mini|hochkant=1.9|Teltow-Werft, Bauhafen und Kraftwerk Schönow (rechts)
Die Liste von Schiffbauten der Teltow-Werft führt ausgewählte Schiffsneubauten und umfangreiche Schiffinstandsetzungen der ehemaligen Berliner Teltow-Werft auf. Die 1962 geschlossene Werft liegt am knapp 38 Kilometer langen Teltowkanal in Schönow in Berlin-Zehlendorf. Die Bundeswasserstraße verbindet die Untere Havel-Wasserstraße mit der Dahme (Spree-Oder-Wasserstraße). Sie wurde zwischen 1900 und 1906 erbaut.
Die Teltow-Werft
Siehe Hauptartikel: Teltow-Werft
Kurzgeschichte
Die Teltow-Werft ging 1924 aus dem 1906 zur Unterhaltung des Kanals errichteten Bauhafen und Bauhof hervor. Der Bauhof und Bauhafen, die bis 1920 zum Brandenburger Landkreis Teltow gehörten, dienten ursprünglich vor allem der Wartung des Kanals und seines Treidelbetriebs und der Treidellokomotiven. Eigentümer war und blieb, auch nach der Eingemeindung Zehlendorfs nach Groß-Berlin 1920, der Landkreis Teltow, gleichzeitig Eigentümer und Bauherr der heutigen Bundeswasserstraße. 1962 stellte die Werft den Betrieb bis auf die Ausführung kleinerer Reparaturarbeiten ein. Der Bauhafen und zahlreiche Werftgebäude, die überwiegend nach Plänen des Ingenieurbüros Havestadt & Contag errichtet worden waren, stehen als Kulturdenkmal unter Schutz. Inzwischen im Besitz der „B Plus Planungs-AG“, einer 100%igen Tochtergesellschaft der BEHALA, soll auf dem rund 29000 m² umfassenden Gelände laut Bebauungsplan 2009 ein Wohngebiet entstehen, das die geschützten Werftgebäude als Kanalbau-Zeugnisse von besonderer geschichtlicher Bedeutung integriert.Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin: Bebauungsplan 6-21 VE für die Grundstücke ..., S. 12f.
Innovativer Schiffbau der Teltow-Werft mini|Motorschiff Lichterfelde (ehemalige Lubeca), 1960 auf der Teltow-Werft wiederaufgebaut, an der Anlegestelle Wannsee im Jahr 2009
Seit 1920 wurden der Bauhof und der Bauhafen zu einer leistungsfähigen Werft erweitert, die über ihre ursprünglichen Aufgaben hinaus kleinere Binnenschiffe und Ausflugsdampfer produzierte. Die Werft leistete technische Pionierarbeit im elektrischen Lichtbogenschweißen, das sie innovativ im Schiffbau anwendete. Mit dieser neuen Technologie baute die Werft trotz fehlender offizieller Genehmigungen und zahlreicher Skeptiker das erste rundum verschweißte Fahrgastschiff in Deutschland, die Zehlendorf, die 1927 vom Stapel lief. Ursprünglich für 500 Passagiere ausgelegt, wurde das Schiff später um 8 Meter verlängert und für 730 Personen ausgebaut. Nachdem die Zehlendorf jahrelang problemlos gefahren war, waren die Skeptiker widerlegt. Die neue Schweißtechnik mit ihren Vorteilen – geringere Herstellungskosten, weniger Gewicht, höhere Tragfähigkeit und ein um 20 % festerer Schiffskörper – wandte die Werft daraufhin auch bei anderen Schiffstypen und später auch beim Zusammenbau von Hallen und Kränen an.Jan Feustel, Horst Köhler: Lebensader durch Sumpf und Sand, … S. 57f.
Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Werft unter anderem Fahrgastschiffe für die Stern und Kreisschiffahrt, seit 1934 ein 100%iges Tochterunternehmen der Teltowkanal AG. Viele Schiffe sind auch in den 2010er-Jahren auf den Gewässern unterwegs. So beispielsweise das Fahrgastschiff Lichterfelde der Stern- und Kreisschiffahrt, das im Fährbetrieb der BVG eingesetzt wird. Der Rumpf der 1896 in den Oderwerken in Stettin als Dampfer Oberbürgermeister Zelle gebauten und heutigen Lichterfelde wurde nach seiner Versenkung 1945 in der Teltow-Werft 1959/60 total neu aufgebaut.Dieter und Helga Schubert: Fahrgastschifffahrt in Berlin … S. 94.
Aufbau der Liste Die Liste der in der Teltow-Werft neu- und umgebauten Schiffe baut sich wie folgt auf: Die erste Spalte nennt das Präfix des Schiffes mit der Bedeutung MS für Motorschiff im Sinne eines Antriebes in Form eines Verbrennungsmotors des Typs Dieselmotor und seiner entwicklungstechnischen Vorläufer und DS für Dampfschiff. Diese Schiffe wurden von Dampfmaschinen unterschiedlicher Bauart angetrieben. Des Weiteren kamen kleinere Schiffe im Linienverkehr zum Einsatz. Diese werden als Motorboote mit dem Präfix MB bezeichnet. Sie wurden von einem Benzinmotor angetrieben.Kurt Groggert: Personenschiffahrt auf Havel und Spree. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1988, S. 151 (Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur, Band 10). In der zweiten Spalte steht der Name des Schiffes zum Zeitpunkt des Neubaues beziehungsweise Umbaus und dem einsatzfähigen Verlassen der Werft. Die dritte Spalte erläutert bei Neubauten das Jahr der Indienststellung und bei Umbauten das Jahr der einsatzfähigen Übergabe an den Reeder. Diese gekürzte Variante wurde gewählt, weil für die meisten Fahrzeuge genauere Daten zu Stapelläufen und Übergaben nicht vorhanden sind. In der vierten Spalte werden Angaben zu den Längen, Breiten und Tiefgängen der Schiffe gemacht. Die fünfte Spalte enthält Angaben zu den technischen Leistungen der Antriebsaggregate traditionell in PS und umgerechnet in die moderne Form kW. Die sechste Spalte Anmerkungen enthält Hinweise zu Geschichte der Schiffe, zu Umbauten, die früheren und späteren Namen und Verweise auf den Verbleib des Fahrzeuges.
Liste der Schiffbauten (Auswahl)