Dieser Artikel ist eine chronologische Auflistung gewaltsamer und bedeutender Schiffsversenkungen in der Geschichte der Seefahrt mit den Ursachen Krieg, Terror, Verbrechen oder Unfällen mit Minen aus einem Krieg. Nicht berücksichtigt werden die Motive gezielte, mitunter versteckte, Ablagerung sowie Riffbildung um Lebensraum für die Natur oder Erlebnisraum für Taucher zu schaffen. Teilweise berücksichtigt werden Versicherungsbetrug, Entsorgen von Müll- und Sondermüll-Ladung und Entsorgen von Schiffen, wenn eine Verschrottung wirtschaftlich nicht vertretbar ist.

Bis 1800

Datum Name OpferBeschreibung Marie la Cordelière und Regent ≈1.580 Während des Krieges der Heiligen Liga trafen vor der Westspitze der Bretagne 25 englische und 22 verbündete französische und bretonische Kriegsschiffe aufeinander (Seeschlacht von Saint Mathieu). Das französische Flaggschiff Marie de la Cordelière (1.000 t) legte sich während der Schlacht zum Enterkampf neben das englische Kriegsschiff Regent (600 t). Während des Gefechtes explodierte die Pulverkammer des französischen Schiffes, was wiederum eine Explosion der Pulverkammer des englischen Schiffes nach sich zog. Beide Schiffe sanken, wobei nur wenige Besatzungsangehörige (30?) überlebten. Schätzungsweise 400 englische Seeleute und 1.180 Besatzungsmitglieder der Marie de la Cordelière kamen ums Leben. 30./31. Mai 1564 Mars ≈400 Während des Nordischen Siebenjährigen Krieges zwischen Schweden, Dänemark und der Hanse trafen nahe Gotland 27 verbündete dänische und Hanse-Schiffe und 23 schwedische Kriegsschiffe aufeinander. Im Verlauf des Gefechtes enterten Kräfte der Verbündeten das schwedische 107-Kanonen-Linienschiff Mars (1.800 t), das Flaggschiff der schwedischen Flotte und das damals größte Kriegsschiff in der Ostsee. Das Schiff geriet beim Enterkampf in Brand und sank in der Nacht des 30. auf den 31. Mai 1564 nach einer Pulverkammerexplosion. Bei der Explosion kamen rund 400 Seeleute und Seesoldaten ums Leben, darunter auch zahlreiche Soldaten der Verbündeten (200?). Svärdet ≈620 Während der Seeschlacht bei Öland wurde das schwedische 94-Kanonen-Linienschiff Svärdet (1.700 t) durch Geschützfeuer der vereinigten dänisch-holländischen Flotte schwer getroffen und sank in den Nachmittagsstunden, etwa gegen 16.40 Uhr, nach einer Explosion der Pulverkammer, nachdem ein Brander das Schiff zuvor in Brand gesetzt hatte. Beim Untergang starben rund 620 Seeleute. Nur etwa 20 Mann überlebten. Devonshire 497 Während des Seegefechtes bei Lizard Point wurde das britische 80-Kanonen-Linienschiff Devonshire durch französisches Geschützfeuer schwer getroffen und sank nach einer Explosion der Pulverkammer. Von der 500 Mann starken Besatzung des Schiffes überlebten nur drei. San José 578 Etwa 16 Seemeilen vor dem Hafen von Cartagena (Kolumbien) attackierten vier britische Kriegsschiffe einen spanischen Schatzkonvoi (siehe Seegefecht vor Cartagena), bestehend aus 14 Handelsschiffen und drei Kriegsschiffen. Während eines fast zehn Stunden dauernden Gefechtes wurde das spanische Linienschiff San José (1.700 t) in Brand geschossen und sie sank nach einer Explosion der Pulverkammer. 578 Seeleute, Soldaten und Passagiere fanden dabei den Tod. Nur elf Überlebende wurden später gerettet. An Bord des Schiffes befanden sich 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen sowie 116 Kisten mit Smaragden aus Peru. Der heutige Wert dieser Ladung beträgt (geschätzt) etwa drei bis vier Milliarden Euro. Dannebroge ≈600 In der Seeschlacht in der Køgebucht trafen im Großen Nordischen Krieg 31 dänische und 24 schwedische Kriegsschiffe aufeinander. Während der Schlacht, etwa gegen 15.30 Uhr, explodierte die Pulverkammer des dänischen 94-Kanonen-Linienschiffes Dannebroge (1.800 t) aus nicht sicher geklärten Gründen. Von den rund 600 Mann Besatzung des Schiffes überlebten nur drei. Dartmouth 288 Während des Österreichischen Erbfolgekrieges wurde das einzeln fahrende und aus Havanna kommende spanische Linienschiff Glorioso (70 Kanonen), das von britischen Schiffen bereits mehrere Wochen lang auf dem Atlantik gejagt worden war, nahe Cabo de São Vicente von sechs