mini|hochkant|Karl Graf von Luxburg Karl Graf von Luxburg (* 10. Mai 1872 in Würzburg; † 2. April 1956 in Ramos Mejía, Argentinien) war ein deutscher Diplomat.

Leben Luxburg entstammte einem ursprünglich St. Gallener Ratsgeschlecht, dessen Nachkomme Johann Friedrich Graf von Luxburg erst im 18. Jahrhundert aus Zweibrücken nach Bayern kam. Seine Eltern waren Luise Prinzessin von Schoenaich-Carolath-Beuthen und Friedrich von Luxburg.

Karl von Luxburg studierte Rechtswissenschaft und heiratete Carola Martinez de Hoz. Er war Gesandter von Wilhelm II., Anfang 1913 in Indien und in Argentinien während des Ersten Weltkriegs, außerdem Anfang 1911 Geschäftsträger der deutschen Gesandtschaft in China.Carl Graf Luxburg: Nachdenkliche Erinnerung. Selbstverlag 1953, Kapitel 5: „Wieder in China.“ Zu Beginn des Ersten Weltkriegs hatte er sich vergeblich Hoffnungen gemacht, an Stelle von Paul von Hintze zum Gesandten berufen zu werden.Carl Graf Luxburg: Nachdenkliche Erinnerung. Selbstverlag 1953, S. 56, Fußnote

Der Legationssekretär im Auswärtigen Amt, Rudolf Nadolny sandte im Juni 1916 Hermann Wuppermann, Arnold nach Madrid, zu Max von Ratibor und Corvey. In Seifenstücken waren Glaskolben mit Rotzbazillen und Bacillus anthracis geliefert worden. Hermann Wuppermann legte in Madrid in Glycerin Rotzbakterienkulturen an. Prinz von Ratibor meldete am 23. Juni 1916 „Kulturen sind geglückt“ nach Berlin. Helfer des Botschafters infizierten zum Export bestimmte Tiere mit den biologischen Kampfstoffen. Damit sollte verhindert werden, dass das neutrale Spanien Maultiere, Pferde und Rinder an die britischen und französischen Kriegsgegner liefert. Wuppermann reiste weiter nach Argentinien. In Buenos Aires weigerte sich Karl Graf von Luxburg, den Befehl zum Einsatz der biologischen Kampfstoffe auszuführen, und verbrannte ihn.

In Deutschland wurde er nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs im Dezember 1918 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Er widmete sich der Verwaltung seiner Güter und verlegte im September 1939 seinen Wohnsitz nach Argentinien.

Für den Putsch von Major Gualberto Villarroel López gegen General Enrique Peñaranda del Castillo am 20. Dezember 1943 holte sich wenige Wochen vorher Víctor Paz Estenssoro im Haus von Karl von Luxburg in Ramos Mejía bei Edelmiro Julián Farrell und Manuel A. Fresco 5 Millionen USD ab.Lloyd Mallan:

1955 übergab Karl Graf von Luxburg Schloss Aschach bei Bad Kissingen mit allem Inventar als Geschenk an den Bezirk Unterfranken zur Einrichtung eines Schlossmuseums. Das Graf-Luxburg-Museum wurde am 21. Juni 1957 eröffnet.Luxburg-Museum

Luxburg-Affäre Am 2. Februar 1917 teilte Karl Graf von Luxburg dem argentinischen Außenminister Carlos A. Becú in einem Brief mit, dass seine Regierung den uneingeschränkten U-Boot-Krieg erklärt hatte und dass sich dieser auch gegen Schiffe unter der Fahne neutraler Nationen richtet, welche sich innerhalb einer vom Deutschen Reich verhängten Blockadezone befinden.Historia de las Relaciones Exteriores Argentinas, La guerra submarina decretada por Alemania a partir de febrero de 1915

Am 4. April 1917 wurde das argentinische Handelsschiff Monte Protegido von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Reichsregierung ließ übermitteln, sie bedaure den Vorfall, und sagte einen Schadensersatz zu. Im Juni 1917 versenkte ein deutsches U-Boot die argentinische Torro. Die argentinische Regierung protestierte, die deutsche Regierung bedauerte und sagte Schadensersatz zu.Felipe Pigna in Clarín, 13 ENE 2008,

