Das Landesamt für Verfassungsschutz der Freien und Hansestadt Hamburg (LfV Hamburg) ist die Landesbehörde für Verfassungsschutz des Bundeslandes Hamburg. Das Amt wurde 1951 gegründet. Zu seinen Aufgaben gehören die Beobachtung von politischem und religiösem Extremismus, die Abwehr von Spionage und Sabotage sowie der Geheimschutz. Im Haushaltsjahr 2024 verfügte die Behörde über 220 Mitarbeiter, 2025 stand ihr ein Gesamtbudget von rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Geleitet wird sie von Torsten Voß.
Auftrag und Aufgaben Die Arbeit des Verfassungsschutzes dient dem Schutz und dem Erhalt der im Grundgesetz festgeschriebenen freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Das Landesamt sammelt Informationen über Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung sowie sicherheitsgefährdende oder geheimdienstliche Tätigkeiten für eine fremde Macht und wertet diese aus. Die Öffentlichkeit wird über einen jährlichen Verfassungsschutzbericht informiert.
Wesentliche Rechtsgrundlagen für das Landesamt ist das Hamburgische Verfassungsschutzgesetz und das Hamburgische Sicherheitsüberprüfungsgesetz.
Geschichte mini|Eingang zur Hamburger Innenbehörde im Ostflügel des historischen Sprinkenhofs Das heutige Landesamt für Verfassungsschutz wurde am 1. September 1950 auf Initiative des Ersten Bürgermeisters Max Brauer (SPD) gegründet. Es verfügte zu Beginn über 18 bzw. 19 Mitarbeiter und wurde zunächst von Oberregierungsrat Paul Pfeiffer geleitet. Bis zur Gründung der Hamburger Innenbehörde durch den damaligen Polizeisenator Helmut Schmidt (SPD) 1962 war es direkt dem Ersten Bürgermeister unterstellt. Ein eigenes Verfassungsschutzgesetz besteht seit 1978.Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg: Verfassungsschutzbericht 2024 (PDF; 16 MB), S. 24, abgerufen am 23. Juni 2025
Zum 75. Jubiläum der Gründung der Behörde veranstaltete die Hansestadt im August und September 2025 die Kampagne „75 zum 75-sten“. Im Rahmen dieser nahmen 75 Persönlichkeiten aus der Hamburger Stadtgesellschaft wie der Musiker Rolf Zuckowski, die Travestiekünstlerin Olivia Jones oder der Gründer des Miniaturwunderlandes Gerrit Braun zu der Frage Stellung, warum Demokratie für sie schützenswert ist. Im Stadtgebiet wurden gleichzeitig Plakate mit den Statements gezeigt. Begleitend gab es im Hamburger Rathaus eine Ausstellung unter dem Titel „75 Jahre Verfassungsschutz in Hamburg“. Abgeschlossen wurde die Kampagne mit einem Senatsempfang.Stadt Hamburg: 75 Jahre Verfassungsschutz in Hamburg | 1950 - 2025, abgerufen am 5. August 2025
Mitarbeiter und Haushalt Die Mitarbeiterzahl des Hamburger Verfassungsschutzes ist seit dem Jahr 2015 deutlich angestiegen. Verfügte die Behörde im Jahr 2015 noch über 153 Stellen, so war deren Zahl 2024 bereits auf rund 220 angewachsen.Stadt Hamburg: Verfassungsschutzbericht 2024 (PDF), S. 7, abgerufen am 19. Mai 2026 Das Gesamtbudgetbudget lag 2025 bei 25 Millionen Euro. Hiervon entfiel der Großteil mit 19 Millionen Euro auf Personalkosten.Stadt Hamburg: Verfassungsschutzbericht 2025 (PDF), S. 21, abgerufen am 19. Mai 2026 Amtsleiter ist seit dem 1. August 2014 Torsten Voß.Stadt Hamburg: Amtsleitung und Organigramm, abgerufen am 24. Juni 2025
Organisation mini|Organigramm des LfV Hamburg Das Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg wird durch den früheren Polizeivollzugsbeamten Torsten Voß geführt, der dem Landesamt seit 2011 angehört. Vizepräsidentin ist die Juristin Anja Domres. Die Behörde gliedert sich in vier Hauptabteilungen: Die Abteilung Zentrale Aufgaben, die Abteilung Auswertung, die Abteilung Spionageabwehr, Geheimschutz, Recht sowie die Abteilung Nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung. Den Abteilungen sind bis zu vier Referate untergeordnet. Darüber hinaus existieren unabhängig von den Abteilungen ein Leitungsstab, ein Referat für NADIS-Koordination sowie eine hausinterne Psychologin. Teil der Behörde sind zudem ein Personalrat, eine Vertrauensperson für Schwerbehinderte sowie eine Gleichstellungsbeauftragte.Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg: Amtsleitung und Organigramm, abgerufen am 14. August 2026
Kontrolle Das Landesamt unterliegt der Kontrolle des Parlamentarischen Kontrollausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft. Über die Zulässigkeit und Notwendigkeit von Maßnahmen zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses entscheidet die G 10-Kommission der Bürgerschaft. Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat ebenfalls umfängliche Kontrollbefugnisse. Die Tätigkeit des Landesamtes unterliegt der gerichtlichen Kontrolle.
Leiter Zeitraum Name 1969–1981 Hans Josef Horchem (SPD) 1981–1991 Christian Lochte (CDU) 1991–1996 Ernst Uhrlau (SPD) 1996–2002 Reinhard Wagner (CDU) 2002–2010 Heino Vahldieck (CDU) 2011–2014 Manfred Murck seit 2014 Torsten Voß (CDU)Hamburger Abendblatt vom 21. August 2014: Der Werdegang von Torsten Voß
Weblinks
Website des Landesamtes für Verfassungsschutz der Freien und Hansestadt Hamburg
Einzelnachweise
Hamburg Verfassungsschutz Kategorie:Behördengründung 1950