Die 16. Panzer-Division war ein beweglicher Großverband (Panzerdivision) der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Aufstellung Die 16. Panzer-Division entstand ab August 1940 durch Teilung der 16. Infanterie-Division (die andere Nachfolgeeinheit war die 16. Infanterie-Division (mot.)) in Thüringen im Wehrkreis IX. Die offizielle Umbenennung in 16. Panzer-Division erfolgte zum 1. Dezember 1940. Ihr Heimatstandort wurde Münster im Wehrkreis VI.

Die Gliederung mit den für den Verband durchgeführten Neuaufstellungen war:Rolf Stoves: Gepanzerte/motorisierte Großverbände 2003, S. 109–110.

Divisionsstab (Münster) Panzer-Regiment 2 Schützen-Brigade 16 (aus Teilen des aufgelösten Stab / III. Bataillon / Schützen-Regiment 4) Schützen-Regiment 64 (aus Neugliederung und Auffüllen des Infanterie-Regiment 64) Schützen-Regiment 79 (aus Infanterie-Regiment 79) Kradschützen-Bataillon 16 (aus Neugliederung Maschinengewehr-Bataillon (mot.) 1 (Euskirchen)) Pionier-Bataillon (mot.) 16 Artillerie-Regiment (mot.) 16 (aus Teilen Art.Rgt. 16, I. Abteilung Art.Rgt. (mot.) 76 und schw. Art.Abt. (mot.) 644) Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung 274: von Juli 1942 bis zur Vernichtung 1943 als IV. Abteilung Panzer-Aufklärungs-Abteilung 16 (aus Aufklärungs-Abteilung (tmot.) 16 unter Eingliederung der 2. Kompanie / Aufklärungs-Abteilung (mot.) 57) Panzerjäger-Abteilung 16 6. Kompanie des Fla-Bataillons 66 bildete 1941 die 4. Kompanie Nachrichten-Abteilung (mot.) 16 Sonstige Versorgungstruppen mit der Nr. 16

1941–1942

Balkanfeldzug Im Dezember 1940 fungierte die 16. Panzer-Division unter dem Code Lehrstab-R II als Lehr-Division in Rumänien für den Aufbau des dortigen Heeres. Während des Balkanfeldzugs diente sie als Reserve und wurde im Juni 1941 für den Angriff auf die Sowjetunion bereitgestellt.

Unternehmen Barbarossa mini|Gliederung der 16. Pz. Div. am 31. März 1941, taktische Zeichen Nördlich von Tomaszów überquerte die 16. Panzer-Division den Bug und nahm an der Panzerschlacht bei Dubno-Luzk-Riwne teil. Es folgten die Kesselschlachten bei Uman und Kiew. Bei Perwomaisk wurde der Bug erneut überquert, dabei kam es zu Verfolgungskämpfen mit der Roten Armee im Dnepr-Bogen. Nachdem Nikolajew erobert war, konnte ein größerer Verband der Sowjetarmee bei Kiew eingeschlossen werden. In der Schlacht am Asowschen Meer vom 26. September bis zum 11. Oktober 1941 wurde ein weiterer operativer Erfolg verzeichnet. Im Donezbecken und ostwärts des Mius war die 16. Panzer-Division an weiteren Schlachten beteiligt. Weitere Stationen auf dem Vormarsch nach Stalingrad waren Barwenkowo, Charkow, Woltschansk und Isjum, bis die Division den mittleren Don erreichte.

Stalingrad Beim Angriff auf Stalingrad hatte die 16. Panzer-Division den Auftrag, die Stadt im Norden abzuriegeln. Hierzu näherte sie sich über den Tatarengraben bis in die nördlichen Vororte. Die zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossenen Verteidigungsmaßnahmen der Roten Armee begünstigten ein relativ zügiges Vorankommen. Die Aufklärungs-Abteilung erreichte am 23. August die Wolga – die 16. Panzer-Division war damit der erste deutsche Kampfverband der 6. Armee, dem ein Vorstoß bis zum Ufer des Flusses gelang. Dort musste die Einheit eine Igelstellung bilden, da die Verbindung zu den nachrückenden Infanterie-Divisionen durch den schnellen Vormarsch abgerissen war. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Division nur noch über 75 einsatzfähige Kampfpanzer, und auch die motorisierte Infanterie hatte bereits schwere Verluste erlitten.S. 5.

