Die Gemeinde Gülitz-Reetz liegt im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Sie ist Teil des Amtes Putlitz-Berge.

Geografie Die Gemeinde liegt zirka 15 Kilometer nördlich der Kreisstadt Perleberg. Östlich der Gemeinde fließt das Flüsschen Stepenitz. Zehn Kilometer nördlich liegen – schon in Mecklenburg-Vorpommern – die Ruhner Berge.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Gülitz-Reetz gehören laut ihrer Hauptsatzung die bewohnten Gemeindeteile Gülitz (früher Gühlitz), Reetz, Schönholz und Wüsten Vahrnow. Dazu kommen noch die Wohnplätze Ausbau und Vahrnow.

Geschichte Gülitz und Reetz gehörten zu den Stammsitzen des Adelsgeschlechtes Kaphengst. Die Güter Gülitz und Vahrnow waren lange Besitz der Familie von Winterfeld. Nur einige Tagelöhnerhäuser, Wirtschaftsgebäude und die Schnitterkaserne zeugen noch davon. Das Herrenhaus in Gülitz brannte zu Kriegszeiten ab, das Haus in Vahrnow wurde, nachdem es verfallen war, in den 1980er Jahren abgerissen. Im Gemeindegebiet gab es im 19. Jahrhundert die beiden nördlichsten Braunkohletagebaue im Gebiet des heutigen Brandenburg. Tiefere Partien der umfangreichen Braunkohlelagerstätte wurden im Tiefbauverfahren abgebaut. Erst 1949 wurde die Braunkohlegewinnung in den Gülitzer Braunkohlengruben endgültig eingestellt.

Gülitz und Reetz gehörten seit 1817 zum Kreis Westprignitz in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Perleberg im DDR-Bezirk Schwerin. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Prignitz.

Am 1. Januar 1973 wurde Wüsten Vahrnow nach Gülitz eingemeindet. Die heutige Gemeinde Gülitz-Reetz entstand am 31. Dezember 2001 durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Gülitz und Reetz.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Gülitz Reetz Jahr Gülitz-Reetz Jahr Gülitz-Reetz 1990 374 257 2001 612 2021 445 1995 338 264 2005 565 2022 451 2000 356 257 2010 514 2023 454 2015 479 2024 459 2020 454 2025 455

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, seit 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Gülitz-Reetz besteht aus sieben Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Alle für Alle 42,3 % 3 Wählergruppe Reetz 37,7 % 3 Einzelbewerber Ronald Grünwald 19,9 % 1

Der Stimmenanteil von Ronald Grünwald entspricht zwei Sitzen. Daher bleibt nach § 48 (6) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48 ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister 2003–2019: Thomas BreitlauchKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31 seit 2019: Detlef Spiegelberg

Spiegelberg wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 77,1 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Gülitz-Reetz am 9.6.24

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Gülitz-Reetz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale. Dazu gehören die Dorfkirche Gülitz und die Dorfkirche Reetz.

Die im Mai 2022 zum Nationalerbe-Baum ausgezeichnete Flatterulme im Ort Gülitz, welche mit einem Stammumfang von 10,07 m (Stand: August 2020) die stärkste Ulme Europas ist, befindet sich in der Nähe der Dorfkirche Gülitz.

Verkehr Gülitz-Reetz liegt an der Landesstraße L 13 zwischen Karstädt und Putlitz. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Putlitz an der A 24 (etwa 15 Kilometer nordwestlich).

Die Westprignitzer Kreisringbahn verband von 1911 bis 1975 die Ortsteile Vahrnow und Wüsten Vahrnow mit der Kreisstadt Perleberg, wobei der Abstand der Bahnhöfe ca. 1000 m betrug und ersterer zeitweise auch zur Verladung der Kohle aus den Gülitzer Braunkohlengruben genutzt wurde.

Persönlichkeiten Otto Busse (1867–1922), Pathologe, in Gülitz geboren Kurt Böwe (1929–2000), Schauspieler, in Reetz geboren

Weblinks

Gemeinde Gülitz-Reetz beim Amt Putlitz-Berge

Reetz in der Reihe „Landschleicher“ des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg vom 9. Oktober 1994 Gülitz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 20. Mai 2018

Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Gülitz-Reetz vom 7. Juli 2009

Bildung einer neuen Gemeinde Gülitz-Reetz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 8. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 49, Potsdam, den 5. Dezember 2001, S. 831 PDF

F. Plettner: Die Braunkohle in der Mark Brandenburg. Ihre Verbreitung und Lagerung. Verlag von Wilhelm Hertz, Berlin 1852, S. 185ff. ()

Kategorie:Gemeindegründung 2001