mini|350px|Braunschweigs Innenstadt im Jahre 1899: Gut zu erkennen, der blaue Ring der Oker, die von Süden kommend, die Stadt seit dem Mittelalter und bis heute als „östlicher“ und „westlicher Umflutgraben“ umschließt und im Norden wieder zusammengeführt wird. mini|300px|Luftbild von Westen: Im Zentrum ist der bewaldete Okerring zu erkennen.
Die Liste der Okerbrücken in der Stadt Braunschweig enthält eine Aufstellung aller Brücken über die Oker, die die Braunschweiger Innenstadt seit mehreren Jahrhunderten umschließt.
Geschichte mini|Verlauf der Okerarme im Braunschweiger Stadtgebiet um 1400 Im Frühmittelalter floss die im Harz entspringende Oker in einer 200 bis 500 m breiten Flussaue durch das heutige Stadtgebiet. Der damals bis über Braunschweig hinaus schiffbare Fluss war von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Entwicklung der Stadt während des Mittelalters. So gab es drei Häfen im Stadtgebiet, in denen z. B. Holz und Metalle aus dem Harz umgeschlagen wurden, zum anderen Waren aus dem Norden kommend für den Süden.Dietmar Brandes, In: Camerer, Garzmann, Schuegraf, Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon, Braunschweig 1992, S. 172
Zum Zwecke der Verteidigung Braunschweigs wurde die Oker bereits Mitte des 12. Jahrhunderts mittels Wehr- und Mauergräben um die Stadt herumgeleitet. Um 1400 gab es zwei „Umflutgräben“ mit Wällen, die kontinuierlich bis ca. 1750 zu einer starken Stadtbefestigung ausgebaut wurden. Im Süden der Stadt befand sich das „Eisenbütteler Wehr“, das den Fluss zunächst staute, um ihn anschließend in zwei großen Umflutgräben östlich und westlich um die Stadt herum zu leiten. Im Nordwesten flossen dann beide Okerarme wieder zusammen in Richtung Aller. Eine Anzahl kleinerer Nebenarme durchfloss weiterhin die fünf Weichbilde Braunschweigs: Altewiek, Altstadt, Hagen, Neustadt und Sack. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die innerstädtischen Nebenarme nach und nach entweder zugeschüttet oder unterirdisch verlegt, während die beiden Umflutgräben noch heute das Stadtzentrum umfließen.
Aufgrund der Weiterentwicklung von Kriegsführung und Waffentechnik wurden die Verteidigungsanlagen allmählich unwirksam, sodass sie um 1769 aufgegeben wurden. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurde auf Veranlassung Herzog Karl Wilhelm Ferdinands und nach Plänen des Architekten Peter Joseph Krahe mit der Schleifung der Wallanlagen begonnen und der Wallring, heute ein Ensemble aus Parkanlagen, Promenaden, Plätzen und Wohngebieten, angelegt.Heinz-Joachim Tute, In: Camerer, Garzmann, Schuegraf, Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon, Braunschweig 1992, S. 241 1835 waren diese groß angelegten Umgestaltungsmaßnahmen abgeschlossen. Da die beiden Umflutgräben erhalten geblieben waren, ergab sich die Notwendigkeit, die Anzahl der Brücken über die Oker an die Bevölkerungszahl und das wachsende Verkehrsaufkommen anzupassen. Heute führen 24 Brücken, von der Hauptverkehrsstraße bis zur reinen Fußgängerbrücke, über die Oker.
