Kurt Goller (* 16. Februar 1910 in Schömberg im Landkreis Freudenstadt; † 4. Juli 1990 in Karlsruhe) war ein deutscher Jurist. Er war von 1967 bis 1975 Präsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe.

Kurt Goller studierte von 1928 bis 1933 Rechtswissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Humboldt-Universität zu Berlin.Eintrag zu Kurt Goller in der Deutschen Digitalen Bibliothek Seit 1928 war er Mitglied der Studentenverbindung AG Rothenburg Tübingen. Tübinger Rothenburg (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis der Tübinger Rothenburg 1978. Tübingen 1978, Nr. 433.

Zeit des Nationalsozialismus und Entnazifizierung Goller trat am 1. Mai 1933 der NSDAP (Mitgliedsnummer 2.091.550) und der SA bei. Neben seiner juristischen Ausbildung war er unter anderem als stellvertretender Kreisführer der Deutschen Studentenschaft Württemberg und in der Gaupropagandaleitung tätig.

Im Entnazifizierungsverfahren wurde er 1948 als „Mitläufer“ eingestuft. Der Zusatz der Militärregierung, Goller sei „in der Justizverwaltung nicht mehr tragbar“, wurde von der zuständigen Spruchkammer nicht in die abschließende Bewertung übernommen.

Er war von 1936 bis 1939 als Richter und Staatsanwalt im Raum Tübingen tätig. Es folgte eine Unterbrechung seiner Justizlaufbahn durch Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft. Danach war er Richter am Amtsgericht Münsingen, am Landgericht Tübingen und am Oberlandesgericht Stuttgart. 1959 wurde er zum Direktor des Amtsgerichts Tübingen, im Dezember 1963 zum Landgerichtspräsidenten des Landgerichts Ulm befördert.

Am 18. April 1967 wurde Goller zum Oberlandesgerichtspräsidenten in Karlsruhe ernannt. Mit dieser bewusst getroffenen Personalentscheidung, die erstmals einen Schwaben an die Spitze der badischen Justiz stellte, sollte das Zusammenwachsen der Landesteile gefördert werden.

Quelle Ortwin Henssler, Werner Münchbach: Die Präsidenten nach 1945. In: Werner Münchbach (Hrsg.): Festschrift 200 Jahre Badisches Oberhofgericht – Oberlandesgericht Karlsruhe. Müller, Heidelberg 2003, S. 180.

Weblinks Entnazifizierungsakten Kurt Goller als digitale Reproduktion (Akte 1 und Akte 2) im Online-Angebot des Staatsarchivs Sigmaringen

Einzelnachweise

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