mini|rechts|alternativtext=Bild des Komponisten|Arnold Schönberg
Das musikalische Schaffen von Arnold Schönberg (1874–1951) lässt sich grob in drei stilistische Phasen einteilen (siehe auch: Arnold Schönberg#Werk und Wirkung): „spätromantische“ oder „nachromantische“ Werke (kulminierend in den Gurre-Liedern [1900–11] auf Worte von Jens Peter Jacobsen, deutsch von Robert Franz Arnold) Werke, deren Harmonik sich einer „Freien Atonalität“ zuwendet (etwa ab 1908; als Schlüsselwerk kann hier das 2. Streichquartett [1907/08] gelten, in dessen Finale eine Sopranstimme symbolisch-programmatisch das Gedicht Entrückung von Stefan George zitiert: „Ich fühle luft von anderem planeten…“) Werke, die auf der „Methode des Komponierens mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“ basieren (der sogenannten Zwölftontechnik, ab 1921; erstmals erprobt in den Fünf Klavierstücken [op. 23, 1920–23] und der Suite für Klavier [op. 25; 1921–23]).
Folgende Liste gibt einen Überblick über die Kompositionen, geordnet nach Besetzung.
Opern Und Pippa tanzt! (1906/07; Fragment: Vorspiel und Rezitativ). Libretto (Fragment): nach dem gleichnamigen Stück von Gerhart Hauptmann Erwartung (op. 17; 1909/14). Monodram in einem Akt. Libretto: Marie Pappenheim (1882–1966). Dauer: ~29’. UA 6. Juni 1924 Prag (Deutsches Landestheater; Marie Gutheil-Schoder [Die Frau]; Dirigent: Alexander von Zemlinsky). – Werkeinführung von Therese Muxeneder Die glückliche Hand (op. 18; 1909[?]/10–1913). Drama mit Musik in 4 Bildern. Libretto (1909[?]/10): Arnold Schönberg. Dauer: ~18’. UA 14. Oktober 1924 Wien (Volksoper; Alfred Jerger [Mann], Hedy Pfundmayr [Frau]; Dirigent: Fritz Stiedry; Regie: Josef Turnau). – Werkeinführung von Matthias Schmidt Von heute auf morgen (op. 32; 1928/29). Oper in einem Akt. Libretto: Max Blonda (= Gertrud Schönberg). Dauer: ~53’. UA 1. Februar 1930 Frankfurt (Oper; Benno Ziegler [Mann], Else Gentner-Fischer [Frau], Elisabeth Friedrich [Freundin], Anton Maria Topitz [1887–1948] [Sänger], Kl. Nitzschker [Kind]; Dirigent: Hans Wilhelm Steinberg; Regie: Herbert Graf; Bühnenbild: Ludwig Sievert [1887–1966]). – Werkeinführung Moses und Aron (1923–1937). Oper in 3 Akten (Fragment: 2 Akte Partitur, musikalische Skizzen für den 3. Akt). Libretto (vollständig ausgeführt): Arnold Schönberg. Dauer: ~95’. UA (konzertant) 12. März 1954 (Musikhalle Hamburg; Hans Herbert Fiedler [Moses], Helmut Krebs [Aron], Ilona Steingruber-Wildgans [Mädchen], Helmut Kretschmar [Jüngling], Horst Günter [Mann], Hermann Rieth [Priester und Ephraimit], Ursula Zollenkopf [Kranke]; Chöre des NWDR Köln und Hamburg; Sinfonieorchester des NWDR Hamburg; Dirigent: Hans Rosbaud). – UA (szenisch) 6. Juni 1957 Zürich (Stadttheater; Hans Herbert Fiedler [Moses], Helmut Melchert [Aron], Charles Gillig [Heidnischer Priester und Israelitischer Priester]; Ingeborg Friedrich [Junges Mädchen]; Hans-Bert Dick [Junger Mann], Nikolaus Toth [Anderer Mann], Mary Davenport [Kranke], Rudolf