Trauerweide ist ein Gemälde von Claude Monet. Es ist ein Beispiel aus einer Serie von Gemälden, die Trauerweiden darstellen und im Zeitraum 1918 bis 1919 entstand.
Bildinhalt Das Gemälde zeigt eine schlanke Weide am Rand des Seerosenteiches, der mehrere Mal Gegenstand von Gemälden Claude Monets war. Es zeigt keinerlei Himmel, keinen Durchblick oder fließendes Gewässer. Dargestellt ist lediglich der Baum in einer farbigen Fläche, das nur durch die Lichtreflexe der Sonne belebt wird. Der Stamm des Baumes befindet sich links der Bildmitte. Die Krone wird vom Bildrand abgeschnitten. Die herabhängenden Zweige dominieren vorhanggleich den gesamten Bildraum. Grün-, Blau- und Brauntöne sind die bestimmenden Farben. Der Bildausschnitt, der eine geschlossene Gartenecke zeigt, wirkt auf den Betrachter geradezu bedrängend. Mareike Hennig hält zu dem Gemälde fest, dass anders als bei vielen Gartenbildern Monets hier der Ort kein farbiges Glücksversprechen sei, sondern das Gefühl einer umfassenden, einhüllenden Traurigkeit vermittle.Mareike Hennig in Schulze et al., S. 286
Maltechnik Entsprechend der Maltechnik seiner späten Werke malte Monet das Bild in mehreren Schichten, einige davon in Nass-in-Nass-Technik, die er auf bereits getrocknete Schichten aufgetrug. Dadurch wurden die Farben harmonisiert und fließende Übergänge zwischen verschiedenen Tonalitäten erreicht, wie etwa zwischen der kühleren Farbgebung auf der linken Seite und der etwas wärmeren auf der rechten Seite.Kimbell Art Museum Abgerufen am 20. Juli 2026.
Hintergrund Die Serie an Gemälden mit Trauerweiden gehören zum Spätwerk Claude Monets und entstand unter dem Eindruck der Folgen des Ersten Weltkrieges. Mit der Serie wollte der Maler seine Trauer über die zahlreichen Menschen zum Ausdruck bringen, die während der Schlachten dieses Krieges gefallen waren. Claude Monet rückte mit der Serie vom reinen Impressionismus ab und wählte stattdessen die geschlossene Ecke und die einzelne Trauerweide symbolisch als Ausdruck des Kummers um die Welt.Schulze et al., S. 286
Claude Monet bot am 12. November 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommen, seinem Freund, dem französischen Premierminister Georges Clemenceau das Gemälde als Geschenk an die französische Nation an.
Provenienz Das Bild blieb zunächst im Besitz Monets und wurde, vermutlich zwischen 1922 und 1924, von dem Künstler Baron Kojiro Matsukata für seine Sammlung in Japan erworben. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es 1944 von der französische Regierung beschlagnahmt und 1947 auf einer Auktion im Hôtel Drouot in Paris (1947) an Sam Salz New York verkauft. Vor 1960 folgte ein Erwerb durch David Rockefeller, New York, der es bis 1992 behielt und dann dem Museum of Modern Art (MoMA) schenkte. Im Jahr 1997 erwarb es das Kimbell Art Museum in Fort Worth.Kimbell buys MoMA Monet In: The Art Newspaper, 30. September 1997. Abgerufen am 20. Juli 2026.
Belege Literatur Sabine Schulze (Hrsg.): Gärten: Ordnung – Inspiration – Glück. Städel Museum, Frankfurt am Main & Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7757-1870-7
Einzelbelege
Kategorie:Gemälde (20. Jahrhundert) Kategorie:Gemälde von Claude Monet Kategorie:Botanische Darstellung (Baum)