mini| mini|Tropischer Regenwald in Amazonien mini|Satellitenaufnahme Amazonien mini|Entwaldung Amazoniens 2009 mini|Brandrodung in Sambia mini|Satellitenaufnahme von Brandrodungszellen in Sumatra mini|Erosionserscheinungen mini|hochkant=0.7|Oxisol mini|hochkant=0.7|Ultisol mini|hochkant=0.7|Reis mini|hochkant=0.7|Maniok mini|hochkant=0.7|Süßkartoffel mini|hochkant=0.7|Yams mini|hochkant=0.7|Paranuss mini|Brandrodungsschneise mini|hochkant=0.7|Mais mini|Pinus caribea-Pflanzung mini|hochkant=0.7|Eukalyptus mini|Kubanischer Hausgarten mini|hochkant=0.7|Zuckerrohr mini|hochkant=0.7|Kapokbaum mini|hochkant=0.7|Babassupalmen mini|hochkant=0.7|Kakao mini|hochkant=0.7|Leucaena glauca mini|hochkant=0.7|Centrosema

Die Landnutzung in den Tropen beschreibt die vielfältige Inanspruchnahme der Landmasse in der tropischen Klimazone durch den Menschen und seine Aktivitäten. Da das größte Bevölkerungswachstum in den tropischen Regionen der Erde beobachtet wird, ergeben sich hier dringende Maßnahmen zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität – oder demgegenüber zum Schutz und dauerhafter Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen durch folgende Alternativen:Sigmund Rehm: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 3: Grundlagen des Pflanzenbaus in den Tropen und Subtropen. Göttingen 1989, S. 115. stark gesteigertes Produktionswachstum auf bisher genutzten landwirtschaftlichen Flächen Agrarkolonisation und Erschließung ungenutzter Areale effizientere Nutzung und Verteilung der fruchtbaren Flächen und der Erzeugnisse Rekultivierung von degradierten Flächen (Versalzung, Erosion und Hartgras-Savannen durch falsche Weidenutzung oder Übernutzung)Unbekannter Autor: 3.3 Degradierte Waldgesellschaften: Savannen und Grasländer. Ohne Ort und Datum, S. ?? ().

Andererseits stellen die extremen Bedingungen in den scheinbar so reichen und fruchtbaren Tropen (reichliche Niederschläge, ganzjährig nutzbare Sonnenstrahlung und Wärme, abundante Vegetation) die menschliche Nutzung vor einige Probleme, beispielsweise wegen der vielfach (gerade durch den starken Regen) armen Böden.

Landnutzung in den humiden Tropen In den Tropen schwinden die Waldbestände durch intensivierte ForstwirtschaftSigmund Rehm: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 3: Grundlagen des Pflanzenbaus in den Tropen und Subtropen. Göttingen 1989, S. 124. (Weichholzplantagen, Nutzung von Edelholz wie Mahagoni oder Holzexploitation), Gewinnung von Weideland und einer starken Bevölkerungszunahme und damit geplanten und ungeplanten Besiedelung von tropischen Waldgebieten. Die größten Zunahmen werden in Afrika verzeichnet. In Südamerika verringerte sich die Fläche des tropischen Regenwaldes von 550 Mio. Hektar (1978) auf 330 Mio. Hektar (2000).Sigmund Rehm: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 3: Grundlagen des Pflanzenbaus in den Tropen und Subtropen. Göttingen 1989, S. 125. Die traditionelle Bewirtschaftungsform auf diesen Standorten ist der Brandrodungsfeldbau. Amazonien beispielsweise wurde entlang der Pisten mosaikartig erschlossen und von Siedlern aus den ärmeren Bundesstaaten Nordostbrasiliens in Besitz genommen, welche hier andere Bewirtschaftungsformen erlernen mussten. Gebiete, die innerhalb von kürzester Zeit „übernutzt“ waren, wurden durch Spekulanten aufgekauft und durch Gras-Leguminosen-Ansaat in Weideland verwandelt. Radikale mechanische Rodungen durch Bulldozer und das Entfernen der Wurzelstöcke verhindern zumeist das Nachwachsen einer Sukzessionsvegetation. Die meisten Pflanzen des Regenwaldes vermehren sich vegetativ, so dass die Kulturbrachen nicht wieder vom Wald überwuchert werden. Zur Holzexploitation werden breite Schneisen für den Abtransport der Baumstämme zum nächstgelegenen Fluss geschlagen, welche durch die Starkregenfälle schnell zu Erosionsrinnen werden.Sigmund Rehm: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 3: Grundlagen des Pflanzenbaus in den Tropen und Subtropen. Göttingen 1989, S. 128–129. Großangelegter Brandrodungsfeldbau (Shifting CultivationIma Célia Guimarães Vieira, John Proctor: Mechanisms of Plant Regeneration during Succession after Shifting Cultivation in Eastern Amazonia, Plant Ecology. Springer Link, 2007, S. 303–315.) ist jedoch die Hauptursache für das Verschwinden der Regenwälder. Weiterhin müssen die Wälder wegen der Anlage von Stauseen oder dem Übertage-Abbau von Bodenschätzen verbunden mit Umweltverschmutzung und wilden Siedlungen (siehe Serra Pelada) weichen.time.com Der Energiebedarf der Siedler und Schürfer wird zumeist durch Holzkohleerzeugung gedeckt. Die Folge der Rodung mit schweren Maschinen ist eine zunehmende Bodendegradation und ein beschleunigter Humusabbau, eine Verschlechterung der Bodenstruktur, einer starken Erosion durch Oberflächenwasser und eine Ausbreitung unerwünschter Pionierpflanzen wie Hartgräser.Sigmund Rehm: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 3: Grundlagen des Pflanzenbaus in den Tropen und Subtropen. Göttingen 1989, S. 126. Die Brandrodungsflächen werden per Satellit erfasst.

