mini|Panasonic Corporation in Kadoma mini|hochkant|Matsushita-Gebäude in Osaka, Hauptsitz von Panasonic mini|hochkant|Eines der ersten Matsushita-Produkte – eine Doppel-Glühlampenfassung, ausgestellt im Matsushita-Konosuke-Museum

Die Panasonic Corporation (, Panasonikku Kabushiki-gaisha, kurz: Panasonic K.K.) ist ein börsennotierter (Nikkei 225) japanischer Elektronikkonzern mit Sitz in Kadoma, Präfektur Osaka, Japan. Seine Produkte werden unter mehreren Markennamen wie Panasonic und Technics vertrieben. Bis zum 30. September 2008 firmierte er unter dem Namen Matsushita Denki Sangyō K.K. (, engl. Matsushita Electric Industrial Co. Ltd.).

Geschichte Entstehung Das Unternehmen wurde am 7. März 1918 von Kōnosuke Matsushita gemeinsam mit den Geschwistern Mumeno (Kōnosukes spätere Ehefrau) und Toshio Iue (später Gründer von Sanyo) als Matsushita Denki Kigu Seisakujo (, dt. Elektrogerätewerk Matsushita; []) gegründet.

Die ersten Produkte waren Adapter und Doppelfassungen für Glühlampen. Das erste eigene Fabrikgebäude für 50 Angestellte wurde 1922 errichtet, die Produktpalette um elektrische Fahrradlampen (1923), Bügeleisen (1927), Röhren-Radioempfänger (1931) und Elektromotoren (1933) erweitert. Der Vertrieb erfolgte unter der Wort-Bild-Marke eines M, kombiniert mit dem Symbol eines Geschossbogenpfeils. Für eine fremdproduzierte Fahrradglühlampe, die er als Handelsware vertrieb, verwendete der Unternehmensgründer 1927 erstmals die Marke National (, Nashonaru).Panasonic Corporation (Hrsg.): 2009, abgerufen am 24. Feb. 2009 (englisch).Panasonic Corporation (Hrsg.): 2009, abgerufen am 24. Februar 2009 (Übersicht zur Geschichte der Marken, englisch).

Trotz anfänglicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten wuchs das Unternehmen bis 1935 auf 3.500 Mitarbeiter an, die sich in der deutsch „Gleichschritt“ genannten Mitarbeitervertretung organisierten. Mit dem Namen sollte auf die positive Zusammenarbeit von Unternehmensführung und Mitarbeitern hingewiesen werden. Das Sortiment wurde währenddessen auf 400 Artikel ausgedehnt. In den 1930er-Jahren gingen aus dem Einzelunternehmen neun Tochterunternehmen und fünf Holdinggesellschaften hervor. Im Dezember 1935 erhielt das Konglomerat den Namen Matsushita Electric Industrial Co. (MEI), das Exportgeschäft (mit Fokus Südostasien) wurde in die Matsushita Electric Trading Co. ausgelagert. 1937 wurden Haartrockner produziert.

Als Meilenstein wurden 1939 erste erfolgreiche Tests von Fernsehübertragungen durchgeführt.

Kriegszeit Ab Anfang 1938 und damit bereits während des Japanisch-Chinesischen Kriegs lieferte der Konzern militärische Produkte an die Kaiserlich Japanische Marine und die Heeresluftstreitkräfte. Parallel zur japanischen Expansion in Ost- und Südostasien weitete auch das Konglomerat seine Tätigkeiten aus, hier insbesondere im besetzten Korea, China und der Mandschurei sowie den im Zweiten Weltkrieg eroberten Philippinen und Indonesien. Bis zum Ende beider Kriege im Sommer 1945 stieg die Zahl der Angestellten auf über 26.000 in 67 Tochtergesellschaften an.John P. Kotter: Matsushitas Leadership. Simon & Schuster, New York 1997, ISBN 0-684-83460-X, S. 137 ff.

