mini|Tony Sylva auf einer handsignierten Porträtfotografie der Vitascope Tony Sylva (auch Toni Sylva; * 27. Februar 1884 als Elisabeth Antoinette Sieben in Mönchengladbach; † 3. Dezember 1956 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Karriere Die Tochter des Kaufmanns Heinrich Sieben und seiner Frau Helene, geb. Loers,Stadtarchiv Mönchengladbach, Geburtsregister Standesamt Mönchengladbach-Mitte, Nr. 288/1884 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). debütierte 1903 am Berliner Luisen-Theater. Auch in der Folgezeit sah man die Mönchengladbacherin überwiegend an Bühnen der deutschen Hauptstadt. Am 27. November 1907 ging sie für eine Spielzeit ans Stadttheater Gießen, kehrte aber bereits am 11. April 1908 zurück nach Berlin. In dieser Zeit führten sie Reisen bis nach Italien und Griechenland.

1912 holte der Regisseur Walter Schmidthässler Tony Sylva für die Titelrolle im zweiteiligen Melodram Das Weib ohne Herz vor die Kamera. Bis kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wirkte sie mit Hauptrollen in einer Reihe von dramatischen und melodramatischen Geschichten. Es waren Filmstoffe, die meist von der Firma Vitascope hergestellt und überwiegend von Schmidthässler inszeniert wurden. Bereits 1915 musste Tony Sylva nach einem Autounfall ihre Filmkarriere beenden und verschwand aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit.

1919 heiratete sie in Berlin den Kaufmann Carl Rörig.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Charlottenburg I, Nr. 40/1919 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Nach dessen Tod 1938 verarmte sie und beantragte bei der NS-Stiftung „Künstlerdank“ finanzielle Unterstützung, die ihr jedoch wegen der kurzen Dauer ihres künstlerischen Wirkens nicht gewährt wurde.Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Stiftung Künstlerdank, R 9361-V/135471 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). In den 1950er-Jahren lebte Tony Sylva zeitweise in Krefeld und Materborn, kehrte schließlich aber wieder nach Berlin zurück, wo sie 1956 im Aquinata-Pflegeheim in Lichterfelde starb.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Steglitz von Berlin, Nr. 2209/1956 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterberegister 1956–1957; PDF; 324 MB).

Filmografie 1912: Das Weib ohne Herz (zwei Teile) 1913: Die dunkle Stunde 1913: Gräfin Spinarosa tanzt 1913: Weiße Lilien (auch Drehbuch) 1913: Das Recht auf Glück 1913: Draußen vor der Tür 1913: Das silberne Kreuz 1913: Die Wasser schweigen 1913: Der Schatten ihres Glücks 1913: Das weiße Pferd 1914: Nelly 1914: Der Traum einer Christnacht 1915: Abgründe

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Einzelnachweise

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