Bei Spartanowka kam es bereits in der Anfangsphase zu den ersten Kämpfen gegen gut ausgebaute Stellungen der Roten Armee. Die Panzerangriffe brachen im sowjetischen Abwehrfeuer zusammen und T-34-Panzer drangen in die deutschen Stellungen ein. Am 24. August 1942 nahm die 16. Panzer-Division die Anlegestelle der Eisenbahnfähre und brachte dort ihre Artillerie in Stellung, so dass die Wolgafähren beschossen werden konnten. Die Infanterie konnte noch immer nicht nachrücken und die Flanken der 16. Panzer-Division wurden von Rotarmisten der 35. Schützen-Division eingeschlossen. General Hube verkündete in dieser Situation folgenden Befehl:

Die 60. Infanterie-Division (mot.) erreichte am 30. August 1942 ihr Ziel und unterstützte die eingeschlossene 16. Panzer-Division und 3. ID (mot.), welche sich befreien konnten.

Die 16. Panzer-Division war dem XIV. Panzerkorps unterstellt und hatte den Auftrag, zusammen mit der 60. und 3. ID (mot.) den nördlichen Flügel zwischen Don und Wolga gegen die 4. Panzerarmee, 1. Gardearmee, 24. und 66. Armee der Sowjetunion zu sichern. In dem ihr zugewiesenen Abschnitt in der Kotluban-Region bildeten die Panzersoldaten Igelstellungen am östlichen Ende des Korridors. Am 3. September 1942 kam es zu schweren wiederholten Angriffen der Sowjetarmee, die jedoch trotz einiger Durchbrüche insgesamt abgewehrt werden konnten. Dadurch wurden sie in anhaltende Kämpfe gebunden und konnten keine Verstärkungen für die Schlacht um die Stalingrader Vororte bereitstellen. Am 5. September 1942 begann eine erneute Großoffensive durch Malinowskis 66. Armee mit starker Artillerieunterstützung, T-34 und neuer US-amerikanischer M-3-Panzern, welche über das Leih- und Pachtgesetz verstärkt in die Sowjetunion geliefert wurden. Die Kampfgruppe Krumpen musste ihren Einsatzort um Rynok und Orlowka abziehen, um in der bedrohten Kotluban-Region einzugreifen. Am 11. September 1942 steigerten sich die Kämpfe um Höhe 1,6 und in der sogenannten „Tomatenschlucht“ südlich von Erzowka. Die Kompanien des Panzergrenadier-Regimentes 64 wurden dabei stark dezimiert. Als Folge dieser Offensive verblieben Rynok und Orlowka in sowjetischem Besitz und der Vorstoß des XIV. Panzerkorps in die nördlichen Industriekomplexe Stalingrads konnte nicht durchgeführt werden.S. 30–32, 40–42, 50–51, 53.

Die 16. Panzer-Division hatte den Auftrag, zusammen mit der 3. und 60. ID (mot.) den östlichen Landkorridor gegen die sowjetische 1. Gardearmee und die 66. Armee an der Stalingrader Front zu sichern. Dabei wurde der 16. PD der Sektor zwischen der Balka Suchaja Metschetka bis Akatowka an der Wolga und von Orlowka bis nach Rynok zugeteilt.S. 98, 102–103. Die Gefechtsstärke der 16. Panzer-Division betrug am 14. September 1942: drei mittelstarke (500–700 Mann) und zwei durchschnittliche (400–500) Panzergrenadier-Bataillone, Panzerpionier-Bataillon 16 ebenfalls durchschnittlich (400–500). Am 25. September 1942 wurde Generalmajor Günther Angern mit Wirkung vom 15. September 1942 mit der Führung der Division beauftragt. Sein Vorgänger Hube wurde zum Kommandierenden General des XIV. Panzerkorps befördert.S. 105–106, 136–137, 154. Zwischen dem 16. und dem 17. September 1942, als die Häuserkämpfe in Stalingrad-Mitte ihren Höhepunkt erreichten, eröffnete die Gruppe Gorochow im Norden eine Reihe von Gegenangriffen auf die Stellungen der 16. Panzer-Division um Hügel 101,3 und 135,4 nordwestlich von Spartanowka, welche aber ihr Ziel verfehlten, Kräfte des LI. Armeekorps beim Vormarsch auf den Stadtkern zu binden.S. 161.