Fiebelkorn [Jüngling], Willi Ferenz [Ephraimit], Berufschor des Stadttheaters Zürich, Chor des Stadttheaters Luzern, Mitglieder des Radiochores Zürich, Zürcher Kammersprechchor; Dirigent: Hans Rosbaud; Regie: Karl Heinz Krahl). – Entstehungsdaten , Werkeinführung, Aufführungsliste 3-aktige Fassung von Zoltán Kocsis (aus den musikalischen Skizzen ergänzt; 2009/10). UA (konzertant) 10. Januar 2010 Budapest (Palast der Künste; mit Wolfgang Schöne [Moses], Daniel Brenna [Aron]; Ungarische Nationalphilharmonie, Dirigent: Zoltán Kocsis)
Vokalkompositionen Für Solostimme und Klavier [Sieben Lieder] (1893–96) für eine Singstimme und Klavier. Texte: Nikolaus Lenau (1802–1850), Paul Heyse (1830–1914), Martin Greif (1839–1911), Alfred Gold (1874–1958) und anonym 1. In hellen Träumen hab ich dich oft geschaut … (1893; Alfred Gold) – 2. Drüben geht die Sonne scheiden … (Nikolaus Lenau, Schilflied) – 3. Mädchenlied („Sang ein Bettlerpärlein am Schenkentor …“; Paul Heyse) – 4. Daß gestern eine Wespe dich am Finger stach … (anonym) – 5. Juble, schöne junge Rose … (anonym) – 6. Warum bist du aufgewacht … (anonym) – 7. Das zerbrochene Krüglein … (Martin Greif) Erste Lieder (~1893–1900) für eine Singstimme und Klavier. Texte: Joseph Christian von Zedlitz (1790–1862), Robert Reinick (1805–1852), Wilhelm Wackernagel (1806–1869), Ludwig Pfau (1821–1894), Oskar von Redwitz (1823–1891), Ada Christen (1839–1901) und anonym 1. Im Fliederbusch ein Vöglein saß … (Robert Reinick) – 2. Daß schon die Maienzeit vorüber … (Ada Christen) – 3. Könnt ich zu dir mein Licht … (Ludwig Pfau) – 4. Mein Schatz ist wie ein Schneck … (Ludwig Pfau) – 5. Gott grüß dich Marie! … (Ludwig Pfau) – 6. Der Pflanze, die dort über dem Abgrund schwebt … (Ludwig Pfau) – 7. Einsam bin ich und alleine … (Ludwig Pfau) – 8. Nur das tut mir so bitter weh … (Oscar von Redwitz) – 9. Du Kleine bist so lieb und hold … (Ludwig Pfau) – 10. Mein Herz, das ist ein tiefer Schacht … (anonym) – 11. Du kehrst mir den Rücken … (Ludwig Pfau) – 12. Ich grüne, wie die Weide grünt … (Wilhelm Wackernagel) – 13. Zweifler (Ludwig Pfau) – 14. Sehnsucht (Joseph Christian von Zedlitz) – 15. Vergißmeinnicht (Ludwig Pfau) – 16. Einsam bin ich und alleine (Ludwig Pfau) Frühe Lieder (1893–1900) für eine Singstimme und Klavier. Texte: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Nikolaus Lenau (1802–1850), Hermann Lingg (1820–1905), Ludwig Pfau (1821–1894), Paul Heyse (1830–1914), Richard Dehmel (1863–1920), Hugo von Hofmannsthal (1874–1929), Alfred Gold (1874–1958) und anonym. UA: im Freundes- und Familienkreis 1. Lied der Schnitterin (Ludwig Pfau) – 2. Mädchenfrühling (1897; Richard Dehmel) – 3. Nicht doch! (Richard Dehmel) – 4. Gruß in die Ferne (1900; Hermann Lingg) für Bariton – 5. Ecloge (anonym) – 6. Waldesnacht (Paul Heyse) – 7. Mannesbangen (Richard Dehmel) – 8. Die Beiden (1899; Hugo von Hofmannsthal) – 9. In hellen Träumen (Alfred Gold) – 10. Schilflied (Nikolaus Lenau) – 11. Mein