanei angegliedert und wurde auch von dort mit Geistlichen versorgt. Der Ort erstreckte sich damals vom Mühlental bis in die obere Kirchenstraße um die Kirche, die auf der noch sichtbaren hohen Stützmauer am Anfang der Kordelstraße stand. Belegt ist dies durch ein im Auftrag des Trierer Kurfürsten Johann von Schöneberg gemaltes Gerichtsbild aus dem Jahr 1589, das sich im Museum Simeonstift in Trier befindet. Zewen lag damals an der Grenze zwischen Kurtrier und Luxemburg und wurde oft Opfer von Kriegszügen und Fehden zwischen beiden Staaten, davon stammt der Zewener Turm, ein Grenz-, Wach- und Zollturm.

Im Dreißigjährigen Krieg blieb Zewen im Gegensatz zu anderen Dörfern des Moseltales von der Pest verschont, doch litt es unter Plünderungen und Raub, später unter den Kriegen Ludwigs XIV. und dem Spanischen Erbfolgekrieg. 1794 besetzten die französischen Revolutionstruppen das linke Rheinufer und damit auch Zewen. 1815 endete die Herrschaft der Franzosen, Trier und damit auch Zewen kamen zum Königreich Preußen.

Bannstreit zwischen Euren und Zewen Im Zuge der Gebietsreform 1816 wurden die Vororte Euren, Kürenz, Olewig und Zewen/Kirch in die Stadt Trier eingemeindet. Doch bereits 1852 wurde Zewen „ausgemeindet“. Dabei kam es 1852 zwischen Euren und Zewen zum handfesten Streit, der 1853 ohne Rücksicht auf die Geschichte zu Lasten Zewens entschieden wurde. Die Entscheidung führte letztlich dazu, dass das Schloss Monaise sowie fruchtbares Ackerland, auf dem später die Zeppelinmontagehalle, der alte Flugplatz und das heutige Industriegebiet in der Niederkircher Straße entstanden, dem Eurener Flur und damit der Eurener Wirtschaftskraft zugerechnet wurden und werden. Dieser „Bannstreit“ diente noch bei mancher Schlägerei in den 1920er- und 1930er-Jahren als Anlass und Begründung.

Nach 1852 gehörte Zewen unterschiedlichen Verwaltungsbereichen an; mal wurde es der Bürgermeisterei der Trierer Vororte, mal Trierweiler zugeordnet.

Vom Kaiserreich bis zum Zweiten Weltkrieg Der Auf- und Ausbau der Eisenbahn in ganz Deutschland um 1860 brachte Arbeiter und Beamte in den „Schmelztiegel“ Zewen. Dies beeinflusste den Dialekt der Zewener bis heute: Er hat nicht den weichen Klang des melodischen Moselfränkischen der Eifel-Hunsrück-Mosel-Region, er ist härter.