Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 im Umfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung, UNCED („Erdgipfel von Rio de Janeiro“) von der deutschen Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium eingerichtet.

Der Beirat besteht aus neun Mitgliedern, die jeweils für vier Jahre vom Bundeskabinett berufen werden. Die Aufgabe des WBGU ist es, die Forschung auf dem Gebiet des globalen Wandels auszuwerten und zu analysieren. Das WBGU erarbeitet Empfehlungen für das politische und gesellschaftliche Handeln sowie für die Forschung. Hierfür erstellt er Gutachten und politische Analysen. Er wirkt an der öffentlichen Bewusstseinsbildung über die Probleme des globalen Wandels mit.

Aufgaben des WBGU Die Hauptaufgaben des WBGU sind: globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und darüber in Gutachten zu berichten, nationale und internationale Forschung auf dem Gebiet des globalen Wandels auszuwerten, im Sinne von Frühwarnung auf neue Problemfelder hinzuweisen, Forschungsdefizite aufzuzeigen und Impulse für die Wissenschaft zu geben, nationale und internationale Politiken zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zu beobachten und zu bewerten, Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten und durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein für die Probleme des globalen Wandels zu fördern.

Der WBGU nimmt auch zu aktuellen Anlässen Stellung, wie beispielsweise den UN-Klimakonferenzen (etwa in Paris 2015), der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung 2012 (Rio+20), der Verabschiedung der Sustainable Development Goals 2015,Sustainable Development Goals 2015, WBGU, 2014 der dritten Konferenz der Vereinten Nationen zu Wohnungsfragen und nachhaltiger Stadtentwicklung (HABITAT III, WBGU, 2016) sowie der G20 Präsidentschaft Deutschland 2017.G20 Präsidentschaft Deutschland 2017, WBGU, 2016 Generalsekretäre des WBGU waren Meinhard Schulz-Baldes (1993–2008), Inge Paulini (2008–2017) und Maja Göpel (2017–2020).

Die Mitglieder des Beirats Der WBGU hat neun Mitglieder, die vom Bundeskabinett auf Vorschlag der Minister für Bildung und Forschung (BMBF) sowie Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) für eine Dauer von vier Jahren berufen werden. Die Vorsitzenden des WBGU werden von den Mitgliedern gewählt.

Beiratsmitglieder ab November 2024 Die neu berufenen Mitglieder des WBGU ab November 2024 sind:

Aletta Bonn, Leiterin des Departments Biodiversität und Mensch am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Leipzig, und Professorin für Ökosystemleistungen an der Universität Jena im Rahmen des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). WBGU-Mitglied seit 11/2024. Jörg Drewes, Professor für Umweltingenieurwesen, Leiter des Lehrstuhls und Versuchsanstalt für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität München. WBGU-Mitglied seit 11/2020. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn und Professorin für Globale Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bonn. WBGU-Mitglied seit 11/2020. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) und Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Bildungssysteme und Gesellschaft an der Universität Frankfurt am Main. WBGU-Mitglied seit 11/2024. Karen Pittel, Direktorin des Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen des ifo Instituts in München und Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität München. WBGU-Mitglied seit 11/2016, Co-Vorsitzende 11/2020 – 11/2024. Hans-Otto Pörtner, Professor und Senior Advisor am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. WBGU-Mitglied seit 11/2020. Sabine Schlacke, Professorin für Öffentliches Recht, insb. Verwaltungs- und Umweltrecht an der Universität Greifswald und geschäftsführende Direktorin des Instituts für Energie-, Umwelt- und Seerecht (IfEUS). WBGU-Mitglied seit 2008, 2016–24 Co-Vorsitzende. Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der Universität Augsburg, Direktorin des Instituts für Umweltmedizin bei Helmholtz Munich und Vize-Direktorin des Zentrums für Klimaresilienz der Universität Augsburg. WBGU-Mitglied seit 12/2022. Joscha Wullweber, Heisenberg-Professor für Politics/Political Economy, Transformation and Sustainability an der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Witten/Herdecke und Direktor des International Center for Sustainable and Just Transformation [tra:ce]. WBGU-Mitglied seit 11/2024.

Frühere Beiratsmitglieder Ehemalige Beiratsmitglieder sind: (dort Link zu den Mitgliedern früherer Perioden)

