mini|hochkant|Offizielles Berlinale-Plakat mini|hochkant|Hauptspielstätte: das Theater am Potsdamer Platz („Berlinale Palast“) mini|hochkant|Diesjähriger Jurypräsident: Werner Herzog mini|hochkant|Länder, die im Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten waren (inkl. Koproduktionsländer; gold eingefärbt die Türkei) mini|hochkant|Mit Der Ghostwriter zum vierten Mal im Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten: Roman Polański Die 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) fanden vom 11. bis 21. Februar 2010 statt.
Eröffnet wurde das Filmfestival mit Wang Quan’ans Wettbewerbsbeitrag Tuan Yuan. Als Abschlussfilm wurde der außer Konkurrenz laufende japanische Beitrag Otouto von Yōji Yamada ausgewählt. Der Hauptpreis des Festivals, der Goldene Bär, wurde an den türkisch-deutschen Beitrag Bal von Semih Kaplanoğlu verliehen. Mit 282.000 verkauften Tickets wurde nach Angaben der Veranstalter ein neuer Besucherrekord aufgestellt. bei berlinale.de, 20. Februar 2010; abgerufen am 20. Februar 2010.
Mit 6241 Produktionen waren mehr Filme als je zuvor für das Festival eingereicht worden. Von diesen wurden 392 Filme aus 58 Produktionsländern ausgewählt und in 866 Vorführungen gezeigt. 84 Filme entstanden mit deutscher Beteiligung, 123 Projekte stammten von Regisseurinnen. Die 17 Spielstätten waren über die Berliner Innenstadtbezirke verteilt. Hinzu kamen zehn ebenfalls über die gesamte Stadt verteilte Programm-Kinos, die im Rahmen der neu eingeführten Reihe „Berlinale goes Kiez“ Filme aus verschiedenen Sektionen präsentierten.Für Cineasten und Feinschmecker. In: Der Tagesspiegel, 11. Februar 2010, S. 32 Parallel zu den Filmfestspielen fand der European Film Market mit 970 Vorführungen statt.
Zum 60. Jubiläum der Filmfestspiele war unter anderem eine Kunstinstallation am Brandenburger Tor zu sehen und eine fast vollständig rekonstruierte Fassung von Fritz Langs Spielfilm Metropolis (1927) wurde uraufgeführt. Bereits als Gewinner standen die Schauspielerin Hanna Schygulla und der Filmemacher Wolfgang Kohlhaase fest, die mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurden. Mit der Berlinale Kamera wurden Yōji Yamada, Erika und Ulrich Gregor (Gründer der Berlinale-Filmreihe Forum) sowie die Berlinale-Bär-Gießerei Noack geehrt.Berlinale-Kamera aus Düsseldorf. In: Rheinische Post, 9. Februar 2010; abgerufen am 11. Februar 2010 via LexisNexis Wirtschaft.
Das offizielle Festivalplakat wurde Anfang Januar 2010 vorgestellt. Die Grafik setzt sich aus einer chronologischen Liste von circa 15.000 Filmtiteln zusammen, die in den vergangenen sechs Jahrzehnten in den verschiedenen Sektionen des Filmfestivals aufgeführt wurden. bei berlinale.de; abgerufen am 9. Januar 2009.
Offizielle Sektionen
Internationaler Wettbewerb Internationale Jury Als Jurypräsident der diesjährigen Berlinale wurde Mitte November 2009 Werner Herzog präsentiert. Herzog, der 1968 mit Lebenszeichen und 1979 mit Nosferatu – Phantom der Nacht am Wettbewerb teilnahm, zählt zu den Filmemachern, die dem neuen deutschen Film in den 1970er-Jahren zu Anerkennung verhalfen.Werner Herzog. In: Internationales Biographisches Archiv 28/2007 vom 14. Juli 2007, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 47/2009 (abgerufen via Munzinger Online) abgerufen am 9. Januar 2009. Zuletzt hatte er im September 2009 für Aufmerksamkeit gesorgt – als erster Regisseur war er mit zwei Werken im Wettbewerb der 66. Filmfestspiele von Venedig vertreten.Venezia: E' die Herzog anche il film sorpresa. ANSA, 4. September 2009 7:13 PM CET, Venedig
Herzog standen sechs Jurymitglieder zur Seite. Es handelte sich fast ausschließlich um Filmschaffende: bei berlinale.de, 26. Januar 2010; abgerufen am 29. Januar 2010. Francesca Comencini – italienische Filmregisseurin (Preis der Ökumenischen Jury 2004 für Mi piace lavorare – Mobbing) Nuruddin Farah – somalischer Schriftsteller Cornelia Froboess – deutsche Schauspielerin José María Morales – spanischer Filmproduzent (produzierte unter anderem den letztjährigen Goldenen-Bären-Gewinner Eine Perle Ewigkeit) Yu Nan – chinesische Schauspielerin Renée Zellweger – US-amerikanische Schauspielerin
Filme Am 15. Dezember 2009 wurden die ersten sieben von 26 Wettbewerbsfilmen bekannt gegeben, darunter 18 Weltpremieren. Am 20. Januar 2010 folgten weitere 18 Filme, am 1. Februar wurde der Wettbewerb mit dem außerhalb Konkurrenz laufenden Dokumentarfilm Exit Through the Gift Shop komplettiert. Festivaldirektor Dieter Kosslick sprach davon, dass der 60. Wettbewerb von „einem Mix der Stile und Genres geprägt“ und mit Newcomern und bekannten Filmemachern aufwarten werde. bei berlinale.de, 15. Dezember 2009; abgerufen am 8. Januar 2010.
