alternativtext=|mini|270x270px|Luftaufnahme Osttünnen 2019 Osttünnen ist ein Stadtteil von Hamm in Nordrhein-Westfalen, liegt im Stadtbezirk Hamm-Rhynern und grenzt an den Stadtteil Westtünnen.
Die Großgemeinde Rhynern ist Namensgeber des im Jahr 1975 neu eingerichteten Stadtbezirks Hamm-Rhynern.
Geschichte Ein erstes Gut in Osttünnen wurde erstmals urkundlich 1266 mit Wichmanno de Tunne im Urkundenbuch Volmarstein erwähnt. Im Jahr 1392 darin auch Oestunne belegen in dem kerspele to Rinhere sowie bis 1431 als das gudt to Ostthunne der Volmarsteiner genannt.Willy Timm: Die Ortschaften der Grafschaft Mark in ihren urkundlichen Früherwähnungen und politischen Zuordnung bis zu Gegenwart, Unna 1991, S. 95. Der Ortsname bezeichnet die Siedlung nach ihrer Lage „als bei bzw. an den Zäunen“.Birgit Meineke: Die Ortsnamen der Stadt Hamm und des Kreises Unna, in: Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB), Band 15, Bielefeld 2021, S. 344–346.
Der Name Osttünnen leitet sich auch von den Edelherren und Grafen von Thunen ab, die ihren Wohnsitz im frühen Mittelalter nördlich der heutigen „Von Thünen-Straße“ zwischen Westtünnen und Osttünnen hatten. Das Dorf entstand erst im 20. Jahrhundert und bestand zunächst aus einzelnen verstreut liegenden Bauernhöfen. Die ersten Eigenheime entstanden in den 1950er und in den 1980er Jahren.
Osttünnen gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Oistunne) im Amt Hamm zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 13 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen ein und sechs Goldgulden an Abgabe zu leisten.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark. Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 40 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Osttünnen). Im Jahr 1705 waren in der Bauerschaft Osttünnen 18 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hamm im Kataster verzeichnet.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, bearb. von Willy Timm, S. 16/17.
Im 19. Jahrhundert gehörte Osttünnen bei der Errichtung der Ämter in der preußischen Provinz Westfalen zum Kirchspiel und Amt Rhynern im Kreis Hamm. Im Jahr 1885 gab es in der Landgemeinde Ost Tünnen auf 545 ha Fläche, davon 410 ha Ackerland, 19 ha Wiesen, 35 ha Holzungen, 1 Wohnplatz, 55 Wohnhäuser mit 57 Haushaltungen und 330 Einwohner.Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen, Berlin 1887, S. 76/77, Online-Ausgabe.
Am 1. Januar 1968 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Osttünnen in die Gemeinde Rhynern eingegliedert. Am 1. Januar 1975 wurde es im Zuge der Gebietsreform in die kreisfreie Stadt Hamm umgegliedert.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner 1849 331 1910 366 1931Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931. 399 1956Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957. 673 1961 593
Infrastruktur Neben vier Bauernhöfen, die noch voll erwerbsmäßig arbeiten, gibt es vier Gärtnereien, zwei Arztpraxen, zwei Autowerkstätten, eine Schreinerei, einen Hofverkauf, eine Physiotherapeutin, einen Bauwerkssanierer, einen Energieberater sowie eine landwirtschaftliche Genossenschaft im Ort. Der Ort hat weder eine Schule noch Geschäfte oder sonstige öffentliche Einrichtungen. Osttünnen liegt nahe der Bundesautobahn 2 und an der Landesstraße 672 Durch den Ort verläuft die ICE-Bahnstrecke „Hamm – Kassel“ Für Schüler besteht eine Busverbindung zu den Schulen in Rhynern, Berge und Werries. Mittelpunkt ist die Alte Schule in der „Davidisstraße“. Bis in die 1960er Jahre wurden hier die Kinder aus Osttünnen unterrichtet. Die Räume werden von der Freiwilligen Feuerwehr als „Dienstgebäude“, sowie der „Dorfgemeinschaft Osttünnen e. V.“ für Vereinsveranstaltungen genutzt.
Weblinks
Osttünnen im Hamm Wiki
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Hamm Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Hamm) Kategorie:Gemeindeauflösung 1968 Kategorie:Ersterwähnung 1266