britischen Schiffen angegriffen. Im Laufe des Gefechts, das mit der Enterung des spanischen Schiffes endete, explodierte jedoch die Pulverkammer des britischen Linienschiffes Dartmouth (50 Kanonen) nach einem direkten Treffer der Spanier. Von den rund 300 Mann Besatzung des Schiffes überlebten nur zwölf. New Britannia 325 An Bord des britischen Sklavenschiffes New Britannia ereignete sich vor der Küste des heutigen Gambia ein Aufstand an Bord, nachdem es den unter Deck gefangen gehaltenen Sklaven gelungen war sich zu befreien. Nachdem die Aufständischen von der besser bewaffneten britischen Crew in die unteren Schiffsdecks zurückgedrängt worden waren, entzündeten einige der Afrikaner in hoffnungsloser Lage das Pulvermagazin des Schiffes. Die nachfolgende Explosion zerstörte das Schiff und tötete 325 Menschen, darunter mindestens 222 Sklaven. Nur zwei Personen sollen überlebt haben. Randolph 301 Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges traf die amerikanische Fregatte Randolph (1.100 t) östlich von Barbados auf das wesentlich stärkere britische Linienschiff Yarmouth. Nach einem kurzen Artilleriegefecht (Seegefecht bei Barbados) explodierte die Pulverkammer des amerikanischen Schiffes nach einem Volltreffer. Die Randolph wurde völlig zerstört und sank in wenigen Minuten. Von den 305 Besatzungsmitgliedern der Fregatte überlebten nur vier Mann. Bonhomme Richard ≈170 Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg traf die amerikanische Fregatte Bonhomme Richard (1.014 t), als Teil eines Geschwaders von fünf Schiffen, am 23. September auf die britische Fregatte Serapis und eine kleinere Sloop, welche einen Konvoi vor der Küste von Yorkshire eskortierten. Im sich daraus entwickelnden Gefecht bei Flamborough Head wurde die britische Fregatte nach einem erbitterten Artillerieduell von den Amerikanern erobert. Die Bonhomme Richard, auf welcher rund 170 Mann den Tod fanden, wurde allerdings ebenfalls schwer getroffen und sank am 25. September infolge der erlittenen Gefechtsschäden. Santo Domingo ≈680 Während der Seeschlacht bei Kap St. Vincent wurde das spanische 74-Kanonen-Linienschiff Santo Domingo (1.800 t) durch englisches Geschützfeuer schwer getroffen, geriet in Brand und sank nach einer Explosion der Pulverkammer. Von den rund 680 Seeleuten und Seesoldaten an Bord überlebte (vermutlich) niemand. Verschiedentlich wurde dargelegt, dass ein einziger Überlebender später von den Briten gerettet wurde, was aber nicht vollständig gesichert ist. Vengeur du Peuple ≈220 Etwa 400 Seemeilen westlich von Ouessant, während der Seeschlacht am 13. Prairial („Glorious First of June“) zwischen der französischen Revolutionsflotte und der britischen Flotte wurde das französische Linienschiff Vengeur du Peuple (2.900 t) durch Geschützfeuer schwer beschädigt und völlig entmastet. Es sank schließlich infolge von zahlreichen Wassereinbrüchen und Bränden. Etwa 220 Seeleute gingen mit dem Schiff unter, rund 400 Mann wurden von britischen Schiffen gerettet. 13./14. Januar 1797 Droits de l’Homme ≈1.000 Vor der Insel Ouessant traf das französische Linienschiff Droits de l'Homme (2.900 t), auf dem Weg von Irland nach Brest und mit 1.300 Soldaten und Seeleuten an Bord, auf die beiden britischen Fregatten Indefatigable und Amazon. In einem 15 Stunden dauernden Gefecht wurde das Linienschiff schwer beschädigt und strandete schließlich in einem aufziehenden Sturm an der bretonischen Küste. Von den rund 1.300 Menschen an Bord kamen etwa 250 während des Artilleriegefechtes zu Tode; rund 750 Mann ertranken zudem während des Schiffbruchs. Nur etwa 300 Mann überlebten. Orient ≈1.000 Während der Seeschlacht bei Abukir wurde das große französische Linienschiff L'Orient (5.000 t), Flaggschiff der französischen Flotte, von britischen Schiffen schwer getroffen und geriet in Brand. Gegen 22.00 Uhr erreichten die Flammen die Hauptpulverkammer und lösten eine verheerende Explosion aus. Das Schiff wurde völlig zerstört, Trümmerstücke wurden fast eine Seemeile weit weg geschleudert. Etwa 1.000 Besatzungsangehörige kamen in dem Inferno um. Nur rund 70 Mann überlebten das Desaster.

1801–1913