Herz das ist ein tiefer Schacht (anonym) – 12. Mailied (Johann Wolfgang von Goethe) Mannesbangen (kurz nach 1897?; Fragment) für Singstimme und Klavier. Text: Richard Dehmel (1863–1920). – Werkeinführung Zwei Gesänge (op. 1; 1898) für eine Baritonstimme und Klavier. Texte: Karl von Levetzow (1871–1945). Dauer: ~16’. Widmung: „Meinem Lehrer und Freunde Alexander von Zemlinsky“. UA 1. Dezember 1900 Wien (Bösendorfer-Saal; Eduard Gärtner [Gesang], ? [Klavier]). – Werkeinführung von Iris Pfeiffer 1. Dank („Großes hast du mir gegeben…“) – 2. Abschied („Aus den Trümmern einer hohen Schönheit…“) Transponierte Fassungen (bis 1903) Vier Lieder (op. 2; 1899/~1900) für eine Singstimme und Klavier. Texte: Johannes Schlaf (1862–1941), Richard Dehmel (1863–1920). Dauer: ~12’. Widmung: „Meinem Lehrer und Freunde Alexander von Zemlinsky“. UA (Nr. 1&2) 11. Februar 1904 Wien (Ansorge-Verein; Walter Pieau [Gesang]; Oskar C. Posa oder Alexander von Zemlinsky [Klavier]). UA (Nr. 3) 26. Januar 1907 Wien (Ehrbar-Saal; Arthur Preuss [Gesang], Alexander von Zemlinsky [Klavier]). UA (Nr. 4) 28. April 1915 Wien (Konzerthaus, Schubert-Saal; Emmy Heim [Gesang], Eduard Steuermann Klavier). – Werkeinführung von Matthias Schmidt 1. Erwartung („Aus dem meergrünen Teiche…“, 1899; Richard Dehmel) – 2. Schenk mir deinen goldenen Kamm (1899; Richard Dehmel, Jesus bettelt) – 3. Erhebung („Gib mir nur die Hand…“, 1899; Richard Dehmel) – 4. Waldsonne („In die braunen, rauschenden Nächte…“, ~1900; Johannes Schlaf) Gurre-Lieder. Frühfassung für Singstimme und Klavier (1900/01). Text: Jens Peter Jacobsen (1847–1885; aus En cactus springer ud [„Ein Kaktus blüht“, 1869/70]), deutsch von Robert Franz Arnold (1872–1938) Brettl-Lieder (1901) für Gesang und Klavier. Texte: Emanuel Schikaneder (1751–1812), Gustav Falke (1853–1916), Frank Wedekind (1864–1918), Otto Julius Bierbaum (1865–1910), Hugo Salus (1866–1929), Gustav Hochstetter (1873–1944), Colly. Dauer: ~23’. UA: unbekannt. – Werkeinführung von Therese Muxeneder 1. Der genügsame Liebhaber („Meine Freundin hat eine schwarze Katze…“; Hugo Salus) – 2. Einfältiges Lied („König ist spazieren gangen…“; Hugo Salus) – 3. Der Nachtwandler („Trommler, laß dein Kalbfell klingen…“; Gustav Falke; mit Kleine Flöte, Trompete, Kleine Trommel und Klavier – siehe unter Vokalkompositionen für Solostimme und 3–7 Instrumente) – 4. Jedem das Seine („Ebenes Paradefeld…“; Colly) – 5. Mahnung („Mädel sei kein eitles Ding…“; Gustav Hochstetter) – 6. Gigerlette („Fräulein Gigerlette lud mich ein zum Tee…“; Otto Julius Bierbaum) – 7. Galathea („Ach, wie brenn’ ich vor Verlangen…“; Frank Wedekind) – 8. Langsamer Walzer („Seit ich so viele Weiber sah…“; Emanuel Schikaneder, aus dem Spiegel von Arcadia) Sechs Lieder (op. 3;1899–1903) für eine mittlere Singstimme und Klavier. Texte: aus Des Knaben Wunderhorn (1805–08) von Clemens Brentano (1778–1842) und Achim von Arnim (1781–1831) sowie von Gottfried Keller (1819–1890), Hermann Lingg (1820–1905), Jens Peter Jacobsen (1847–1885) / Robert Franz Arnold (1872–1938), Richard Dehmel (1863–1920). Dauer: ~16’. Widmung: „Herrn Baurat Carl Redlich in Dankbarkeit“. UA (Nr. 1–5) 26. Januar 1907 Wien (Ehrbar-Saal; Anton Moser [Gesang], Alexander von Zemlinsky [Klavier]). UA (Nr. 6) 26. März 1919 Wien (Konzerthaus, Mozart-Saal; Arthur Fleischer [Gesang], Eduard Steuermann [Klavier]). – Werkeinführung von Therese Muxeneder 1. Wie Georg von Frundsberg von sich selber sang („Mein Fleiß und Müh …“; 1903; aus Des Knaben Wunderhorn) – 2. Die Aufgeregten („Welche tiefbewegten Lebensläufchen …“; 1903; Gottfried Keller) – 3. Warnung („Mein Hund, du, hat dich bloß beknurrt …“; 1899/1903; Richard Dehmel) – 4. Hochzeitslied („So voll und reich …“; ~1901; Jens Peter Jacobsen, deutsch von Robert Franz Arnold) – 5. Geübtes Herz („Weise nicht von dir mein schlichtes Herz …“; 1903; Gottfried Keller) – 6. Freihold („Soviel Raben nachts auffliegen …“; 1900/03; Hermann Lingg) Deinem Blick („Deinem Blick mich zu bequemen…“; 1903). Lied für eine Singstimme und Klavier. Text: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) Gedenken („Es steht sein Bild noch immer da …“; undatiert; Autorschaft ungewiss) für eine Singstimme und Klavier. Text: anonym überliefert. Dauer: ~2½’. – Werkeinführung Acht Lieder (op. 6; 1903–05) für eine Singstimme und Klavier. Texte: Gottfried Keller (1819–1890), Friedrich Nietzsche (1844–1900), Julius Hart (1859–1930), Hermann Conradi (1862–1890), Richard Dehmel (1863–1920), John Henry Mackay (1864–1933), Paul Remer (1867–1943), Kurt Aram (= Hans Fischer, 1869–1934). Dauer: ~20’. UA (Nr. 1, 3, 5–8) 26. Januar 1907 Wien (Ehrbar-Saal; Theo [Theodora] Drill-Oridge, Arthur Preuss [Gesang], Alexander von Zemlinsky [Klavier]). UA (Nr. 4) 28. April 1915 Wien (Konzerthaus, Schubert-Saal; Emmy Heim [1885–1954] [Gesang], Eduard Steuermann [Klavier]) 1. Traumleben („Um meinen Nacken schlingt sich…“; 1903; Julius Hart) – 2. Alles („Laß uns noch die Nacht erwarten…“; 1905; Richard Dehmel) – 3. Mädchenlied („Ach, wenn es nun die Mutter wüßt’…“; 1905; Paul Remer) – 4. Verlassen („Im Morgengrauen schritt ich fort…“; 1903; Hermann Conradi) – 5. Ghasel („Ich halte dich in meinem Arm…“; 1904; Gottfried Keller) – 6. Am Wegrand („Tausend Menschen ziehen vorüber…“; 1905; John Henry Mackay) – 7. Lockung („Komm, komm mit…“; 1905; Kurt Aram) – 8. Der Wanderer („Es geht ein Wandrer durch die Nacht…“; 1905; Friedrich Nietzsche) Zwei Balladen (op. 12; 1907) für Gesang und Klavier. Texte (aus: Neuer deutscher Balladenschatz, Berlin 1906): Heinrich Ammann (1864–1950), Victor Klemperer (1881–1960). Dauer: ~11’. UA (Nr. 1) 23. Oktober 1920 Wien (Konzerthaus, Schubert-Saal; Olga Bauer-Pilecka [1887–1941] [Alt], Ernst Bachrich [~1892/93–1942] [Klavier]). UA (Nr. 2): unbekannt 1. Jane Grey („Sie führten ihn durch den grauen Hof…“; Heinrich Ammann) – 2. Der verlorene Haufen („Trinkt aus, ihr zechtet zum letztenmal…“; Victor Klemperer)