Nachkriegszeit Der Konzern wurde vom Supreme Commander, dem Vertreter der US-amerikanischen Besatzungsmacht, als Zaibatsu eingestuft und analog zur Vorgehensweise in Europa wie die deutschen Rüstungskonzerne aufgelöst, entflochten und in kleinere dezentrale Wirtschaftseinheiten zerlegt. Der Gründer Kōnosuke Matsushita musste sein aufgeteiltes Unternehmen verlassen. Aus 17 inländischen Unternehmensteilen wurden unabhängige Unternehmenseinheiten, die 39 außerhalb Japans befindlichen Teile konfisziert und den jeweiligen Staaten übergeben, in denen Matsushita sie gegründet hatte. Die Beschäftigtenzahl schrumpfte 1947 von den erwähnten 26.000 auf 7.926.Caroline Fohlin: Mobilizing Money. Cambridge University Press. New York 2012, ISBN 978-0-521-81021-0, S. 94ff.John P. Kotter: ebenda. mini|Panasonic-Dampfbügeleisen mini|Panasonic-VHS-Videorekorder mini|Panasonic-S-VHS-Videorekorder mini|Technics-Plattenspieler SL-10mit Direktantrieb (1980–1984)hifiengine.com 2020, Technics SL-10 (englisch), abgerufen am 13. Mai 2020. mini|Technics-CD-Spieler SL-P2 und -Vorverstärker SU-A8 (etwa 1985)hifiengine.com 2020, Technics SL-P2 (englisch), abgerufen am 13. Mai 2020. mini|Panasonic-Rennrad aus den 1990er Jahren mini|Pedelec-Mittelmotor Panasonic GX mini|Camcorder mit Leica-Zoom-Objektiv, IFA 2012 Nachdem Angestellte und Gewerkschafter eine Petition beim Supreme Commander eingereicht hatten, konnte Kanosuke Matsushita im Mai 1947 in das Unternehmen zurückkehren. Anfang der 1950er-Jahre brachte Matsushita eine Reihe neuer Haushaltsprodukte heraus, darunter ab 1951 Waschmaschinen mit Drehkreuz und ab 1952 durch eine Kooperation mit Philips Schwarz-Weiß-Fernsehapparate.

1952 stieg die Unternehmensgruppe in die Fahrradproduktion ein, wofür die Tochterunternehmen National Jitensha Kōgyō (heute Panasonic Cycle Tech) und National Tire (heute Panaracer) gegründet wurden. Als Grund für die etwas ungewöhnliche Produkterweiterung wird genannt, dass Unternehmensgründer Konosuke Matsushita schon mit zehn Jahren eine Lehre bei einem Arbeitgeber gemacht hatte, der einen Fahrradladen besaß, und bei dessen Familie er auch wohnen musste, da seine eigene Familie völlig verarmt war.Biographie von Konosuke Matsushita (1894–1989). panasonic.de, 17. Juli 2010. 1953 begann die Produktion von Haushaltskühlschränken, 1954 die Produktion von Dampfbügeleisen, 1955 von Elektrorasierern und 1958 von Bodenstaubsauger und Fensterklimaanlagen. Ab 1960 wurden Waschmaschinen mit zwei Wäschekammern und die ersten Panasonic-Farbfernsehgeräte und „Pistolen“-Haartrockner angeboten. 1964 folgte die Stereoanlage Asuka. 1965 wurde die Handelsmarke Technics gegründet. 1966 fand die Vorstellung des ersten Mikrowellenherds statt.

Ab 1970 In den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelte das Unternehmen zahlreiche Neuerungen, zum Beispiel 1970 einen Kühlschrank mit separater Gefrierschranktür, 1970 den Direktantrieb für Plattenspieler, 1971 der programmierbare Waschvollautomat, 1972 Raumheizungen und Klimaanlagen, 1974 Rasierer mit rotierendem, netzförmigen Edelstahl-Schermesser und 1977 den Haartrockner mit 1000 Watt Leistung. 1977 zudem den Video-Standard VHS, entwickelt durch die Matsushita-Tochter JVC, der sich im Heimanwendersektor schließlich weltweit trotz anderer Konkurrenzformate durchsetzte. Matsushita gehörte mit zu jenem Unternehmenskonsortium, das den CD-Standard entwickelte. 1982 präsentierte das Unternehmen seine erste Videokamera mit tragbarem Recorder. 1983 wurde ein Bügeleisen mit kraftvollem Dampfstoß-System, 1984 ein Kühlschrank mit −3 °C-Spezialfach und 1988 ein schnurloses Dampfbügeleisen und ein Kombinations-Mikrowellengeräte mit Invertertechnik sowie Camcorder mit optischer Bildstabilisierung produziert.

Zu den Innovationen seit 1990, an denen Matsushita/Panasonic aktiv beteiligt war, gehören unter anderem: der DVD-Standard, die Videosysteme DV und DVC-Pro sowie Plasmabildschirme in HD-Qualität. 1991 wurden die ersten HD-Fernseher, 1993 Klimaanlage mit Bewegungssensor, 1995 Rasierer mit Linearmotor und 1996 Kühlschränke mit Inverter-Technologie produziert.

Ab 2000 Ab 2000 wurden der Toplader-Waschtrockner, ab 2001 Digitalkameras der Marke Lumix, ein Ionen-Haartrockner, ab 2002 ein Dampf-/Kombinations-Mikrowellengerät, ab 2003 Waschtrockner mit geneigter Trommel angeboten.

Seit Februar 2002 gehörte Panasonic der Blu-ray Group an, seit 2003 wurden Flachbild HD-Plasmafernseher angeboten.

2004 folgten Elektrorasierer mit automatischer Reinigungs- und Ladestation. 2005 bot das Unternehmen Kühlschränke mit oben angeordnetem Kompressor und vollständig ausziehbaren Schubladen an. 2006 wurden Haartrockner mit Nanoe-Technologie (nanozerstäubte Wassertröpfchen) präsentiert.