Unter den 20 Anwärtern auf den Goldenen Bären, den Hauptpreis des Festivals, waren mit Roman Polański (Wenn Katelbach kommt…, 1966), Wang Quan’an (Tuyas Hochzeit, 2007), Michael Winterbottom (In This World – Aufbruch ins Ungewisse, 2003), Jasmila Žbanić (Esmas Geheimnis – Grbavica, 2006) und Zhang Yimou (Rotes Kornfeld, 1988) fünf frühere Gewinner vertreten. Elf Produktionen stammten von Regisseuren, die zum ersten Mal eine Einladung in den Wettbewerb erhielten. Polańskis europäischer Thriller Der Ghostwriter stellte einen Autor in den Mittelpunkt, der beim Verfassen der Memoiren eines früheren britischen Premierministers gefährliche Machenschaften aufdeckt. Wang erzählte in Tuan Yuan von einem Soldaten, der im Jahr 1949 vor Mao Zedongs Militärs nach Taiwan flieht und seine Geliebte erst Jahrzehnte später wiedertrifft, während sich Winterbottom im Thriller The Killer Inside Me einem texanischen Gesetzeshüter annahm, der als Mörder demaskiert wird. Žbanić widmete sich in Na Putu einem jungen Ehepaar aus Sarajevo. Während die Frau ein Kind erwartet, schließt sich ihr Ehemann einer islamistischen Gruppierung an. Zhang Yimou berichtete in seinem Drama San qiang pai an jing qi von einem Nudel-Restaurant-Besitzer, der plant, sich seiner ehebrecherischen Frau und deren Geliebten zu entledigen.
Die drei deutschsprachigen Wettbewerbsbeiträge waren Der Räuber von Benjamin Heisenberg, Oskar Roehlers Jud Süß – Film ohne Gewissen sowie Burhan Qurbanis Shahada. In Heisenbergs deutsch-österreichischer Koproduktion schlüpfte Andreas Lust in die Rolle des österreichischen Kriminellen Johann Kastenberger (1958–1988). Roehler, nach 2003 und 2006 zum dritten Mal im Wettbewerb um den Goldenen Bären vertreten, dramatisierte die Entstehung des antisemitischen Propagandafilms Jud Süß (1940) mit Tobias Moretti als Titelheld Ferdinand Marian und Moritz Bleibtreu als Joseph Goebbels. Der deutsch-afghanische Regisseur Burhan Qurbani widmete sich in seinem ersten Spielfilm den Schicksalen dreier Muslime in Berlin, deren Geschichten sich im Fastenmonat Ramadan zutragen.
Die Eröffnungsgala und Preisverleihung wurde von Anke Engelke moderiert. Eröffnet wurde der Wettbewerb mit Tuan Yuan von Wang Quan’an. Abschlussfilm war der außer Konkurrenz laufende japanische Beitrag Otouto von Yōji Yamada.Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 20. Januar 2010; abgerufen am 24. Januar 2010, Seite nicht mehr abrufbar, kein Archivlink auffindbar am 3. August 2023.
