Max Ostenrieder (* 24. Februar 1870 in München; † 23. März 1917 in Moosburg, Oberbayern) war ein deutscher Architekt.

Leben Ostenrieder war eines von acht Kindern eines Münchner Metzgermeisters. Die Familie war um das Jahr 1800 dorthin gezogen und stammte ursprünglich aus Murnau. Die Metzgerei befand sich in der Schwanthalerstraße und wurde von Ostenrieder später umgebaut. Da er sich für Architektur interessierte, besuchte er zunächst die Industrieschule und danach die Technische Hochschule München. Anschließend arbeitete er als Bauzeichner und Architekt beim Bauamt der Stadt München. 1890 erwarb er ein Haus am Weßlinger See, das er später zu einem Sommerhaus umgestaltete und erweiterte, um sich dorthin zurückziehen zu können. Für sich selbst errichtete er am Marienplatz Nr. 18 ein außen und innen prachtvoll verziertes privates Wohnhaus. Dieses wurde im Krieg zerstört.

Osterrieder betrieb um die Jahrhundertwende in München ein erfolgreiches Architekturbüro. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Schloss Berg in Luxemburg, das er 1906 gemeinsam mit dem Architekten Pierre Funck-Eydt für den Großherzog Wilhelm IV. projektierte und bis 1911 realisierte. Für die Residenzstadt München entwarf er mehrere Wohn- und Geschäftshäuser, die teilweise unter Denkmalschutz stehen. Im März 1917 erlitt Ostenrieder einen Schlaganfall, an dessen Folgen er wenige Tage später verstarb.

Werk (Auswahl) mini|Ramersdorfer Straße 6; Kath. Pfarrhaus (erbaut 1906) 1890: Sommerhaus am Weßlinger See 1895: Mehrfamilienhaus Lessingstraße 1 in München (Ludwigsvorstadt) (neugotischer Erker) 1895/96 Gasthaus Isarthor, Tal, München (Altstadt) 1896–1897: Wohn- und Geschäftshaus Platzl 1a, München (Altstadt) (neugotische Fassade) 1896–1899: Wohn- und Geschäftshaus J. Kraft, Sendlinger Straße 51 in München (Altstadt) (Astwerkgotik, Prunkerker) 1899: Geschäfts- und Mietshaus J. Baun Altheimer Eck 5 in München (Altstadt) 1900: Haus Ostenrieder, Marienplatz 18 in München 1901: Mehrfamilienhaus Lindwurmstraße 15 in München (Ludwigsvorstadt) (reiche Neurenaissance-Fassade) 1902: Treppenanbau, Vorgartenmauer und Gartenpavillon für die Villa des Bürgermeisters Wilhelm von Borscht, Heilmannstraße 33 in Thalkirchen 1902: Aufstockung des Brahms-Pavillons 1904: Belvederturm, Schloss Kospoda, Kospoda, Saale-Orla Kreis, Thüringen, Deutschland 1904: Presbyterium und Nordturm der katholischen Pfarrkirche Mariä Lichtmeß in Aschau im Chiemgau 1904: Villa Bletschacher, Alzheimergaßl 5, Weßling 1905: Villa Ammerseestraße 84 in Gauting (zweigeschossig mit Staffelgiebel und Eckerkerturm) 1905: Katholische Filialkirche St. Michael in Tyrlbrunn, Plan für Neubau des Langhauses 1905–1908: Vorbauten am Bergfried und Gästetrakt von Schloss Hohenaschau 1906: Pfarrhaus der katholischen Pfarrgemeinde, Ramersdorfer Straße 6 in München-Ramersdorf 1906–1907: Villa Pössenbacher Straße 21 in München-Thalkirchen (Neubarock, mit Belvedere, Pergolatürmchen, Remise und Gittertor) 1907 „Alte Bayerische Bierhalle“ in Basel, Steinenvorstadt 1 a, im Auftrag des Münchner Brauereibesitzers Gabriel von Sedlmayr

Literatur

Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: München und Oberbayern. Sonderband, Darmstadt 1990, S. 57, 446 und 818. Jean Louis Schlim: Max Ostenrieder. Ein Münchner Architekt an der Schwelle zur Neuzeit. München 2018, ISBN 978-3-86222-236-0.

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (München) Kategorie:Absolvent der Technischen Universität München Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann