Olfen ist ein Stadtteil von Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis.

Geographische Lage Das Waldhufendorf Olfen ist der nordwestlichste Stadtteil der neuen Stadt Oberzent. Olfen liegt im Buntsandstein-Odenwald auf in einer Rodungsinsel als offenes Dorf mit regellosem Grundriss im Quellgebiet des südwärts dem Neckar zustrebenden Hinterbachs. Er entspringt nördlich des Ortes im unter Naturschutz stehenden Hochmoor Am Roten Wasser. Weiter abwärts in Finkenbach läuft er von rechts mit dem Falkengesäßerbach, benannt nach seinem Talort Falken-Gesäß, zum Finkenbach zusammen. Hier wurden für die Bäche die offiziellen Namen benutzt, jeder der beiden Quellbäche wird mancherorts auch als die (!) Finkenbach bezeichnet, die Olfener etwa nennen den Bach durch den eigenen Ort nur Finkenbach.

Die Landesstraße 3120 Affolterbach–Beerfelden quert den Ort im Norden. Hier liegt auch die regellose Siedlung Olfener Hof nördlich von Olfen auf Olfener Gemarkung, seit 1787 als Ulvenhöfe bekannt.

Geschichte Ortsgeschichte Bekanntermaßen erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1398 als Lehen des Pfalzgrafs Ruprecht an Schenk Eberhard von Erbach. Der Ortsname lautete damals Ulfen. Es wohnten hauptsächlich Hirten im Dorf. 1438 belehnt Pfalzgraf Otto Schenk Otto von Erbach mit 1/4 des Dorfs nebst Zubehör. 1488 werden zwei herrschaftliche Güter erwähnt. 1513 verzichtet Pfalzgraf Ludwig zugunsten Schenk Eberhards von Erbach auf die Jagd von den Olfener Wiesen bis an die Hinterbach und schenkt ihm das Herzogengut zu Olfen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg besiedelten Schweizer 1658 das wüst gefallene Dorf. 1806 gelangt der Ort mit dem Amt Freienstein an das Großherzogtum Hessen. 1939 hatte Olfen 199 Einwohner und gehörte zum Landkreis Erbach. Seit dem 16. Jahrhundert gehört Olfen zum Kirchspiel Güttersbach. auf der Website der Stadt Beerfelden, aufgerufen am 13. November 2016

Bis zum Jahr 2014 war der Ort ein anerkannter Erholungsort.

Hessische Gebietsreformen (1970–1977, 2018)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Olfen zum 1. Juli 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Beerfelden eingegliedert, die wiederum am 1. Januar 2018 mit weiteren Gemeinden die Stadt Oberzent bildete. Dabei wurde Olfen eigener Stadtteil der neuen Stadt Oberzent. Für Olfen wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Olfen angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Fürstenau, Amt Freienstein ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1815: Großherzogtum Hessen,Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung. (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk ErbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Beerfelden) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1871: Deutsches Reich,Infolge des Deutsch-Französischen Krieges. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Stadt BeerfeldenAm 1. Juli 1971 als Stadtteil nach Beerfelden. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Stadt Beerfelden ab 2018: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Stadt OberzentAm 1. Januar 2018 als Ortsbezirk zur Stadt Oberzent.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1545: 8 wehrfähige Männer 1650: wüst 1961: 176 evangelische (= 89,80 %), 6 katholische (= 3,06 %) Einwohner

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Olfen 345 Einwohner. Darunter waren 21 (6,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 51 Einwohner unter 18 Jahren, 135 zwischen 18 und 49, 78 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 156 Haushalten. Davon waren 42 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 48 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 93 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Partnerschaften Die französische Gemeinde Trévignin im Département Savoie ist seit 1966 mit Olfen verschwistert. Erste Kontakte wurden bereits 1963 hergestellt. Die „Jumelage“ gilt hinsichtlich der beteiligten Einwohner als die kleinste in Europa und wurde mit der Europafahne ausgezeichnet.Bericht über die Partnerschaft, abgerufen am 15. Oktober 2020

Kultur und Sehenswürdigkeiten Der Männergesangsverein „Sängerbund 1911“ Olfen und die Theatergruppe THEO, die Kindertheatergruppe, die Gymnastikgruppe, der Skiclub und die Dorfgemeinschaft Olfen e. V. mit ihrem Dorftreff bereichern das kulturelle Leben im Dorf. Olfen hat seit 1961 ein in Selbsthilfe errichtetes und im Hessenprogramm „Soziale Aufrüstung des Dorfes“ errichtetes Gemeinschaftshaus. Es wurde 2009 renoviert und ist barrierefrei. Der Dorfmittelpunkt bietet weiter der Freiwilligen Feuerwehr Olfen und dem Jugendtreff Platz. Es verfügt über eine Dorfkelter.

Mit dem Ort verbundene Persönlichkeiten Horst Schnur (* 1942), ehemaliger Landrat des Odenwaldkreises Stella Stegmann (* 1997), deutsche Reality-TV-Teilnehmerin Florian Flick (* 2000), deutscher Fußballspieler

Literatur Horst Schnur: Olfen, Geschichte eines Dorfes, Eigenverlag 1986

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Einwohnerzahlen aus dem Webarchiv

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