mini|hochkant|Unterseite eines weiblichen Wasser-Mohrenfalters

Der Wasser-Mohrenfalter (Erebia pronoe), auch Quellen-Mohrenfalter oder Pronoe-Mohrenfalter genannt, ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Das Artepitheton leitet sich von Pronoe, der Tochter des Nereus aus der griechischen Mythologie ab.

Merkmale Falter Die Vorderflügel dieser relativ großen Mohrenfalter haben eine Spannweite von etwa 36 bis 46 Millimetern. Sie sind samtig dunkelbraun gefärbt, zeigen einen seidigen Glanz und variieren farblich je nach dem geographischen Vorkommen. So kommen fast einfarbig dunkelbraune Exemplare vor. Bei anderen Faltern befindet sich in der Postdiskalregion eine rotbraune Binde mit zwei bis vier kleinen Augenflecken. Die Vorderflügelunterseite ist dunkelbraun mit einem rotbraunen Außenband und oftmals durchscheinenden weißen Augenflecken. Auf den dunkelbraunen Hinterflügeln sind gelegentlich Augenflecke zu erkennen. Die Hinterflügelunterseiten sind in drei Regionen unterteilt, wobei die Basalregion graubraun, die Diskalregion bei den Männchen schwarzbraun und bei den Weibchen gelbbraun sowie die Postdiskalregion wieder heller braun gefärbt sind. Auffällig ist eine deutliche, zahnartig hervortretende Zeichnung etwa in der Mitte der Diskalregion.

Ei, Raupe, Puppe Das Ei ist von weißlicher Farbe und mit feinen Längsrippen versehen.Walter Forster, Theodor A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Band 2: Tagfalter. (Rhopalocera und Hesperiidae). Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1955, . Bei den erwachsenen Raupen dominiert ein verschwommen rötlichgelber Farbton, der durch schwarze Rücken-, bräunliche Nebenrücken- sowie hellere Seitenlinien unterbrochen wird. Die gelbweiß gefärbte Puppe besitzt einen zimtbraunen Kopf und Hinterleib.

Ähnliche Arten Eine gewisse Ähnlichkeit besteht zu den Arten Weißkernaugen-Mohrenfalter (Erebia stirius), Freyers Alpen-Mohrenfalter (Erebia styx) und Erebia montana, jedoch ist pronoe durch die hellere Abgrenzung des Basalfeldes der Hinterflügelunterseite gut zu erkennen.

Verbreitung und Lebensraum Der Wasser-Mohrenfalter kommt in den Hochlagen von Alpen, Pyrenäen, Dinarischem Gebirge, Balkangebirge und Karpaten überwiegend zwischen 900 und 2800 Metern vor. Er bevorzugt Magerrasenflächen und Geröllhalden sowie die Ränder von Gebirgsbachläufen.

Lebensweise Die Falter leben in einer Generation von Juni bis September. Sie besuchen gerne Blüten, wie beispielsweise diejenigen der Silberdistel (Carlina acaulis). Hauptfutterpflanzen der Raupen sind Schwingelarten (Festuca). Sie überwintern. Die Verpuppung erfolgt aufrecht zwischen Graswurzeln.

Gefährdung In Deutschland kommt die Art nur in den bayerischen Alpen vor, stellenweise jedoch zahlreich, so dass sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet geführt wird.

Quellen Einzelnachweise

Literatur

Walter Forster, Theodor A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Band 2: Tagfalter. (Rhopalocera und Hesperiidae). Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1955, .

Weblinks

www.lepiforum.de Taxonomie und Fotos www.schmetterlinge-deutschlands.de Gefährdung

Kategorie:Mohrenfalter