Die Nährstoffknappheit des tropischen Regenwaldes wurde von Goodland wie folgt beschrieben:

Tropischer Regenwald als Ökosystem Tropisches Regenwaldklima findet sich in der Karibik, Mittelamerika, im nördlichen und mittleren Südamerika, Westafrika, dem zentralafrikanischen Kongobecken, Madagaskar, West-Indien, Indochina, Indonesien und dem nördlichen Australien, zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis, bzw. 10° nördlich und südlich des Äquators.faszination-regenwald.de Der tropische Regenwald macht eine Fläche von insgesamt 17 Millionen Quadratkilometer und 3,4 % der Weltoberfläche aus. Die Nettoprimärproduktion der Gesamtbiomasse liegt bei 15 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr und einer Flächenproduktivität von 0,90 P/A. Als Ökosystem zeichnet sich der tropische Regenwald durch eine sehr hohe Biodiversität und Komplexität aus. Infolge der hohen Biomasseproduktionneuere Erkenntnisse in: Deborah A. Clark, Sandra Brown, David W. Kicklighter, Jeffrey Q. Chambers, John R. Thomlinson, Jian Ni, Elisabeth A. Holland: Net Primary Production in Tropical Forests: A Evaluation and Synthesis of existing Field Data. In: Ecological Applications. 11(2), 2001, S. 371–384. ergeben sich relativ geschlossene Nährstoffkreisläufe mit einem ausgeglichenen Temperatur- und Feuchteregime. Es herrscht ein typisches Tageszeitenklima mit Durchschnittstemperaturen von 28 °C.24–27 °C gem. https://web.archive.org/web/20091012145744/http://lv-twk.oekosys.tu-berlin.de/project/lv-twk/19-trop-wet1-twk.htm Durch die „Schwammwirkung“ der unterschiedlichsten Pflanzengesellschaften bei den täglichen Niederschlagsereignissen ergibt sich kaum die Gefahr der Erosion.world.mongabay.com Nur im Kronenbereich der Waldbäume kann es durch die intensive tropische Sonneneinstrahlung zu einem trockenen Mikroklima kommen. Während in 18 Meter Baumhöhe Temperaturschwankungen von 7 bis 12 °C gemessen werden, sind es in ein Meter Höhe nur noch 1 bis 3 °C Abweichung. Die Wasserbilanz ist durch die Wechselwirkung von Evapotranspiration und Niederschlag sehr ausgeglichen. Dabei findet sich 75 % des Regenwassers im pflanzlichen Ökosystem wieder. Nur bei großflächiger Abholzung von Regenwäldern kommt es zu Trockenereignissen. Südamerikanischer Regenwaldboden ist aufgrund seiner geringen Kationenaustauschkapazität relativ nährstoffarm. Die Pflanzen nehmen einen Großteil der Nährstoffe in ihrem breitflächigen und oberflächennahen Wurzelsystem auf und geben sie über Laubabwurf wieder an den Boden ab, wo er durch stark aktive Bodenorganismen (zum Beispiel Mycorrhiza-Pilze) wieder rasch umgesetzt wird. Im Boden selbst hält sich nur ein relativ geringer Nährstoffanteil. Afrikanischer Brandrodungsbau setzt einen hohen Anteil von Nährstoffen über Aerosole und Staubpartikel frei, welche über atlantische Passatwinde bis nach Amazonien transportiert werden und dort für einen Nährstoffeintrag sorgen. Asiatischer Regenwald besitzt mit 700 Arten/ha die größte Artenvielfalt, gefolgt von Zentralamazonien mit 500 Arten/ha. An letzter Stelle stehen die afrikanischen Regenwälder mit nur 250–300 Arten/ha.

