mini|Franciscus Nagler Franciscus Nagler (vollständiger Name: Franciscus Johannes Nagler; * 22. Juli 1873 in Prausitz bei Riesa; † 4. Juni 1957 in Leisnig) war ein deutscher Kantor, Heimatdichter und Komponist.

Leben mini|Prausitz (Hirschstein), Geburtshaus von Franciscus Nagler Franciscus Nagler, Sohn eines Schulmeisters und Kantors, verbrachte seine Schülerjahre im Thomanerchor in Leipzig.

Er war ab 1897 mit Marie Emilie geb. Glühmann verheiratet. Nach deren Tod im Jahre 1904 ging er 1905 eine Ehe mit der Sängerin Elise Helene geb. Busching (* 1872) ein.Manfred Altner: Franciscus Nagler.

Nach Seminarstudien in Dresden und einer Weiterbildung am Konservatorium Leipzig übernahm er 1898 eine Kantorenstelle in Limbach. Von 1902 bis 1936 war er Kantor und Kirchenmusikdirektor in Leisnig.

Am 15. Oktober 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.328.874).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/30060612 Danach zog er nach Dresden in die Traubestraße 4. Er kehrte nach der Bombardierung 1945 zurück nach Leisnig. Sein Grab befindet sich dort auf dem Friedhof.

Nagler wirkte auch als Chorleiter und Komponist. In Leisnig leitete er den Männergesangsverein „Liederkranz“, den Frauenchor und den Sängerbund „Saxonia“. Er komponierte ca. 130 Motetten, Kantaten, Singspiele und chormusikalische Werke. Hinzu kamen schriftstellerische Arbeiten: Novellen, Märchen und Texte für volkstümliche Lieder, Kinderfestspiele und Heimatstücke.

Nagler war Mitbegründer der Leisniger Ortsgruppe des Kulturbundes der DDR und Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes.

Rezeption

Werke (Auswahl) Dorfheimat – Bilder aus der Knabenzeit. Biographischer Roman. Sächsische Schulbuchhandlung, Meißen. Das klingende Land. Verlag Bohn & Sohn, 1936. Von Organisten und anderen Musikanten aus der heimatlichen Vergangenheit. Baensch Druckerei, 1936. ’s Klinghäus’l oder „Ich muß nun einmal singen!“ Verlag A. Strauch, 1935. Acht Kinderlieder für drei- [auch vier-] stimmigen Kinder- oder Frauenchor. Verlag Huhle, 1932.

Ehrungen Oskar-Seyffert-Münze des Vereins für sächsische Volkskunst (1922) Goldene Ehrennadel des Deutschen Männerchores von Indianapolis (1922) Ehrenbürgerschaft von Leisnig (1927) postum In seinem Geburtsort Prausitz trägt die Grundschule seinen NamenWebseite von Prausitz (Gemeinde Hirschstein), abgerufen am 18. März 2015, im langjährigen Wohnort Leisnig ist die Franciscus-Nagler-Straße nach ihm benannt.

Literatur Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. Nekrolog 1936-1970. Verlag Walter de Gruyter, 1973, ISBN 978-3-11-083056-9, S. 471. Manfred Altner (Hrsg.): Sächsische Lebensbilder: literarische Streifzüge durch die Lössnitz, die Lausitz, Leipzig und Dresden. Edition Reintzsch, 2001, ISBN 978-3-930846-25-2, S. 130 ff. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon. 2. Auflage. Kiel 2009, S. 5132–5134. online

Weblinks Biographie von Franciscus Nagler auf www.leisnig.de

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Ehrenbürger im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann