Waldbüttelbrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geographie Lage Waldbüttelbrunn liegt acht Kilometer westlich von Würzburg im Norden Bayerns. Weitere Nachbarorte sind Zell am Main, Höchberg, Eisingen und Hettstadt. Die Gemeinde liegt im Zentrum der sogenannten Zeller Mulde, einer für die geologische Formation des Regierungsbezirks Unterfranken typischen Anordnung der Schichten.

Ausdehnung des Gemeindegebiets Die Gemeinde hat eine Gesamtfläche von 1910,31 Hektar, davon sind 406,71 Hektar Wald, 1177,47 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt und 131,26 Hektar sind bebaut. Im Norden der Gemeinde befindet sich ein Gewerbegebiet mit über 1000 Beschäftigten.

Gemeindegliederung Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Mädelhofen (Kirchdorf) Roßbrunn (Pfarrdorf) Waldbüttelbrunn (Pfarrdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Roßbrunnn und Waldbüttelbrunn. Die Gemarkung Waldbüttelbrunn hat eine Fläche von 9,251 km² und ist in 3024 Flurstücke aufgeteilt.

Name Etymologie Der Zusatz Wald- unterscheidet die Bezeichnung vom Namen Gaubüttelbrunn, den ein ebenfalls zum Landkreis Würzburg gehörender Ortsteil Kirchheims trägt. Im Ortsdialekt wird ohne diesen Namenszusatz von „Bidlbrunn“ gesprochen. Die Wortbildung könnte auf das Verb butteln oder buddelen mit der Bedeutung ‚brodeln‘ zurückgehen. Als Bestimmungswort kommt aber eher butil ‚Diener‘ infrage, daneben auch ein Personenname wie Butilo, einen frühen Siedler an der Quelle benennend.

Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 988 Butelbrun 1291 Butelbrunne 1367 Waltbuttelbronn 1376 Waltbuetelbruennen 1791 Waltbüttelbrun 1820 Waldbüttelbrunn

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem Jahre 748 im Zusammenhang mit einer Schenkung des Ritterstiftes St. Burkhard. Zur 1250-Jahr-Feier legte die Gemeinde 1998 u. a. eine Festschrift auf. 1250 Jahre Waldbüttelbrunn : 748 – 1998. 183 Seiten (booklooker).

Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Waldbüttelbrunn 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert und im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahr 1866 fand auf dem Gebiet von Waldbüttelbrunn eines der letzten Gefechte des Deutschen Krieges statt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Roßbrunn eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1950 1961 1970 1987 2011 2015 2018 2021 Einwohner 2398 2705 2926 4066 4864 4866 4874 5001

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4166 auf 4874 um 708 Einwohner bzw. um 17 %. 2005 hatte die Gemeinde 5085 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik

Gemeinderat Die Gemeinderat hat 16 Sitze. Bei der Kommunalwahl vom 08. März 2026 haben von den 3.920 Stimmberechtigten 2.811 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 71,7 % lag. Die Diagramme zeigen das Wahlergebnis und die daraus folgende Sitzverteilung.

+Sitzverteilungen bei früheren WahlenArchiv der Gemeinde WaldbüttelbrunnPartei2002200820142020CSU7977SPD/UB4466Grüne2333Freie Wähler Waldbüttelbrunn343 -Fraktionslos - -1 -GESAMT16202016 2014 trat ein Gemeinderatsmitglied aus der SPD-Fraktion aus und verblieb fraktionslos im Gemeinderat. Die Freien Wähler Waldbüttelbrunn traten bei den Wahlen 2020 und 2026 nicht mehr an.

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2026 Sebastian Hansen (Bündnis 90/Die Grünen), der bei der Bürgermeisterwahl 2026 mit 61 % im ersten Wahlgang gewählt wurde. Zuvor war Klaus Schmidt (SPD/UB) 12 Jahre lang Bürgermeister, nachdem er bei der Kommunalwahl 2014 mit 55,7 % und bei der Kommunalwahl 2020 mit 58,35 % jeweils in der Stichwahl gewählt wurde.Wahlleiter der Gemeinde Waldbüttelbrunn, 31. März 2014 Bekanntmachung des Ergebnisses der Stichwahl zur Wahl des ersten Bürgermeisters am 30.03.2014 abgerufen am 27. August 2014Bürgermeisterwahl 2020

Wappen

Partnerschaften Waldbüttelbrunn pflegt Kontakte zur Thüringer Gemeinde Remptendorf (seit 1990), zur französischen Gemeinde Fleury-sur-Orne in der Normandie (1990/91) und zum Ort Radomysl nad Sanem in Polen.

Allianz Waldsassengau Seit dem 20. November 2014 war Waldbüttelbrunn mit zwölf weiteren Gemeinden in der Allianz Waldsassengau organisiert. Der Verein dient der interkommunalen Zusammenarbeit. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2025 trat die Gemeinde aus dem Verbund aus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bau- und Bodendenkmäler

Sport Sportliches Aushängeschild der Gemeinde ist die Handballabteilung der DJK Waldbüttelbrunn. Die erste Herrenmannschaft trägt seit Jahren als fester Bestandteil der Handball-Bayernliga und seit dem Aufstieg 2022 in die 3. Liga den Namen der Gemeinde über die Grenzen des Landkreises hinaus. Daneben existieren zahlreiche weitere Sportvereine. Zu den größten zählt die TSG Waldbüttelbrunn mit den Abteilungen Fußball und Tischtennis sowie der Radfahrverein Solidarität (insbesondere Radball und Kunstradfahren).

Rund um die Gemeinde herum erstreckt sich ein ausgeschildertes Netz von fünf Nordic-Walking-Strecken zwischen 2,2 km und 10 km Länge.

Öffentliche Gebäude und Institutionen Verwaltung/Bürgerservice Gemeindezentrum Kommunaler Wertstoffhof im Gewerbegebiet

Kulturelle Einrichtungen Alte Kirche (kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen etc.) Katholische Kirche St. Bartholomäus in Waldbüttelbrunn Evangelisches Gemeindehaus Paul-Gerhardt-Haus in Waldbüttelbrunn Haus am Horizont (Kunstwerk, 1998 im Rahmen der 1250-Jahr-Feier von Ulrike Hamprecht und 341 Kindern entworfen) Katholische Kirche St. Josef in Roßbrunn Katholische Kirche St. Kilian in Mädelhofen

Jugendzentren Jugendzentrum (JUZ) Waldbüttelbrunn Jugendzentrum (JUZ) Roßbrunn Jugendzentrum (JUZ) Mädelhofen

Senioren Seniorenzentrum „Arche am Seeweg“ (36 vollstationäre Pflegeplätze und sechs Tagespflegeplätze)

Historische Gebäude Jagdhaus von Julius Echter (wurde nie fertiggestellt)

Bildung und Erziehung In Waldbüttelbrunn gibt es drei Kindergärten, ein weiterer befindet sich im Ortsteil Roßbrunn. In der Grund- und Mittelschule (Verbandschule) Waldbüttelbrunn werden Kinder und Jugendliche aus Waldbüttelbrunn, Mädelhofen, Roßbrunn, Hettstadt und Greußenheim unterrichtet.

Persönlichkeiten Heinrich Schmitt (1895–1951), Politiker Johann Maag (1898–1976), Gewerkschafter und Politiker Oskar Rudolf Dengel (1899–1964), Verwaltungsjurist Dieter Michael Feineis (1945–2021), römisch-katholischer Geistlicher und Kirchenhistoriker Gary Hines (* 1984), Handballspieler Carolin No, Singer/Songwriter-Duo Wolfgang Malisch (* 1943), deutscher Chemiker, Hochschullehrer und Basketballfunktionär

Weblinks

Gemeinde Waldbüttelbrunn (PDF; 1,05 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Würzburg Kategorie:Ersterwähnung 748 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Würzburg