Tropische Böden Als Grobunterteilung unterscheidet man zonale und intrazonale Böden, bei ersteren war Klima und Vegetation entscheidend für die Bodenentwicklung und letztere sind durch pedogene Faktoren geprägt. Azonale Böden sind junge und meist sehr fruchtbare Böden, die sich sehr gut für einen ertragsreichen Ackerbau eignen. Die bestimmenden Böden Amazoniens sind bereits stark verwitterte Oxisole (oder auch als „Latisole“ bezeichnet) Ultisole und Alfisole. Das Alter eines Bodens ist zumeist negativ mit seinem Nährstoffgehalt korreliert. Oxisole zeichnen sich durch einen hohen Eisen- und Aluminiumgehalt und eine gute Bodenstruktur mit stabilen Mikroaggregaten aus, weisen jedoch häufig eine Tonverarmung des Oberbodens auf. Die Aluminiumtoxizität wird für eine empfindliche Kultur wie den Mais schnell zum limitierenden Faktor.

Anbauprobleme in den humiden Tropen hohe Bodenazidität: Aluminium-, Mangan- und Eisentoxizität und Phosphat-Fixierung geringe Basensättigung im Boden niedrige Kationenaustauschkapazität (KAK) und starke Nährstoffauswaschung absoluter Phosphormangel Stickstoffmangel geringe Nährstoffreserven im Boden verdichtete Untergrundschichten, Eisen-Konkretionen Bodenverdichtung nach Inkulturnahme geringe Wasserhaltekapazität hohe bis sehr hohe Niederschlagsintensität (tropische Starkregen) zeitweise Wasserüberschuss und -mangel Wassererosion auf Hanglagen und Oberbodenverlust hohe Luftfeuchtigkeit und dadurch hoher Infektionsdruck durch Pilzkrankheiten rascher Humusabbau keine klimatisch bedingte Wachstumspause starke Sonneneinstrahlung und dadurch bedingte erhöhte Bodentemperatur auf über 35 °C und Absterben wichtiger Mikroorganismen starker Bevölkerungsanstieg und Besiedlung von MarginalbödenSigmund Rehm: Handbuch der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern. Band 3: Grundlagen des Pflanzenbaus in den Tropen und Subtropen. Göttingen 1989, S. 134–135.

Gliederung und Typen der Bewirtschaftungsformen Wanderfeldbau (Shifting Cultivation) Forstwirtschaftliche Baumkulturen landwirtschaftliche Baum- und Strauchkulturen wie Kaffee, Kakao, Kautschuk, Ölpalmen Agroforestry als gemeinschaftliche land- (Pflanzenproduktion und teilweise auch Weidewirtschaft) und forstwirtschaftliche Nutzung semipermanenter Anbau, zum Beispiel beweidete Buschbrache Ley Farming mit Weide und annuellen Kulturen Bewässerungslandbau (Reis) Weidewirtschaft mit Gras/Leguminosen-Weiden und geringem Viehbestand/Fläche annuelle Kulturen meist Monokulturen oder Mischkulturen (multiple cropping)

Der Wanderfeldbau war in den 1970er Jahren noch mit 45 % eine der häufigsten tropischen Landnutzungsformen in Afrika und Asien. 17 % entfielen auf dauerhaften Ackerbau und 4 % auf PlantagenwirtschaftH. Ruthenberg: Farming Systems in the Tropics. Clarence Press, Oxford, UK 1976, S. 385 ff, und P. A. Sanchez: Properties and Management of Soils in the Tropics. John Wiley and Sons, New York 1976.