mini|Außenansicht der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Theresia, 2021 mini|Gasthaus Brücken-Paulus in Sieglitzhof, 2012

Sieglitzhof (fränkisch ZiggladshufD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 275. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dsiglɐdshûf“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern) und der Name des Statistischen Bezirks 22. Sieglitzhof liegt in der Gemarkung Erlangen.

Lage Südlich des Stadtteils fließt die Schwabach. Im Norden grenzt der Meilwald an. Die Staatsstraße 2242 führt nach Burgberg (2,5 km westlich) bzw. nach Spardorf (1,2 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Buckenhofer Siedlung zur Staatsstraße 2240 (0,7 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1341 als „Siglaczhofen“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Sigolt.

Im 16. Jahrhundert bestand Sieglitzhof aus drei Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Oberamt Baiersdorf aus, was von der Reichsstadt Nürnberg angefochten wurde. Das Niedergericht stand der Nürnberger Amtshauptmannschaft Buckenhof zu. Grundherren waren das Landesalmosenamt Nürnberg (1 Hof), und die Nürnberger Eigenherren Schürstab (1 Gut) und von Haller (1 Hof). Im Dreißigjährigen Krieg wurde Sieglitzhof vollständig zerstört.D. Fastnacht: Erlangen, S. 273ff. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Sieglitzhof aus fünf Bauernhöfen, einem Hirtenhaus und einer Wirtschaft. Sieglitzhof war ein Ausflugsziel der Erlanger Bevölkerung. Die Gaststätte Brücken-Paulus war sehr beliebt und war zugleich Exkneipe von Burschenschaften, unter anderem der Burschenschaft Germania Erlangen.B. v. Haller: Sieglitzhof, in: Erlanger Stadtlexikon, S. 636.

Von 1797 bis 1810 unterstand Sieglitzhof dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Uttenreuth und der 1818 entstandenen Ruralgemeinde Spardorf zugewiesen. Am 1. Mai 1919 wurde Sieglitzhof nach Erlangen eingemeindet.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde um 1955 die Wohnbebauung in Sieglitzhof im Zuge des starken Bevölkerungswachstums in Erlangen forciert. Die ursprünglichen Bauernhöfe, die den Ort ausmachten, sind mittlerweile alle aufgegeben.

Die Heinrich-Kirchner-Statue wurde im Jahr 1973 auf dem First der Sankt-Theresia-Kirche aufgestellt. Zwischen Dezember 2009 und 2012 wurde eine weitere Statue von Heinrich Kirchner in der Kirche aufgestellt. Diese wurde leihweise überlassen.

Baudenkmäler In Sieglitzhof gibt es zwei Baudenkmäler: Schronfeld 63, 63 a: Bauernhaus Schronfeld 74: Gasthaus Brücken-Paulus

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2000 20212025Einwohner 60 70 67 54 78 172 192 301 723 3622 5029 5021 45944756HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 9 8 11 20 24 32 125 712 Quelle

Religion Sieglitzhof war ab 1435 nach Erlangen-Altstadt gepfarrt und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt, seit den 1960er Jahren ist die Pfarrei St. Markus (Erlangen) zuständig.D. Fastnacht: Erlangen, S. 273.

Infolge des starken Zuzugs von Katholiken wurde 1967 zunächst eine Notkirche in Sieglitzhof gebaut. Die römisch-katholische Kirche St. Theresia wurde im Jahr 1973 fertiggestellt. Die Weihe der Kirche und des Pfarrzentrums mit dem Jugendclub Orange erfolgte am 20. Oktober 1973. Am 1. März 1979 wurde St. Theresia zur selbständigen Pfarrei erhoben.

Städtepartnerschaften Neben den Städtepartnerschaften von Erlangen unterhält Sieglitzhof noch weitere Partnerschaften: Venzone (Italien), seit 1976 Chechlo (Polen), seit 1981 Eberswalde-Finow, seit 1989 Pișchia/Timișoara (Temeswar) und Jasi (Rumänien), seit 1990

Sport Im Norden von Sieglitzhof befindet sich die BMX-Bahn des Radsportvereins RC 50 Erlangen, und im denkmalgeschützten Ensemble Brücken-Paulus etablierte sich vor 25 Jahren die zeitgenössische Tanzschule Tanzstelle.25 Jahre Tanzstelle Abgerufen am 2. April 2014

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ersterwähnung 1341 Kategorie:Ort an der Schwabach (Regnitz) Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Erlangen