Falken-Gesäß ist ein Stadtteil von Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis und hat rund 500 Einwohner. Zu dem Stadtteil gehört der Weiler Leonhardshof.
Geographische Lage Das Reihendorf Falken-Gesäß liegt im Odenwald westlich von Beerfelden im Finkenbachtal. Im Norden führt die Landesstraße 3120 und im Süden die Landesstraße 3119 am Ort vorbei.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Falken-Gesäß erfolgte unter dem Namen Valkengesezze im Jahr 1321. Neben Landwirtschaft wurde etwa zwischen 1700 und 1850 die Leinweberei betrieben. Danach folgte die Holzverarbeitung. Im 20. Jahrhundert wurde auch eine Diamantschleiferei betrieben.
Im Jahre 1939 hatte Falken-Gesäß 549 Einwohner und gehörte zum Landkreis Erbach. Bis zum Jahr 2014 war der Ort ein anerkannter Erholungsort.
Hessische Gebietsreformen (1970–1977, 2018)
Zum 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Falken-Gesäß im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Beerfelden eingegliedert, die wiederum am 1. Januar 2018 mit weiteren Gemeinden die Stadt Oberzent bildete. Dabei wurde Falken-Gesäß ein eigener Stadtteil der neuen Stadt Oberzent. Für Falken-Gesäß wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Falken-Gesäß angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Fürstenau, Amt Freienstein ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung. (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk ErbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Beerfelden) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1871: Deutsches Reich,Infolge des Deutsch-Französischen Krieges. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Stadt BeerfeldenAm 1. Oktober 1971 als Stadtteil nach Beerfelden. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Stadt Beerfelden ab 2018: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Stadt OberzentAm 1. Januar 2018 als Ortsbezirk zur Stadt Oberzent.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1545: 24 wehrfähige Männer 1961: 504 evangelische (= 90,16 %), 46 katholische (= 8,23 %) Einwohner
Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Falken-Gesäß 477 Einwohner. Darunter waren 15 (3,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 57 Einwohner unter 18 Jahren, 171 zwischen 18 und 49, 129 zwischen 50 und 64 und 114 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 210 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 66 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 48 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 128 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Sehenswürdigkeiten Sehenswert ist die Ruine der St. Leonhardskapelle, einer ehemaligen Wallfahrtskirche, im Weiler Leonhardshof.
Persönlichkeiten Joe Hackbarth (1931–2000), Maler und Jazzmusiker, im Ort gestorben
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Einwohnerzahlen aus dem Webarchiv
Kategorie:Ort im Odenwaldkreis Kategorie:Geographie (Oberzent) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Odenwaldkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1321 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971