Gemeinsam mit Olympus kündigte Panasonic im Sommer 2008 den neuen Micro-Four-Thirds-Standard und die Entwicklung erster digitaler Systemkameras mit Wechselobjektiven an. Die Lumix G1 war 2008 die erste marktreife spiegellose digitale Systemkamera. In einigen Camcordern setzt Panasonic Leica-Dicomar-Zoom-Objektive ein.panasonic.de 2008, HDC-SD9EG-S (Archivlink)testsieger.de, 2018, abgerufen am 21. November 2021.

Am 1. Oktober 2008 erfolgte die Umbenennung von Matsushita Denki Sangyō in Panasonic Corporation. Matsushita verwendete seine Wortschöpfung PanaSonic erstmals 1955 als Markennamen für zu exportierende Erzeugnisse. Die Umbenennung sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass das Unternehmen im Ausland besser unter dem Namen Panasonic bekannt sei.

2008 wurden Klimaanlagen mit Nanoe-Technologie (nanozerstäubte Wassertröpfchen) und 2009 ein Bügeleisen mit schneller 2-Wege-Bügelsohle angeboten sowie intelligente Klimaanlagen mit Econavi-Sensortechnik. Auf Basis seiner Erfahrung mit Klimageräten stieg Panasonic in Deutschland 2011 in den Wärmepumpen-Markt ein.

Im Jahr 2012 stellte Panasonic die Videorekorderproduktion ein.n-tv.de/wirtschaft 22. Juli 2016, Keiner baut mehr Videorekorder abgerufen am 13. Mai 2020. 2015 wurde der Staubsaugerroboter Rulo und das Premium-HiFi-Kompaktsystem Ottava von Technics angeboten. Nachdem Panasonic sich 2013 von Plasma-Fernsehern verabschiedet hatte, folgten ab 2017 die ersten 4K-(UHD)-OLED-Fernseher.

Ebenfalls 2017 (bezogen auf 2016) war Panasonic fast gleichauf mit Samsung und führend bei der Fertigung/Absatz von Li-Ion-Akku-Zellen.de.statista.com, Größte Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus weltweit nach Absatz im Jahr 2017, abgerufen am 3. Oktober 2020. Bei der Zahl der in der Batterietechnik angemeldeten Patente steht Panasonic (mit über 4.050 Patentanmeldungen von 2000 bis 2018) auf Platz zwei.EPA-IEA-Studie vom 22. September 2020: Innovationsschub in der Batterietechnik spielt Schlüsselrolle für die Energiewende, abgerufen am 11. Oktober 2020.

Kooperation mit Tesla In Kooperation mit dem US-amerikanischen Elektro-Automobilhersteller Tesla war Panasonic am Aufbau der Gigafactory 1 im US-Bundesstaat Nevada beteiligt, die mit 6500 Mitarbeitern auf 1.000.000 Quadratmetern Nutzfläche die Lithium-Ionen-Zellen und Batteriepakete für das Model 3 und weitere Anwendungen herstellen sollte.US-Elektroautohersteller: Tesla und Panasonic bauen riesige Batterienfabrik. In: spiegel.de. Spiegel Online, 31. Juli 2014, abgerufen am 31. Juli 2014.

Anteilseigner Die größten Anteilseigner sind Treuhandkonten bei der Japan Trustee Services Bank (5,73 %) und The Master Trust Bank of Japan (4,81 %).

Konzernstruktur Tochtergesellschaften Im Dezember 2009 erwarb Panasonic die Mehrheitsanteile von Sanyo und übernahm 2011 das gesamte Unternehmen als Tochtergesellschaft.

Die Victor Company of Japan (JVC Ltd.) war bis 2011 ebenfalls ein Tochterunternehmen im Bereich der Unterhaltungselektronik. Seit dem Ausscheiden aus der Panasonic Group ist JVC ein Unternehmen der JVC Kenwood Corporation.

Divisionale und Group Companies Der Konzern wurde nach der Umbenennung 2008 zu Divisionalen Organisationen () und zu Group-Unternehmen () umstrukturiert.

Division Companies (4) Group CompaniesCorporate Marketing Division for Digital AVC ProductsSemiconductor CompanyCorporate Marketing Division for Home Appliances AVC Networks CompanyCorporate Marketing Division for Wellness Products Automotive Systems CompanyDesign Company System Solutions CompanyGroup Companies Home Appliances CompanyPanasonic Electric Works Co., Ltd. Lighting CompanyPanasonic Electronic Devices Co., Ltd. Energy CompanyPanasonic Ecology Systems Co., Ltd. Motor CompanyPanasonic Factory Solutions Co., Ltd. Panasonic Communications Co., Ltd.Panasonic Welding Systems Co., Ltd. Panasonic Mobile Communications Co., Ltd.Panasonic Shikoku Electronics Co., Ltd. Sanyo Co., Ltd. (seit 2011)PanaHome Corporation JVC Ltd. (bis 2011)