Brücken der östlichen Okerumflut Die Brücken der östlichen Okerumflut vom Eisenbütteler Wehr im Süden der Stadt, flussabwärts:
Drachenbrücke mini|Drachen-Brücke Baujahr: 1962 Ort: Verbindet den Bürgerpark mit dem Gelände des ehemaligen „Frei-Bi-Ze“. () Funktion: Fuß- und Radwegbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Besonderheiten: Status: in Gebrauch
Hennebergbrücke mini|Henneberg-Brücke Baujahr: 2016 Ort: Verbindet die Straßen „Hennebergstraße“ mit dem Gelände des ehemaligen „Frei-Bi-Ze“ () Funktion: Fuß- und Radwegbrücke Entwurf: EHS Beratende Ingenieure für Bauwesen, Braunschweig Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Stahlkonstruktion mit Betonplatte Besonderheiten: Status: in Gebrauch
Augusttorbrücke mini|Augusttor-Brücke Baujahr: 1958 Ort: Verbindet den „John-F.-Kennedy-Platz“ mit der „Wolfenbütteler Straße“ () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Spannbeton-Hohlkastenbrücke Besonderheiten: Status: in Gebrauch
Ottmer-Brücke (1884)
mini|Die Ottmerbrücke vor 1900 Baujahr: 1884 Ort: Verbindung zwischen Monumentplatz (heute Löwenwall) und der alten Ottmerstraße. Funktion: Fußgängerbrücke Entwurf: Prof. Häfeler Ausführung: Dampfkessel- und Gasometerfabrik, Braunschweig Konstruktionstyp und Material: Eisen, Fußgängerüberweg aus Holzbohlen Besonderheiten: Die nach dem Braunschweigischen Hofbaumeister Carl Theodor Ottmer (1800–1843) benannte Ottmerbrücke von 1884 wurde im Zuge der Umgestaltung Braunschweigs nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit zahlreichen intakten Wohn- und Geschäftshäusern sowie auch der Ottmer-Schule im Jahre 1959 abgerissen, um der neuen Kurt-Schumacher-Straße zu weichen. Einige Meter entfernt entstand 1959 die neue Ottmerbrücke (s. dort) aus Spannbeton. Status: Abbruch im Frühjahr 1959. Der Neubau an der Kurt-Schumacher-Straße wurde 1959 als Spannbeton-Hohlkastenbrücke im Zuge des Bahnhofneubaus errichtet.
Ottmer-Brücke (1959) mini|Die Ottmer-Brücke von 1959. Baujahr: 1959 Ort: Verbindung zwischen „John-F.-Kennedy-Platz“ und „Kurt-Schumacher-Straße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Spannbeton-Hohlkastenbrücke Besonderheiten: Status: Die Brücke an der Kurt-Schumacher-Straße wurde im Zuge des Bahnhofneubaus errichtet.
Leonhard-Brücke mini|Leonhard-Brücke Baujahr: 1887 Ort: Verbindung der Straßen „Magnitorwall“ und „Leonhardstraße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Gustav Menadier Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Segmentbogenbrücke aus Werksteinquader, Unterbau aus der Erbauungszeit erhalten, Überbau seit 1956 in Beton Besonderheiten: denkmalgeschützt Status: in Gebrauch
Steintorbrücke mini|Steintor-Brücke Baujahr: 1914–1915 Ort: Verbindung der Straßen „Museumstraße“ und „Helmstedter Straße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Gustav Menadier Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Verputzte Bogenbrücke, Brückenbau mit eisernem Geländer aus der Erbauungszeit Besonderheiten: denkmalgeschützt Status: in Gebrauch
Theaterbrücke
mini|Theaterbrücke Baujahr: 1888–1889 Ort: Verbindung der Straßen „Am Theater“ und „Jasperallee“ (zur Bauzeit „Kaiser-Wilhelm-Straße“) () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Ludwig Winter Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Bogenbrücke aus Sandsteinquadern mit Werkstein-Balustraden Besonderheiten: Erbaut als „Kaiser-Wilhelm-Brücke“; Skulpturenschmuck (vier Frauenfiguren und vier Löwen) 1902 nach Modellen von Bildhauer Ernst Müller-Braunschweig (im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen); unter Denkmalschutz; Bis 1889 führte östlich des Theaters nur ein schmaler Steg über die Oker, der den Park mit dem herzoglichen Küchengarten auf der anderen Seite des Flusses verband. Status: in Gebrauch
Fallerslebertor-Brücke (1904)
Baujahr: 1904 Ort: Verbindung der Straßen „Fallersleber Straße“ und „Humboldtstraße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Prof. Max Möller Ausführung: Drenckhahn & Sudhop Konstruktionstyp und Material: Erbaut in Hängegurtträgerbauweise, Landpfeiler aus Werksteinquader Besonderheiten: Baudenkmal. Bei der Fallerslebertor-Brücke kam eine neuartige, um die Jahrhundertwende entwickelte Stahlbetonplattenbalken-Konstruktion zur Anwendung Status: Wegen Schäden an der Bausubstanz wurde 2006 eine Begrenzung der zulässigen Belastung auf 7,5 t angeordnet. Eine umfassende Sanierung der denkmalgeschützten Brücke wurde erwogen aber zugunsten eines Neubaus verworfen. Im Juli 2009 begann der Brückenneubau, zusammen mit weitergehenden Sanierungsarbeiten des gesamten Straßenzugs. Am 10. November 2011 wurde der Brückenneubau für den Verkehr freigegeben.