Film Regie Land Darsteller (Auswahl) Bal – Honig Türkei, Deutschland Bora Altaş, Erdal Beşikçioğlu, Tülin Özen Caterpillar Japan Shinobu Terajima, Shima Ohnishi Eine Familie Dänemark Jesper Christensen, Lene Maria Christensen, Pilou Asbæk Getrennt zusammen Wang Quan’an Volksrepublik China Lisa Lu, Ling Feng, Xu Caigen, Monica Mo Der Ghostwriter Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams, Kim Cattrall Greenberg USA Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh How I Ended This Summer Russland Grigori Dobrygin, Sergei Puskepalis Howl – Das Geheul , Jeffrey Friedman USA James Franco, Jon Hamm, David Strathairn, Mary-Louise Parker Jud Süß – Film ohne Gewissen Deutschland, Österreich Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu The Killer Inside Me USA, Großbritannien Casey Affleck, Jessica Alba, Kate Hudson Mammuth , Gustave de Kervern Frankreich Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Isabelle Adjani Ein Mann von Welt Norwegen Stellan Skarsgård, Jannike Kruse Jåtog, Jan Gunnar Røise Rompecabezas Argentinien, Frankreich María Onetto, Gabriel Goity, Arturo Goetz Der Räuber Österreich, Deutschland Andreas Lust, Franziska Weisz Shahada Deutschland Maryam Zaree, Carlo Ljubek, Jerry Hoffmann Submarino Dänemark Jakob Cedergren, Peter Plaugborg, Patricia Schumann Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich Rumänien, Schweden George Piştereanu, Ada Condeescu, Clara Voda A Woman, a Gun and a Noodle Shop Zhang Yimou Volksrepublik China Sun Honglei, Xiao Shenyang, Yan Ni Zeit des Zorns Deutschland, Iran Rafi Pitts, Mitra Hajjar, Ali Nicksaulat Zwischen uns das Paradies Bosnien und Herzegowina, Österreich, Deutschland, Kroatien Zrinka Cvitešić, Leon Lučev, Mirjana Karanović
Außer Konkurrenz
Außer Konkurrenz liefen im Wettbewerbsprogramm folgende Filme:
Exit Through the Gift Shop – Regie: Banksy (Dokumentarfilm) The Kids Are All Right – Regie: Lisa Cholodenko (mit Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo) My Name Is Khan – Regie: Karan Johar (mit Shah Rukh Khan, Kajol) Otōto – Regie: Yōji Yamada (mit Sayuri Yoshinaga, Tsurube Shofukutei, Yū Aoi) Please Give – Regie: Nicole Holofcener (mit Catherine Keener, Amanda Peet, Oliver Platt, Rebecca Hall) Shutter Island – Regie: Martin Scorsese (mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Michelle Williams)
Preisträger Goldener Bär: Bal – Honig von Semih Kaplanoğlu Silberner Bär – Großer Preis der Jury: Wenn ich pfeife, pfeife ich von Florin Șerban Silberner Bär – Beste Regie: Roman Polański (Der Ghostwriter) Silberner Bär – Bester Darsteller: Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis (How I Ended This Summer) Silberner Bär – Beste Darstellerin: Shinobu Terajima (Caterpillar) Silberner Bär – Bestes Drehbuch: Wang Quan’an und Na Jin (Getrennt zusammen) Silberner Bär – Herausragende künstlerische Leistung: Pavel Kostomarov (How I Ended This Summer)
Alfred-Bauer-Preis: Wenn ich pfeife, pfeife ich von Florin Șerban Preis für das beste Erstlingswerk: Sebbe von Babak Najafi
Preise der unabhängigen Jurys DFJW-Preis „Dialogue en perspective“: Lebendkontrolle von Florian Schewe (mit Gerdy Zint und Franziska Jünger); Lobende Erwähnung: Portraits deutscher Alkoholiker von Carolin Schmitz Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater: Shahada von Burhan Qurbani Preis der Ökumenischen Jury (Wettbewerb): Bal von Semih Kaplanoğlu; Panorama: Kawasakiho ruze von Jan Hrebejk; Forum: Aisheen (Still Alive in Gaza) von Nicolas Wadimoff Amnesty International Filmpreis: Son Of Babylon von Mohamed Al-Daradji und Waste Land von Lucy Walker FIPRESCI-Preis: Eine Familie von Pernille Fischer Christensen Friedensfilmpreis: Son Of Babylon von Mohamed Al-Daradji Leserpreis der Berliner Morgenpost: En ganske snill mann von Hans Petter Moland Femina-Film-Preis: Reinhild Blaschke für Szenenbild in Im Schatten von Thomas Arslan
Panorama Die Sektion Panorama wurde zum 31. Mal veranstaltet und widmet sich dem internationalen Film (vorzugsweise Arthouse-Kino und Autorenfilm). 2010 wurden 54 Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt. Im Rahmen der Sektion wurde am 21. Februar 2010 erneut der PanoramaPublikumsPreis vergeben, der an Waste Land verliehen wurde. Ein zweiter und ein dritter Platz gingen an Budrus beziehungsweise Daniel Schmid – Le chat qui pense.Offizielle Pressemitteilung bei berlinale.de, 20. Februar 2010; abgerufen am 21. Februar 2010, Seite nicht mehr abrufbar, kein Archivlink auffindbar am 3. August 2023.
Hauptprogramm Barriere von Andreas Kleinert (Deutschland) Due Vite per caso (One life maybe two) von Alessandro Aronadio (Italien)