Kotluban-Offensive Während der zweiten sowjetischen Kotluban-Offensive vom 18. September bis 2. Oktober 1942 griff Malinowskis 66. Armee mit etwa 34.000 Soldaten an der Divisionsgrenze zwischen der 3. ID (mot.) und der 16. Panzer-Division am Hügel 139,7 an. Ziel war es, sich mit den Verteidigern der 62. Armee um Orlowka zu vereinigen. Später verlagerten sich die Kämpfe westlich von Orlowka. Am 24. September 1942 drangen sie etwa einen Kilometer tief in die Verteidigungslinien der Panzer-Division ein, wobei das OKW den Abschuss von 36 sowjetischen Panzern vermeldete. Trotz Erfolgsmeldungen der Roten Armee berichtete die 16. Panzer-Division am 25. September 1942 von weiteren 31 vernichteten Feindpanzern und dass der Angriff bei Erlowka abgeschlagen worden sei. Als Folge der schweren Kämpfe sank die Kampfstärke der 16. Panzer-Division am 5. Oktober 1942 auf drei mittelstarke (500–700 Mann), ein durchschnittliches (400–500) und ein schwaches (300–400) Panzergrenadier-Bataillon.S. 171, 179–183.

Reduktion des Orlowka-Frontbogens Ein weiteres Schwerpunktziel der 6. Armee war die Reduktion des Orlowka-Frontbogens, welcher allein von der 16. Panzer-Division und der 60. ID (mot.) nicht erreicht werden konnte, so dass die Angriffskräfte durch die 389. und die 94. Infanterie-Division verstärkt werden mussten. Die 16. Panzer-Division war bei dieser Operation gegen die Eisenbahnlinie südöstlich von Goroditschte eingesetzt.S. 239, 250. Der Einsatzraum der Division von Angerns befand sich im Nordabschnitt zwischen den Hügeln 135,4 und 144,4. Orlowka sollte am 28./29. September 1942 von Norden und Osten mit gemischten Kampfgruppen der 16. Panzer-Division und der 60. ID (mot.) in Kompanie- bis Bataillonsstärke eingenommen werden. Dem Angriff gingen schwere Luftangriffe voraus. Teile des Panzergrenadier-Regimentes 79 bewegten sich von Hügel 135,4 in Richtung Orlowka und drängten die sowjetische 115. Schützen-Brigade in den nördlichen Außenbezirk der Ortschaft zurück. Dennoch waren die Kräfte der 16. Panzer-Division und der 389. Infanterie-Division zunächst zu schwach, um die Verbände der Roten Armee zu isolieren und einzuschließen. Am 30. September nahm der Druck kontinuierlich zu und es konnten zwei Kessel gebildet werden. Nach zwei Sturmangriffen konnte die 16. Panzer-Division am 1. Oktober 1942 die Einnahme des Großteils von Orlowka vermelden. Am 3. Oktober mussten die deutschen Offensivkräfte bei Orlowka ausgedünnt werden, um genügend Soldaten für den Vormarsch auf das Traktorenwerk in Stalingrad bereitzustellen. Mit gebündelten Kräften aus der 16. Panzer-Division, der 60. ID (mot.) und der Gruppe Stachel sollte am 4. Oktober 1942 der letzte sowjetische Widerstand gebrochen werden. Dies gelang nur teilweise, da einige sowjetische Bataillone sich südlich des Flusses Mokraja Metschetka absetzen konnten. Massive Salven aus Katjuscha-Raketenwerfern verhinderten den totalen Zusammenbruch der Roten Armee an der Orlowka-Front.S. 291–298.

Spartanowka und Rynok