Die Schillerporlinge (Inonotus) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Borstenscheiblingsverwandten.

Die Typusart ist der Flache Schillerporling (Inonotus cuticularis).

Merkmale Makroskopische Merkmale Die Schillerporlinge bilden einjährige, resupinate (dem Substrat anliegende), effus-reflexe (mit abstehenden Hutkanten dem Substrat anliegende) oder konsolenartige Fruchtkörper, die sitzend oder schwach gestielt sein können. Die Oberfläche der Fruchtkörper ist meist gelblich bis braun gefärbt, sie kann kahl oder behaart sein, eine harte Oberflächenkruste fehlt. Die Fruchtschicht ist röhrig, die Röhren sind nicht geschichtet, die Poren klein. Das Fleisch der Fruchtkörper ist in jungem Zustand saftig, weich und rost- bis dunkelbraun gefärbt, trocken ist es hart und brüchig und vergleichsweise leicht. KOH färbt das frische Fleisch schwarz. Die Röhrenschicht der Schillerporlinge erzeugt bei frischen Fruchtkörpern von schräg seitwärts betrachtet, je nach Lichteinfall, einen wechselnden (schillernden) Silberschein über gelbbraunem Grund.

Mikroskopische Merkmale Mikroskopisch sind die Schillerporlinge gekennzeichnet durch eine monomitische Hyphenstruktur, die generativen Hyphen sind farblos bis gelblich, Schnallen fehlen, in der Fruchtschicht können braune, konisch-apikal zugespitzte Setae oder setale Hyphen vorhanden sein, die teilweise hakenförmig gekrümmt sind. Die Basidien sind kurz, ellipsoid-keulig, farblos und viersporig, eine Basalschnalle fehlt. Die Sporen der Schillerporlinge sind kugelig oder kurzellipsenförmig und glatt, sie sind etwas dickwandig und inamyolid (mit Jodreagenz nicht blau verfärbend). Das Sporenpulver kann weiß, gelblich oder braun sein.

Ökologie Die Schillerporlinge sind saprobiontische oder parasitische Holzbewohner, die je nach Art Laub- oder Nadelhölzer befallen können und die im befallenen Holz eine Weißfäule erzeugen.

Systematik Die Schillerporlinge sind eng verwandt mit den Feuerschwämmen, die mehrjährige Fruchtkörper mit dimitischer Hyphenstruktur bilden. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass beide Gattungen nicht voneinander zu trennen sind und entweder in eine gemeinsame Gattung Phellinus im weiteren Sinne zusammenzufassen oder in mehrere kleine Gattungen aufzutrennen sind.

Arten Die Gattung im weiteren Sinn enthält weltweit etwa 60 Arten. In Europa kommen folgende Arten vor bzw. sind dort zu erwarten:

Schillerporlinge (Inonotus) in Europa Inocutis Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Eichen-Schillerporling Inocutis dryophila Fuchsroter Schillerporling Inocutis rheades Tamarisken-Schillerporling Inocutis tamaricis

Inonotopsis Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Subikulum-Schillerporling Inonotopsis subiculosa

Inonotus s. str. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Andersons Schillerporling Inonotus andersonii Flacher Schillerporling Inonotus cuticularis Zottiger Schillerporling Inonotus hispidus Spechtloch-Schillerporling Inonotus nidus-pici Schiefer Schillerporling, Synonym: Chaga Inonotus obliquus Ricks Schillerporling Inonotus rickii Ulmen-Schillerporling Inonotus ulmicola

Mensularia Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Buchen-Schillerporling Mensularia hastifera Knotiger Schillerporling Mensularia nodulosa Erlen-Schillerporling Mensularia radiata

Pseudoinonotus Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Tropfender Schillerporling Pseudoinonotus dryadeus

Onnia Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Fichten-Filzporling Onnia leporina Gestielter Filzporling Onnia tomentosa Dreieckiger Filzporling Onnia triquetra

Bedeutung Einige Schillerporlinge sind als Holzzerstörer und Parasiten an Obst- oder Parkbäumen schädlich, als Speisepilze kommen sie nicht in Frage.

Der Schiefe Schillerporling ist ein bedeutender Heilpilz aus der Mykotherapie, er ist hier unter dem Namen Chaga bekannt.

Quellen Literatur German Josef Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil. Ständerpilze: Gallert-, Rinden-, Stachel- und Porenpilze. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3528-0. Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Borstenscheiblingsartige