Fallerslebertor-Brücke (2011) mini|Fallerslebertor-Brücke von 2011 Baujahr: 2009–2011 Ort: Verbindung der Straßen „Fallersleber Straße“ und „Humboldtstraße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Jürgen Hillmer und Timo Heise im Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Besonderheiten: Gegenüber dem Vorgängerbau wurde die Spannweite deutlich, auf nun 34 m erhöht. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, beidseits der Okerumflut Uferwege unter der Brücke hindurchzuführen. Gleichzeitig ist die Durchflusskapazität bei Hochwasser erhöht. Status: Nach langwierigen Bauarbeiten mit erheblichen Verzögerungen wurde die Brücke schließlich am 10. November 2011 für den Verkehr freigegeben.
Okerbrücke Pockelsstraße mini|Brücke Pockelsstraße Baujahr: 1871 als „Hochschulbrücke“Informationstafel Braunschweiger Leit- und Informationssystem für Kultur. Standort Nordseite der Brücke, im Faltblatt Brücken über den Umflutgraben. Denkmalpflege Braunschweig 1999, wird abweichend 1877 und in der Übersicht 1893 angegeben. Ort: Verbindung der Straßen „Fallerleber-Tor-Wall“ und „Pockelsstraße“. () Funktion: Straßenbrücke, für Kraftfahrzeuge gesperrt Entwurf: 1871 Constantin Uhde Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Eiserne Bogenbrücke in genieteter Fachwerkkonstruktion, Landpfeiler in Quadermauerwerk, originales Eisengeländer mit spätklassizistischen Schmuckformen, Fahrbahn aus Holzbohlen Besonderheiten: Die Brücke ist Beleg für die erste Stadterweiterung Braunschweigs über die Umflutgräben hinaus und die älteste erhaltene Brücke im Promenadenbereich, Sanierung 1998/99 Status: denkmalgeschützt, in Gebrauch
Wendentorbrücke mini|Wendentor-Brücke Baujahr: 1933 Ort: Verbindung der Straßen „Am Wendentor“ und „Mühlenpfordtstraße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Zweifeldrige Plattenbalkenkonstruktion, Gründung auf Holzpfählen, Widerlager und Pfeiler aus Beton Besonderheiten: Status: in Gebrauch
Gauß-Brücke mini|Gauß-Brücke Baujahr: 1902 Ort: Verbindung der Straßen „Bammelsburger Straße“ und „Huttenstraße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Ausführung: Drenckhahn & Sudhop Konstruktionstyp und Material: Sandsteinbogenbrücke mit gusseisernen Geländern Besonderheiten: An gleicher Stelle befand sich seit 1891 eine hölzerne Fußgängerbrücke, die 1901/02 durch eine massive und für Fuhrwerke befahrbare Brücke ersetzt wurde.Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen – ihre Namen und ihre Geschichten, Band 1: Innenstadt, S. 62 Status: denkmalgeschützt, in Gebrauch
Brücken der westlichen Okerumflut Die Brücken der westlichen Okerumflut vom Eisenbütteler Wehr im Süden der Stadt, flussabwärts:
Bandungbrücke mini|Bandungbrücke Baujahr: 1949 Ort: Verbindet den Bürgerpark mit der „Theodor-Heuss-Straße“. () Funktion: Fuß- und Radwegbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Widerlager aus Beton, Überbau aus genieteten Stahlträgern mit Holzbohlenbelag Besonderheiten: Vormals Okerbrücke Werkstättenweg, Umbenennung 2020 in Bandungbrücke Status: in Gebrauch
Soussebrücke mini|Soussebrücke Baujahr: 1979 Ort: Verbindet das Gelände des ehemaligen „Frei-Bi-Ze“ (Freizeit- und Bildungszentrum Bürgerpark) mit der Volkswagen Halle. () Funktion: Fuß- und Radwegbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Gitterträger von 1890, Stahlbetonplatte, Eisengeländer von 1890 Besonderheiten: Am 20. Mai 2009 beschloss der Verwaltungsausschuss der Stadt Braunschweig die Benennung der Soussebrücke. Status: in Gebrauch
Konrad-Adenauer-Brücke mini|Konrad-Adenauer-Brücke Baujahr: 1977 Ort: Abschnitt der „Konrad-Adenauer-Straße“. () Funktion: Straßenbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Spannbetonplattenbalkenbrücke Besonderheiten: Status: in Gebrauch
Okerbrücken am Alten Bahnhof mini|Östliche Brücke am Alten Bahnhof mini|Westliche Brücke am Alten Bahnhof Baujahr: 1843 Ort: Verbindet die Straßen Kalenwall und „Bruchtorwall“ mit dem Alten Bahnhof (heute Braunschweigische Landessparkasse). ( und ) Funktion: Fuß- und Radwegbrücke Entwurf: Ausführung: Konstruktionstyp und Material: Stahlbetonplatte von 1978