US-Außenminister Lansing ließ am 9. September 1917 in der Zeitung „EL ARGENTINO“ im Partido de General Madariaga Telegramme veröffentlichen, welche Room 40 von Luxburg mitgeschrieben hatte:

Anfang September 1917, nach dem Erscheinen der Telegramme, wurde versucht, den Club Alemán in der Avenida Córdoba in Brand zu stecken, die deutsche Zeitung La Union und die Deutsche Botschaft mit Steinen beworfen. Außenminister Honorio Pueyrredón erklärte Graf Luxburg zur Persona non grata und stellte ihm ein Laissez passer zur Grenze aus und zu. Karl Graf von Luxburg begab sich mit einem Mercedes-Benz nach Süden.Benjamin Welles: Sumner Welles: FDR’s global strategist: a biographyMobs In Buenos Aires Born Buildings Of Germans And Attack Legation After Count Luxburg Is Dismissed Whole Blocks Destroyed. Demands Made On Berlin. Buenos Aires Requires Teuton Disavowal of Count von Luxburg’s Course. (PDF) In: The New York Times, 13. September 1917 In den Zeitungen wurde vermutet, er hätte sich über eine Telefunkenstation ein Schiff zum Abholen gerufen. Die Royal Navy enterte in diesem Zusammenhang einen spanischen Dampfer und durchsuchte ihn. Luxburg war auf dem Anwesen La Germania auch als Los Manzanares de Rappard y Kunn bezeichnet, als ihn dort Colonel Vidal am 9. Oktober 1917 stellte und gab sein Ehrenwort, sich auf dem Kommissariat bei Vidal zu stellen. Am frühen Morgen des 11. Oktober 1917 begab sich Comisario Almada aus General Madariaga in seinem Sulky auf die Estancia La Merced, welche sich im Eigentum der Familie Serantes Lezica, 40 km südwestlich von General Madariaga befand, um Hinweisen nachzugehen, dass sich Luxburg dort befand. Luxburg wurde dort im südlichen Teil der Provinz Buenos Aires verhaftet und in ein Internierungslager auf der Isla Martín García gebracht.Von Luxburg Is Arrested and on Way to Detention CampCount Karl von Luxburg. (PDF) In: The New York Times, 12. Oktober 1917

Richard von Kühlmann räumte die Autorenschaft von Luxburg ein, stellte ihren Inhalt aber als Luxburgs rein persönliche Vorstellungen dar, welche keinen Einfluss auf die Entscheidungen und Zusagen der Reichsregierung gehabt hätten.A el señor ministro de Relaciones exteriores. Buenos Aires. Transmito a Y. E. con referencia a mi telegrama 149, el secretario de estado Kuelhmann, que regresó ayer de Munich, me ha entregado hoy viernes, 21 de septiembre, a las 7 p. m. la contestación que transmito a Y. E.

«La nota fechada el 21 de septiembre, dice textualmente como sigue:»

« Señor ministro:»

« Al acusar recibo de su nota de fecha 14 del corriente, por la cual me ha comunicado que el conde Luxburg ha cesado de ser persona grata, tengo el honor de hacerle saber que el gobierno imperial lamenta vivamente lo que ha pasado, y desaprueba en absoluto las ideas expresadas por el conde Luxburg en los telegramas publicados por nuestros adversarios, sobre la forma de hacer la guerra de cruceros. Estas ideas son puramente personales. Ellas no han tenido, ni tendrán, ninguna influencia sobre las decisiones y las promesas del gobierno imperial.»

« Sírvase aceptar, señor ministro, la seguridad de mi alta consideración. – Kuelhmann».

Anales De La Facultad De Derecho, S. 94,

Am 9. Mai 1918 konnte Luxburg aus Argentinien abreisen.

Siehe auch Zimmermann-Depesche

Literatur Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: L–R. Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6. Schultheis Herbert: Bad Bocklet – Geschichte der Ortsteile Aschach und Großenbrach. Bad Neustadt a. d. Saale 1996, ISBN 978-3-9800482-9-3.

Weblinks Graf-Luxburg-Museum. In: Museen-Schloss-Aschach.de Happy Birthday Karl Graf von Luxburg. In: Saale-Zeitung (inFranken.de), 3. Mai 2022 Digitale Ausstellung: Ostasiatische Kunstwerke in einem unterfränkischen Schloss. Die Sammlung von Karl Graf von Luxburg (1872–1956) im Kulturportal bavarikon

Einzelnachweise

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