Alexander Bassen, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. Kapitalmärkte und Unternehmensführung an der Universität Hamburg, Visiting Professor im Department of Accountancy and Law, School of Business an der Hong Kong Baptist University, Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung (2020–2024) Friedrich O. Beese, Agronom: Direktor des Instituts für Bodenkunde und Waldernährung, Universität Göttingen (1992–2000) Nina Buchmann, Professorin für Graslandwissenschaften, Institut für Pflanzenwissenschaften, Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich (2004–2008) Astrid Epiney, Professorin für Völkerrecht, Europarecht und schweizerisches öffentliches Recht, geschäftsführende Direktorin am Institut für Europarecht, Université de Fribourg (2004–2008) Markus Fischer, Professor für Pflanzenökologie an der Universität Bern (2020–2024) Klaus Fraedrich, Meteorologe: Meteorologisches Institut der Universität Hamburg (1996–2000) Martina Fromhold-Eisebith, Leiterin des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie an der RWTH Aachen. Forschungsschwerpunkte: Innovationsorientierte Regionalentwicklung, global-lokale Zusammenhänge wirtschaftsräumlicher Entwicklung, Nachhaltigkeit und Regionalentwicklung (2016–2020) Sabine Gabrysch, Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Leiterin der Abteilung Klimaresilienz am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (2020–2022) Hartmut Graßl, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg (Vorsitzender 1992–1994, 2000–2004) Rainer Grießhammer, Mitglied der Geschäftsführung des Öko-Instituts e. V., Freiburg, und geschäftsführender Vorstand der Stiftung Zukunftserbe (2004–2008) Ulrike Grote, Direktorin des Instituts für Umweltökonomik und Welthandel der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover und Senior Fellow am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn (2016–2020) Gotthilf Hempel, Fischereibiologe: Direktor des Zentrums für Marine Tropenökologie Universität Bremen (1992–1996) Paul Klemmer, Ökonom: Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (1992–2000) Juliane Kokott, Juristin, Lehrstuhl für Deutsches und Ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht der Universität Düsseldorf (stellvertretende Vorsitzende 1992–2003) Frauke Kraas, Professorin für Anthropogeographie an der Universität zu Köln (2013–2016). Lenelis Kruse-Graumann, Psychologin: Schwerpunkt „Ökologische Psychologie“, Fernuniversität Hagen (1992–2000) Margareta Kulessa, Professorin für allgemeine Volkswirtschaftslehre und Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Fachhochschule Mainz (2000–2008) Karin Labitzke, Meteorologin: Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin (1992–1996) Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und Professor für Politikwissenschaft, Universität Gießen. Ko-Direktor des Käte Hamburger-Kollegs „Politische Kulturen der Weltgesellschaft“, Universität Duisburg-Essen (2008–2016) Reinhold Leinfelder, Geologe und Paläontologe mit dem Schwerpunkt Geobiologie, Integrative Biodiversitätsforschung und Wissenskommunikation; Professor am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin (2008–2013) Peter Lemke, Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean, Universität Bremen und Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (2013–2016) Joachim Luther, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg (2000–2004) Ellen Matthies, Professorin für Umweltpsychologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (2013–2020) Dirk Messner (Vorsitzender), Direktor des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) und Co-Direktor des Center for Advanced Studies on Global Cooperation Research, Universität Duisburg-Essen (seit 2004 im WBGU, stellvertretender Vorsitzender 2009–2013, 2013–2019 Vorsitzender) Heidrun Mühle, Agronomin: Projektbereich Agrarlandschaften am Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (1992–1996) Nebojsa Nakicenovic, Professor für Energiewirtschaft an der Technischen Universität Wien, stellvertretender Direktor des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und Direktor des Global Energy Assessment (GEA) (2008–2016) Christine Neumann, Ärztin: Direktorin der Abteilung Dermatologie und Venerologie der Universität Göttingen (1996–2000) Franz Nuscheler, Direktor des Instituts für Entwicklung und Frieden in Duisburg (2000–2004) Stefan Rahmstorf, Professor für Physik der Ozeane, Universität Potsdam, und Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (2004–2013) Ortwin Renn, Soziologe: Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (1996–2000) Rainer Sauerborn, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Tropenhygiene und Öffentliches Gesundheitswesen am Universitätsklinikum Heidelberg (2000–2004) Ina Schieferdecker, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) in Berlin, Professorin für Quality Engineering von offenen verteilten Systemen an der TU Berlin und Direktorin des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft (2016–2018) Hans Joachim Schellnhuber, ehemaliger Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und externer Professor am Santa Fe Institute (1992-2020, 1994–1996 stellvertretender Vorsitzender, 1996–2000 Vorsitzender, 2004–2008 stellvertretender Vorsitzender, 2009–2016 Vorsitzender) Jürgen Schmid, ehem. Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, IWES (2004–2013) Uwe Schneidewind, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH und Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit („Sustainable Transition Management“) an der Bergischen Universität Wuppertal (WBGU-Mitglied 2013–2020) Renate Schubert, Professorin für Nationalökonomie und Direktorin des Instituts für Umweltentscheidungen, Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich (2000–2013, Vorsitzende 2004–2008) Ernst-Detlef Schulze, Botaniker, Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena (1996–2004) Udo Ernst Simonis, Ökonom: Forschungsschwerpunkt „Technik – Arbeit – Umwelt“ am Wissenschaftszentrum Berlin (1992–1996) Hans Willi Thoenes, Technologe: Rheinisch-Westfälischer TÜV in Essen (1992–1996) Max Tilzer, Limnologe: Fakultät für Biologie, Universität Konstanz (1996–2000) Paul Velsinger, Ökonom: Leiter des Fachgebiets Raumwirtschaftspolitik an der Universität Dortmund (1992–2000) Anke Weidenkaff, Leiterin der Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (Fraunhofer IWKS) in Alzenau und Hanau, Leiterin des Fachgebietes Werkstofftechnik und Ressourcenmanagement an der TU Darmstadt. (2020–2024) Horst Zimmermann, Ökonom: Abteilung für Finanzwissenschaft an der Universität Marburg (1992–2000, Vorsitzender 1994–1996)

Sonstiges