mini|Řícmanice (2017)

Řícmanice (deutsch Ritzmanitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt zehn Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Brünn und gehört zum Okres Brno-venkov.

Geographie Řícmanice befindet sich im Süden des Drahaner Berglandes. Das von Wäldern umgebene Dorf liegt an der Einmündung des Baches Močílky in den Časnýř.

Nachbarorte sind Babice nad Svitavou im Norden, Kanice im Nordosten sowie Bílovice nad Svitavou im Südwesten.

Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes wurde mit einer Urkunde von 1210 in Verbindung gebracht, in der ein Zdislav de Recmanisci genannt wird. Diese Urkunde gilt in der neueren Forschung jedoch als ein späteres Falsifikat. Im Lauf der Geschichte gehörte der Ort den Adelsgeschlechtern von Kunstadt, Leipa, Lichtenburg und Boskowitz. 1562 überließ Kaiser Ferdinand I. die Herrschaft Nový hrad mit allem Zubehör, darunter auch das Dorf Řícmanice, als erbliches Gut an Albrecht von Boskowitz und Černahora. 1645 eroberten schwedische Truppen die Burg Nový hrad und brannten sie nieder. Anschließend wurde Řícmanice der Herrschaft Pozořice angeschlossen. Řícmanice bildete mit Kanice eine Gemeinde. Seit dem 17. Jahrhundert verwendeten beide Dörfer ein gemeinsames Siegel, das einen mit einer Rodehacke gekreuzten Schlägel und darunter eine Hippe zeigte. 1826 wurde ein Glockenturm errichtet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Řícmanice der Herrschaft Pozořice untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Řičmanice ab 1850 mit dem Ortsteil Kanice eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Brünn. 1867 löste sich Kanice los und wurde zu einer eigenständigen Gemeinde. 1920 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr. 1921 wurde Řícmanice dem Okres Brno-venkov zugeordnet. Zwischen 1948 und 1960 war die Gemeinde Teil des Okres Brno-okolí und seit 1961 gehört sie wieder zum Okres Brno-venkov. Řícmanice gehört heute der Mikroregion Časnýř an. Die Gemeinde ist nach Babice nad Svitavou gepfarrt.

Gemeindegliederung Für die Gemeinde Řícmanice sind keine Ortsteile ausgewiesen.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Minimuzeum, Museum für audiovisuelle Technik Villa Olga und Bedřich Beneš Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs Wegkreuze

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise