Kurt Goldstein (* 16. Januar 1947; † Januar 1995) war ein deutscher Synchronsprecher und Schauspieler.

Leben und Karriere mini|hochkant|Grabstätte auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Berlin. Kurt Goldstein war der Sohn des Journalisten Kurt Julius Goldstein. In seiner Jugend war Kurt Goldstein zunächst im Jugendklub der Volksbühne aktiv und als Sänger im damaligen Hootenanny-Klub Berlin. Später trat er mit Uta Schorn, Jörn Fechner und Hans-Georg Pape als „Hootenanny-Quartett“ bei verschiedenen Veranstaltungen auf.

Ab 1966 studierte Kurt Goldstein an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, heute Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Zu einem der ersten Theaterstücke, in denen Goldstein spielte, gehörte Der nackte König am Berliner Theater der Freundschaft, 1970. Ab Anfang der 1970er Jahre war Kurt Goldstein am Berliner Ensemble engagiert. Er spielte unter anderem 1974 unter der Regie Ruth Berghaus’ die Rolle des Iwan Wessowitschiko in Bertolt Brechts Die Mutter (in der Fassung Maxim Gorkis) und 1981 als Shi Me in Manfred Wekwerths und Joachim Tenscherts Inszenierung von Bertolt Brechts Turandot oder Der Kongreß der Weißwäscher. Neben seiner Theatertätigkeit war er als Film- und Fernsehschauspieler unter anderem in Polizeiruf 110 und in Egon Günthers Film Die Leiden des jungen Werthers von 1976 zu sehen.

Größere Bekanntheit erlangte Kurt Goldstein als Synchronsprecher. Er synchronisierte so zum Beispiel bekannte amerikanische Schauspieler, wie Morgan Freeman, Stacy Keach, Steven Seagal und Burt Reynolds. Er war zudem in Filmen wie Basic Instinct und Platoon sowie in Fernsehserien wie Mike Hammer und Twin Peaks zu hören. In Die Schlümpfe sprach er den bösen Zauberer Gargamel. In Die Dinos sprach er vor allem bürokratische Rollen, wie den Vorgesetzten des „Ehe-TÜV“ oder diverse Polizisten. Eine seiner letzten Rollen war Zordrak in der Serie Der Traumstein.

Ende 1979 heiratete Goldstein in Ost-Berlin die Schriftstellerin Anita Pichler, die er bereits während ihres Studiums in Venedig kennengelernt hatte. Goldstein verstarb im Januar 1995 an einem Krebsleiden. Sein Grab befindet sich in der Gräberanlage „Pergolenweg“ auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, wo auch sein Vater und seine Stiefmutter beigesetzt sind.

Synchronarbeiten Filme 1976: Heimkehr in ein fremdes Land 1983: Frank Oz in Die Glücksritter als korrupter Polizist 1983: Richard Bohringer in Verheiratet mit einem Toten als Frank 1984: Everett McGill in Der Wüstenplanet als Stilgar 1985: George DiCenzo in He-Man und das Geheimnis des Zauberschwertes (Zeichentrick) als Hordak 1986: Tony Todd in Platoon als Sgt. Warren 1987: Morgan Freeman in Glitzernder Asphalt als Fast Black 1987: Bill Duke in Predator als Sergeant „Mac“ Eliot 1988: Steven Seagal in Nico als Nico Toscani 1988: David Hemblen in Nummer 5 gibt nicht auf als Jones 1988: In der Arche ist der Wurm drin als Tiger (Zeichentrick) 1989: Sam Elliott in Road House als Wade Garrett 1989: Asterix – Operation Hinkelstein als Automatix (Zeichentrick) 1990: John Amos in Stirb langsam 2 als Major Grant 1990: Steven Seagal in Zum Töten freigegeben als John Hatcher 1991: James Earl Jones in American Cocktail als Bear 1992: Steven Seagal in Alarmstufe: Rot als Casey Ryback 1992: Lance Henriksen in Alien 3 als Bishop 1992: Bruce A. Young in Basic Instinct als Det. Sam Andrews 1993: Burt Reynolds in Unser Coach ist der Beste als Jack Robinson 1994: Jeff Bridges in Explosiv – Blown Away als James Dove 1994: Joaquim de Almeida in Das Kartell als Col. Felix Cortez

Serien 1981–1988: Paul Winchell in Die Schlümpfe als Gargamel (Zeichentrick) 1984–1987: Stacy Keach in Mike Hammer als Mike Hammer 1985–1989: Avery Brooks in Spenser und Hawk als Hawk 1990: Glynn Turman in Trio mit vier Fäusten als Tyrone Diamond 1990: Clarence Williams III in Twin Peaks als Agent Roger Hardy 1991: Graham Greene in L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse als Wanika 1991–1994: Gary Martin in Der Traumstein als Zordrak (Zeichentrick)

Filmografie 1970: Weil ich dich liebe … 1971: Du und ich und Klein-Paris 1971: Die Pulverprobe (TV) 1972: Bettina von Arnim (TV) 1975: Das Eiszapfenherz (TV) 1976: Heimkehr in ein fremdes Land (TV-Miniserie) 1976: Die Leiden des jungen Werthers 1978: Über sieben Brücken mußt du gehn (TV) 1978: Das unsichtbare Visier: King-Kong-Grippe 1 (TV-Reihe) 1978: Polizeiruf 110: Bonnys Blues (TV-Reihe) 1979: Der Teufel hat ein Loch im Schuh oder Lessing in Leipzig (TV) 1979: Herr Puntila und sein Knecht Matti (TV) 1981: Polizeiruf 110: Glassplitter 1990: Liebling Kreuzberg, Folge: Ausnahmsweise umsonst (TV-Serie) 1990: Neuner 1990–1991: Lindenstraße (TV-Serie)

Theater 1973: Bertolt Brecht: Turandot oder Der Kongreß der Weißwäscher (Student Shi Me) – Regie: Manfred Wekwerth/Joachim Tenschert (Berliner Ensemble) 1974: Bertolt Brecht: Die Mutter (Iwan Wessowschtikow) – Regie: Ruth Berghaus (Berliner Ensemble) 1980: Bertolt Brecht: Die Ausnahme und die Regel (Wirt) – Regie: Carlos Medina (Berliner Ensemble)

Hörspiele 1974: Hans-Jürgen Bloch: Hundert Mark für eine Unterschrift (Kalle) – Regie: Joachim Staritz (Hörspielreihe: Tatbestand, Nr. 4 – Rundfunk der DDR) 1974: Hans-Jürgen Bloch: Nicht nur tausendjährige Eichen (Junge) – Regie: Joachim Staritz (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Herbert Fischer: Autofahrt – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Hans-Ulrich Lüdemann: Blümlein ist gegangen (Dieter Blümlein) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1976: Hans Bräunlich nach Raymond Chandler: Gefahr ist mein Geschäft – Regie: Werner Grunow (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1978: Helmut Bez: Jutta oder die Kinder von Damutz – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR)

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Einzelnachweise

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